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Freies Blatt · 1892-05-24 · 3 (24.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
3 (24.5.1892)
Date
1892-05-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Freies Blatt. ' wo» sie sind, nämlich als griliidlofe Berleuliidnngk». Derselbe habe planmäßig uns msteinatiich eine bewußte mib gewerbsmäßige Dhätigkeil darauf gerichtet, i„ de» Dienst gewisser Bestrebungen iveiter ein Element der Zersetzung hiiieinziilragen, dessen Folgen sich 'keineswegs beschränken ans den Magistrat »nd die beleidigten Per'oncii, sondern dem 'ganzen LtaatSlebe» gefährlich werde» können. NechtSamvait £ laklbage», chS ivttmer des als Nebenkläger zngclassenen Dr. Frendenberg, führte ans, daß der Angeklagte doch bewußt die ttnivahrhcit gelagi habe Denr Nebenkläger liege gar nrchls an den, EtrasauSinaß, er bitte nnr nin die Publieakionsbefngiiiß. I Lertbeidigcr Nechlsanwall Lchivink bestritt die Eoinpete»z deS Magistrats ziir LleUnng eines Llrarantrages für dse Lehrer Brznglich des Laininetns Vder Meihnachlsgabcn bade der Angektagie durchaus reine Hände gehabt. Das Beih-llen der ihm umrrftcIUen Lehrer ihm gegenüber sei geeignet, inancheS K>e>rcmden zu. erregen, und derselbe habe dadurch auf das höchste gereizt werden müssen. .Man w.'rde es dem Angeklagten nichr so >ehr nachlrageii lönnen. wenn er, etwas über die Erränge ichlagend, die Lehrer als „hewnßtevligner" Ivjotdmcto.' Echiverer wiegeir die BeHaiwkungeu des 'Angeklagten in Bezug aus die Miswinde - in unserer >'lädti>chen Berivaliung Erweisen lasse» sich wiche Behalipluilgrn niemals ganz, aber''inan werde es dem Angeklagten doch zugebcn inüneu. daß es ihm Lelungeü >'ci, für viele 'einer Behauplungen das s n h > der L?aHrschein'i ich keil" zu erweeken. Er gebe zu, daß in einzelnen Fällen der Angeklagte 'eine Behauptungen nicht bis zuin letzten Dnv'elchen babe cnrei'en können, daß er sich bisweilen auch im Ansdrucle vergriffen habe, io viel gebe aber doch aus der ganzen Perhaudttnig hervor, daß es dein Angeklaglen kiix daran' angekoinmen >ci; klar zu machen, daß „envas faul sei iin Eiaake Diuieinark'. Der Angeklagte sei kein frivoler Berlenmber, 'ein Buch baba vielinehr den Eharakter einer Elreil'chrift gegen die lieber »'lichernng des Eapilglisnius. Er bitte, die große Erregung des Angeklagten lind seine bisherige llnbe'cholteiihi'il NI tdernd in BelrachtpZ» ziehen. Ahlwardk räninle ein, daß er bei Ab'anung seiner Buches-'eHr erregt ivar, bestritt aber fekeu Mangel aii^iirechnungssähigkeil. Sodann verdächtigte . er die in dicicmBroeeiie veasnoi»menen Zeugen. Er habe geglaubt, daß, wenn alle die Leute, welche als Zeugen vorgelaben waren, auch seine'DodieiAde icieii. die'elben doch unter der jäuchk ecs ^ruc’ctu'ii Eides die B.iahrheil sagen würden Dik'es Zniianen -ei ein großer Eardinalkchlcr, welchem er sich hin e.Mi'l'en. und dadurch.'ei cs gelominen, daß er nun von den Zeugen im 2ttche gelaben ireiden 'ei. El. habe nicht rcr öi'.liche Zlv.'cke ver'o'.gt, 'ondcrn nur 'einem Biuerlai.de dienen nollen. ' - - - Der iüerichisbo' zog sich ’>u_ Berailmng zuinck, welche drei Slliuden ii .II AhInaldr wurde;ii vIc> '.l'i'onaic II E.'ka-llglliß veruriheill, den Beleidigieal die ch-iibTteandiisbe'lianiß in der Z'ilaiig'„Die Bost" zugesprochen i;uf an' Niibralichbarmachniig.der inc, iminirten Stellen erkanrn. 29ie ans der Il^ibeilsverliind gnng Lurch den Boisilzeilden zu er-ehen war, erachlele dez lüerichlsbos die 'B-leidigiliigen gegen den r'ebrer Hei'eke 'lir vorliegend. Bseiin' allch der Bornu,' der Un-eelliiai dem Angeklaglen bezüglich der Beeihiiachisbe'chcerirng mit d'ie.in nicht eemackl werden lönne. io sei doch der Angeklag'e. kür schuldig be- 'anden. len rllner >>ei'ele beleidigt zu,!''gen. B.-.w die übrigen, bei der Weih nachisueluiiiliiiig in Frage' koinmendciL beleidigten Lehrer bannt, >o liege be snalich dieser nur ei» Slra'anlrag des MagißratS 'ür die beb rer vor, der aber nt 11 z.lal>giei'eii lönne, da es sich um keine Beleidigiliuz -in Bezug aut den Berus der Lcbrcr bandle Auch schwere Beleitignugen des Magistrats habe der ''ü!ichisf.e' ':ir vorliegäiid eltichiek, 'einer Bcleidigiliigein'der. Schuldevillaiion, de: Schnliii'v.elers Dr. Zwick «nd der st.iklnchen Beyvallung. 'Eine Be leidigiing des Dr F , e ud e» be rg'habe.der läerichtsho' gieich'alls stir vorliegend erat let. 'Der ''Ulichtebo' babe Eine 'orlgeüble n.indiiiiig angeiiommen, die au' eine ein!. uluve Willeusaußernitlz pirilekzu'iihren >ei Zu inuusteu^öes Au geklagteu wl'che 'eine Uube''cholie,ibc,t, und daß er in manchen Fällen durch llrtbekle.zu .dei^vieiltling gekemmen 'enr mag, daß ei in der städtischen Her iralliing nach'l'eltti'cher "'linst gel^. D er «üerichlsbo' habe sich ans der münd' lich.n Beil'antlulig »ich! überzeugen tonnen, daß ein einziger 'olchcr Fall er nae'-'N 'ei Ei ''chirelend 'alle gegen den Aiigeliaglru ins «''ewichr, daß er die .vi, »nt iie.ch,» ,r ’c lange gembeiler, in die'er B.'ei'e önenllich bloßgrstelll und 'iiile v.-. r',!l'Bel'ö.diN IN solcher Beeile be'chilM"'l babe' > ' -JUitini '.'Ittcutatc auf Dn>j Hosccrcillonic». ras ..Icntfciio t.)! t" 'chlagi Alarm Die bö'en ,'llden, «Ib'll cs tlllld und ni Win-tf; n dilen tln Larads und Nebektas ho'säbig niachcn, ikad das ..B.'i e u,: a a a r iaif“ hätte darnüi eine Aeiideriing des Hör Leremollieils verbingi. lieber die'.' dreme» Ziidelian'chläge war das .. I.'Kt'fli BeUsbial:" >o nirchierlich .eiii'elZl, daß es erst nach zwöli .ragen zur 'Bennniiiia lam, wvrau' es sich zu dein Eittschliine an' rante, die Ll«!ii>emire:,weli zu ala^inircn Laszi die angebliclie Besorgnis; des .inlis.i'.iill'ch'ii Blattes nch irgendwie. begriinden? Um was handelt es dich'denn in tie'eni.F> ,nl Budapest beschwerte' sich der Ah gesrdii'ie 'l^a z >n . u d da.uber, das; der -Bräsidcni des liiigariichcii A!'gi0!d».'tdlil ul'es, -venu, er -.uin 'aiaifer koliune, erst als Zehuler in der Anll'e ll den Audlenziaar getaneil »erde Diese Beschwerde per -iiulaszie dis ..'&?!*>> •; Dago,alt''. überhaiivi eine zeitgemäße r»f cf otm ‘' des Ho'L'.!'.»:o»iais zu be'iirwonel.t.-und daraus tolgerle das Ämisemitell - l'Iatt. alle i'viriiif'.".: neuen I . 'fähig Es lief? nun• cm wiittes l->'e>chi»!pse gegen, die Fudeii' 'tos, perdächiiglc deren Lonaliläk,. machle iilikeiihaingsle ."irabsstsze vor dem hohen «^ehurtsadel und rief niil V0'''irucljcr 'EiilrüÄnng aus: „Ein Zildenigatt wagi es, dfe Allt'hehnng des von siai'dr >iarl VI.. dein LAiker der >ede»l chrittlichen Detter vcidia illirergdsz'.lchLli ai'erut Biaria rheresich, eingeriihrlen s'vai>l''che»„ slreiigen .Ho'eereliioltteäs'zll verläli,gen. 'weil diese strenge .Hos'Eiaats ordniing dem «--'eldindeliiliuiii inekit vaszr ‘ liniere Ansgahe in es nicht, Ki Anwalt eines andereir Blaites zu iein, und wir 'ehe» daher von \ ,, , _ “ Nr. 3. den pöbelhaften Auslassungen des .'tiniseiniteiiorgans gegen daS „wiener ^Tagl'latl" alu uns erscheint aber dieser Fall sehr geeignet zur Feststcllnug der D.ualität der antiseiuitischen TagcSpresse in Bezug auf Gesiitliung und Bcsähiguug. äiaiiii daS Begehren »ach Reform eines ans sriihereii Zahrhnndcrtc» skammciideli Hofecrenloiiiells als die pflichtschuldige Ehrfurcht vor der äironc verlebend ansgeschrieen. werde», ist dasselbe 'dennnekrl>ar'? Gewiß nichl! Auch Fürst Bismarck hat einmal über den ihm vom .Hofmarschall aus s^rund deS .Hofeeremoiiiells angewiesene» Bla» zur Theilnahlilc an einem Hoffeste öffentlich Be schwerde geführt, und ein zweiter großer Ä>iniin, Prinz Alois Viechteufte i», wird es vielleicht ebenfalls schon uiiaiigeliehllt enipfunden haben, -daß weder seine erste Geinahlin hoffähig war noch seine zweite es ist. Dt> alle „Geldijiide»" hoffähig werden wolle», wissen wir nicht, und der.Artikel des „Beicucr Daghlatt" gibt uns darüber keinen Aufschluß, den» dort ist von (^clK und sonstigen Fiiden auch nicht int ent« seriikesten die Rede. Rur die antiseiiiilische Znlerpretatioitökunst ist imstande, dort „t^eldjuden" Heraiisziisiilden. Aber selbst, wenn dein so wäre, wie das „Deiyschc Bollsblatl" zu behaupten ^ür gut findet, wenn wirklich eine Anzahl von Fndin nach der Hoffähigkeil lechze» würde, köniiten wir darin keine olloimlimt erblicken, chev alles Andere. Für das diniastische l^efübl jedes giilen Oesterreichers itt es dagegen ohne Zweitel verlebend, iveii» ein in Beiew erscheinendes Blatt es wagt, die Aeußernngen eines geittlichen Bereuisredners zuftiinmend wiederzilgehen, welcher leinen Anstand nahm, znr Berherrlichung des Fäardiirals Migazzi, dein unvergeßlichen Lohne der großen Kaiserin, dem Zchäber der Menschen, Berbreitling eines „verstachten" E'hrifte» khiliils und „zerstörendes Beirken' nachzilsageii. Fllonal waren die zu Ehren" Lchönerer's veranstaltelc» Teinonstratiolien vor dein Maria Theresia Denlinal, und enipören.d int höchsten Grade min das würdelose Benehme» so vieler Äiitisemileii in jene» lrühe» Tage», in denen Desterreich de» Berlnst des -siro» Prinzen helrauerie. Auch die gciileinderäthlicheii Erpeeloralionen gegen Bii'chos rlt'ina», Erraten Bouibelles und Ritter v. Weile», deren Tendenz sehr durchsichtig war, erschienen vom Ltaiidpiinllc der Lovalilät und Piekät weil verwerflicher als selbst 'der nubegrüiihete Wunsch eines jüdische» Parvenü, Zutritt bei Hofe zu erlangen. Das „ Teuksche Bolksblatt" hatte, wenn eS seine, Lache' verstünde, das E'apilel der '.'widitiit nicht hersthrl. Allein es versteht eben seine Lache nichi. Es ruft der Preßbehörd'c „Bravo" zu, wenn ei» gegnerisches Blatt cpitriuiiit wird, während sogar das Drgan. Lchönerer's, als denen „Lchristleiler" ein gelernter Zückerhäcker figilrirt, so viel journalistisches Lchuttichleitsgefül^ besitzt,' eine solche Beifallsbezeigung z» nilierlatten. Tic Dsternnnilner des „Teuischen Bolksblatt" enthält ekne Roiiz über einen Münzprägiingsschwiitdel und eine Pfäiidnngsgei'chichke: schon ans ch'ücksicht für — Lpitzen der eigene» Fractio» hätte», aber, derlei Roiize» nicht gebracht werden sollen. Am meisten versteht der Wiener Antiseiiiikeii-Monitenr noch „Rreuzzeitiings"- und andere Berliner Artikel als Eigenbau vorzusühren Diese Bcrwerkhitiig piiblicistifchet! Producle des Auslandes crleichlerl ihm sei» aiiliseiiiiiiiches Peiisuiii, aber auch da kann er sich grober Bcrstöße illckit erwehren. Erst neiilich (Rnmmer 1180, Abendblatt vom I<>. April) war i» einem wiederj als Lelbsterzeugniß präseittirteii Artikel über <''ewehrlieseriingeu>- sin ' die deltt'che Armee „EiitHülluiigen" deö Gettniiiriigsgeliott'eli' Ahlwardk zu lesen: unser Heer, unsere ttämpter. Das „Teutsche Bolksblatt" nnterninunt nicht etwa einen LUlssichislo'c» Beri'nch,'die'erzürnren „llnversälschlen" zu versöhne»; nein, es bringk nnv das Rnnstttiill iirrf)t zustande, das Pronoinen „unser" durch das Adjeckivulu „denisch" zu erseve»,-1'lnd so was will andere Blätter nmbringen!. ' . ^-> , lOicgtlt .vSctlcnulnuc.) Wir erhalte».folgende Zuschrift: Zn gut laiboliichen >4reifen, nift das Borgehen jener Hetzcaplane, welche, der rohesten Fndenhebc, >vie sie einzelne demagogische Ltreber z» ihrem Londervoribeile psleg'cn, durch Brandreden 'Borschnb leisten, große E'lltrüslnng wach, inid Kis sürsterzbilchöslickse Evlisistorillin soll über diei'e Liilninnng nicht länger int Unllaren gelassen werden. Auf das Berbalten des lebleren sind wir gespannt. > Alllisklllitischt Arroganz.) Eine Lchaar Wiener Antisemiten ' uilieriiahin aiil-Dstermontag einen Anssliig nach aiirchberg am Wagram; dort gaben sie aber^ihrein Ilninuth darüber Ansdriick, daß sie mcht von der 'k'h'ineindevenresung, beziehungsweise vom Bürgermeister einvtaiige» wurden. 2eit1 wann bereitet inan ungebetenen lsläste» einen reierlichen-Einpsang? 'Die anliseinitische Anniaßnng war noch widerlicher durch die Art »n^ Weise, ivie sie begründet wurde. Die Herren Aiitii'emiteii meinten: ,,Wir laste» hier unser ksleld zurück »nd härten -schon deslmlb vom Bürgermeister begrüßt werden -sollen." Tiejenige», denen ste ihr i^eld zinstickließen-, die ven'chiedenen Wirthshänsrr, be

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