Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 3 (24.5.1892)
- Date
- 1892-05-24
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Freies Blatt., Nr. 3. Gegerr^oen ^liitisemitismus. X“ic '„'.'Iorb/cutirfjc Allgemeine welche $itr Zeit, in de» Aiiv't B/smarck die anlisemilische Bewegung als brauchbares Mittel zur Uiiichädlichmachiiiig einzelner seiner Gegner gerne sah, dem Ankiiemilismns wohlwollendgxgeniiberstand, hak nachher,' als der Anrst dieie l^'eiüer wieder loswerdcn wollte, von cineni. abgenützkcn „tkreiz- . mittel“ goivrochen, »Unter dem „nctich Enrs" führt sie aber eine lehr eim'ctnebene Spracht gegen die antisemitische Agitation, hebt deren revolutionären n»d demagogischen Eharatker hervor, .ja sie eignet sich sogar -das i'cinelzcir von trage» Richter gestochene Wort an, der Anti ch'emirismns ,'ci gefährlicher als der Socialisiiins . Die ^Norddeutsche Allgemeine Zeitung" kann ipoht nicht nmhin. zn bemerken, der Anti seniitismnS.mochte anfangs als,Reaetion gegen den Gründiingsschwindel nicht ohne sittliche Berechtigung geivcsen scln,- Das ist allerdings grnnd sal'ch Eine mkliclse.Berechtigung hakte die Ondenheye 'niemals, 'War. doch der Aude Vaster der erste, welcher als, deutscher BolkSvcriretcr den t^riindnilgs'chwindcl bekämpfte, "Die Beuierkung des Berliner frei willig gonvernementalen Blattes über die vielleicht tadellose tilgend des ' Antisemitismns scheint übrigens keinen andere» Zweck zu ha ln».' als das eigene Berkalten, in früheren Dagen zu beschönigen Was die ,.'.'>o:ddeut'che Allgemeine Zeikung" sonst ansfnhrt, um por der Auf »ahme des Antisemitismns in das eonservative Programm zn warnen, ist i.chr bemcrtenswerth und verdient auch zu '.Vin? und Ardnstneii der Eonfeidaiiven in Desterreich verbreitet zu.werden. Das Berliner Blatt schreibt: - i7r Ämiiemit,Sinus fei heute mit Elementen '.'cibuiideie, welche aus das Piad-.eai ,'liier gereckucn, vorurlbeilsfreien, buinauen Gesiniintig mir sehr be 'cvewcne» «inuru.l, hgt!'i, llr.tfi ihrem Emst,iß verkehrte sich diesittliche Re Zellen gegen iKii'i»;-.:: beriwitretene-c IIMniii^M2.II -II nih' H ev e gegen di e? ia a l' arge r au o> a i> il\.» Glaube 11 -? oder j irae l i li' 4ier verknnti. linier cl' em Einfluß artete eine Bewegung, ivelche, wenn ne als eine ivirkfauie -'»d '.naba-.e uw erirci e» fällte, an das arpelliren mußte, iva-karistokratisch ,n ,n> r.'nstäien -Dtarakter. a» Lap :■ ■ ■■■■ ■ kap-eik-», Atäradünn, Uueilzeniiut-igk-it und eine Demagogie aus, ivrlche auch den t ti. üeu '.Ritte:,, gegennde: ,'ich nick»: all;» lbälileciich zeigte Der Am, ni.usui!.?, w,,- -7 nch hempiiage qestilie: hat. verlevr in stärlerem u.a-' a,s i gen: eine andere Pa et r ia g: la l i o n. auch die social!U .! , m' che u i ch : a »Sge uö I» :n e n, die l'S-ide» fundamentalsten >»'-< nn 7 >° e -iuee e e:: '.e r r a l i veii Politik: Sachbichlcit und Wahr i : La - uud P : r ootiti'chen W ic-ben des AnlneniitisninS sei in dein :>:u,:us!' ,:::aue„, M-.7 doch dülkie ein Moment des R.ichdenteuS, - u, , in auch de: l-e-chrLiikiesten ,>n:-.-Il:gen; klar zu machen. daß, wenn , ,u Pe-'p.e: : ou 7 r Bö-.'e beute alle Eol, n nndä'eon ausgeschlossen würd.-n. eb.» «niete.Müi.er üud Schulde an deren Stelle treten wurden, und >' ee ru.l .an; genaudas-'elbe, was ne pari',-,- Ivar. wobei 7ch A:age 'nr 7er Ang-i l'.! uuero:iert die Heu >»Ue, ob es nicht clieusalls eilt uueon'ttva --' uru -n au. Siunvtoiue» 'ei. iivnn imuier gegen ..A.is<chreik»i,gen" . , ch - 7 . .ihren: eS 'ich dort, meh. »in A'.ts'chreikungi'il der . IN die Bör'e' g-'lien. ohnedurch ihre Pe.u'sthäligkeit -i geudrie .'.zu : e.a„..igi sein -Nemo das ötfenlliche Recht' beriibrenve Agtton?A>! ,':uero.u:u. ja nicht einmal als'legitim geilen, welche ihre ii,:>t. A! rcht!, au UI 7:. Adrui eines ««c.'eyeinwur'eS;>l bringen re,mag. dR eie» 7 .b!< Anii'euiuei'. irel.chc die'revolutionäre und demugogi-che e AuiiaiiSn abieugneu loolleu. si h beeilen und einntaf kur;' : st ll'ir: ^udc wird durch die Pol^ctl-e'-örie gruieu 1,,-f 'PiU.-K.-üJ binnen uerzeh» Lagen gh.-: die : r. uiaiüren'b.s m„<: wirttiä, „ich! llar gelraiden ' f a ii i :■ m f:; „ v o n der .Lniknrhölie des es : r einzig greifbare 'ieru'ab il>e r a»'' .ii L.-.l.'n I e v t uud.m nier 7 .,r . j, ruä in>'o chounie iinirn 7:e Ainivorl, die stsich-an' '-.lLit '.' Ut'74. - 'rlls keinen .',,reüe! darüber lassen. i» 7'.' ' g,e ' , 7 ,> s s) i e l des .'l n.l i >' e in i I > S ni n s. m ' : i be. „iit,;• \u streichelt 5 •' P>ru'i I dl'n U m ü iVrr ' bringen,, wonö^lich ne-.klies i ' »’vi.lifR dcr ' Olli-*?muä plane. ■ längst - in einem schreiben au das. Blatt 'ai Tiiitninintq über die 'Bertokgniig der e , v!:<t Ni S > i i.: I' 'l. a ,i i t est R.l i'o; uh 'Riiülatid '.'lu-A-iut ^-gebeir. Dieient B.'i'p-ele ist »nnmrhr i L .. ill . r ge',- gr. 7-»'ei, ^.lirelb-.-u l-anur: MN' >:s/.rirein ti.-'ü -e' »üdauern, nm- . m Rasendan-; id.-Ulk.-n. ,u welch - l 'S' iin'.n NIM aa- . u-ui,- .ib-.-all d: ,l> eil Ä7.ist. ü r.- guleUig,»,-, 'i.'.iiu Nb .Ut-'-iichnei . -spie ha'.-.-II IN Eugh, id .-'nie .i.i.i i , P i.: »ich- - ■ P: ti i.- acit :.l-udeu r l.k.l'i.'j . .1. „ i:i •: IN M-: »va u g.-iro'l behaupt.-». . daß teilt Reän.- z. ,g:' iv- Nie üe j.. -yt besiueu.' :v:liIkö; zu mcin-ni P :.mern m iin bloß in; 0*1" ri- 'chki. Ivli" 7ii: ,t> ini'--,-e Er'ahrnng, ’t'II Uli' ■ .-i 'eil -bin b.-sil>eu. tollnäiidig ■ A‘\Mi i? -, gute »i .!,it rger und gilt,' lliiie,- '■»' uim; :trf<-.rn n ö.lde- , au'.ge<ein '' Ol. P-,I<reck<- < <'u -rrr an Ic >>Iu .-:ii! Procefr Ahlwardt. ‘ Der vom Staatsanwaltc v. 7>?)sei n ba ben als gewerbsmäßiger Ehrabschneider gekciiiizcichnctc Berliner Agitator Hermann Ahlwardt hat sich durch die über ihn verhängte Gesängnißstrasc nicht cinschüchtern. - lasten nnd. seht' sei» BcrlcumdnngSgcschäst mit einem einer besseren Sache würdigen Eiscr sort. Dieser Ahlwardt, welcljer seinerzeit in ' Wiener Antiscmilonvcrsammlungcn''so gcscicrt wurde wie Vncgcr, wenn er -zur Beruhigung der antiselnitischcn Biitbrnder daö Gclöbniß .leistet, - sein ' liebes?,ch keiner k^esahr ausznscvcn, .lwt kürzlich ein Pamphlet , gegen die Vpwc'schc G"vdh>'sabrik verössentticht, welche er beschuldigt, hlindertianiendc' mindcrwerthigcr tsiewchre abgcliesert zn haben, »ui s Deutschland im RriegSsallc dem Bcrderbc» preiszugeben. Der Inhabcr der Eiewolirsabrik hak sosort nach dein..'Erscheinen der Schmähschrisl! dieselbe dem vrcnßischcn >iricgsminzstbr eingesendet und um die Ein , lcitung einer Untersuchung gebeten. Inzwischen'aber drucken auch jene! Antisemitenblülter Ahlwardt's neue Berdüchtigungen ab, welche nach ' seiner lcpthin erfolgten Bcrurthcilnng jede sisciiicinschaft init seinem - Dreiben' -ablengnen wollten. <-'ahinn>mn; aiidäeti-i'. sempor ali<>ui>l i li.n-n-.t — ist ein ("nnt>nii?, nach welchem auch seile Antisemiten vcr ' sahren, ipelchc wie Dürt kein Vatcin verstehen. Was für tockes Bong Ahlwardt seinem Publicum bioton dars, : beweist eine „EnlKüllnng", die er jüngst in rinca- Berliner Bersamnilung , gemacht har. DaS Altontat 'Robiling's ans .iiaiser Wilhelm I, sagte , er, sei »nr begangen worden, um einem jüdischen Berliner Arzte.zu ' einer guten Praris zu verhelfen. Bevor das Attentat stattfänd, sei jener > Arzt schon längere ^cil vor dem Hanse unter den Vindcn, vor welchem das Attentat geschah, gestanden und habe ans den Moment gewartet, in welchem, der Mordainchlag errotgte, um dann sosort dem verwundeten aiaiser seine ärztliche Hilfe anzilbicten, womit fein Glück gemacht gewesen ici Derselbe Arzt chabc Robiling später im (R'sängnistc behandelt nnd den nnbcgilcmen Attentäter, der möglicherweise etwashätte vcrrathen tönnen, vergiftet. Das ist nicht mehr eine, wie Präsident B r a n s ewetlcr Ahlwardt gegenüber sich ansdrückte, ans siasseegeträtsch alter ' ,tränen anigebaute ehrenrührige Behanvuing: das ist schon eine ab sichtliche Unwahrheit verbrecherischer ‘Jiawr, dazu bestimmt, leichtgläubige Dhoren zu Erccsten zil verleiten. ' Ueber die ersten zwei Berhandlungslage des im Aebniae gegen Ahlwardt dnrchgcsührten Proccstes hohen wir in - ')uv 'J des „dreien Bl utes ', rcserirl. Wir lasten hier die BerichlcA über, den dritten und vierten. Berhandlungslag folgen: Am drillen Perha»dlun gslage wurde» weilere Beschuldigunqen Ablwardl'S' gegen den Magist-eal erörteil Tr. Hermes halte nach einer MitikeilHiig die Ablwaidl von einem 'aniiiemili'äte,, Redaetenr Lachldr vernomineii hui, nach einer gehxini,„ Tivnng des Magisters dem Banauier Piiicussoh» Miilh-il-ing davon gemacht, dast die Lladt beabsichtige, dort eine Markthalle z» . crrichlen. und Pille is-ohn habe m>» daS in Arage ,,loininendc 'Gnindslück . ''chleniiig'l aligekanü und mit nngeheii-em Rnven an die 2ladt wieder verkanst. :j-->lge Akoli Pineu ssöhn >'agl: Es sei - richtig daß er seinerzeit die <^,uiA,',näe fnr die Markthalle in der Torotheeiislraße mit einem.Nutzen von ■J im,<il Marl an die Ztadt verlaut'i habe. An die>'ci» -Annen'fei aber auch '■•iii Doeüis belbeiiigl ge-oeieii.^Lie haben die betressenden Grundstöcke im Äall e 1"-1 vÄi de, Hppo lieken Adlicnbank, mit w-lcher sie in Verbindung . üaiiden ' geta ,'l. Und b-abiichüzlcn, vier Parcelten dirans zn machen. Sie haben dieselben au,I> enieili'-in de,- EKansi-enraße wohne,iden Herrn Schulz znm .lianse onge'eo en. Als.daraus nichts winde, .baben sic versuch,, die Ba»erla„b»sß;» . .-längen. . leie.be »mr-e aber tan, Us ichht ertheill Sic leie» dann mit der T-nler'all iell-chi'l -in Perka7lfh.'erln!id.ai,g.'n geirele», nachher lnben sie vor i ’-.i In, das A':ulL7iiiii1 dadurch zn verwenden, daß sie die Schadowstraße bis! znin R>-, lis-azSick >- dnrch'.egie». Sie baben sich diei'erbalb auch das Nachbar : g iindnnck :>» fiffidi.-.-t' iii,P ein Projecl snr die Turchsuhrnng ausgestellt.! Lasieibe ->! auch vou den nädiuch-n Bebörden geilehmigt worden,' die Polizei j babe es ebenfalls genehmigt, d inu gin.i iza? Proieei an den Arboilsminister zur : Po lcguug an deit^>i,->er ,g-,iii> oder <cch< Monate später sei der Makler I Le.I.mioh zu i'.nn gelommen, um zu Kören, öb ce die c^rundstitcke im Gänzen ■ i'Oit.ViK':, geneigt fei. Er liibe sich dam,'de» Preis lägen tasten und eröffnete i' nnn en'i. daß die Sladt die ldnncke im zu kaute.» beabsichtige. Er, , ^enge, äi dann zu den Staenä-Hen Runge, Ebern, znud Poigi geladen worden, i dori babe er sich bis zu. einem bestimmten L-rmiu gebunden, er habe den! Heilen lerne >!a«<>er,rä ,0-vo.gelegt, "der Preis fei lierabgednickt worden,' und - iäi'ießiich iei der Perl n,' .ziiüande gelonime». der Zeit, als er das lÄrnnd j siiiä lansie. habe' übri zens ein P i'chlstß. des Ai irlllpUlenenrawrimiiS vor- I gelegen, in lener »iegend eine Ai'arlih illD iii In zu erd me». Er erkläre unter 'einem'Eid.'. tzttsl lv.-der Dr Herup-S »och irgend ei» Sladlverordneler oder ein Raginratsniiigtikd ihm vor den, Ankäufe des G uiidstnckeS '.>RillIieit<»lgcn oder 'sdi.d.'iiln'ngen über, den Plan, dort eine Äarkiballe zn erbaue», geniacht habe. Er iviiete jeden, der io clivaS aus geheimer Sivniig der Stadlverordneteliver- ' 'amlnlmig oer alhen würbe, »ür ciiie» Schurken Kalle». — Ans die Porballnng ' des Angeklagten, warum er denn aus alle diesbesilglichen Behaiiplnngen in. .der Presse nicht reagirt habe, eikläet der Z'nge: Er' habe seinerzeit das ge- : sammle ,z -ill,ngSi»aierial seinem R 'chtsanwalt, dem Diusiizraih "Arnold, über. , i reicht und auch die Sleiiögramme. die ec ans den betressenden Persammlungen : ii -.be an'.-rtigen lasten. 'Aach Ansicht desselben ivar es aber nicht möglich, die! --P-rlemnderanznässen - Er hals,- dann -„-einer öss'Mliche» Perämmliing den I Herrn Pickenbach gröblich beleidigt, um am' diese Weise denselbe» vielleicht -