Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 1 (10.4.1892)
- Date
- 1892-04-10
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Freies Blatt. fi. -adr dank der Angeklagte gesagt: „Ja, Sie, haben Recht, ich sehe et ein, " nver machen Sie an« der Sache -licht«." Der Zepge will daraus geantwortet haben, baß die Lehrer, nachdem die Sache so weit: gediehen, dieselbe zur Anxige bringen wiirden; da habe dann der Angeklagte plötzlich /inen anderen To» angeschlagen und geäußert: „Run, dann werde ich mich bi« aus« Acußcrstc vertheidigcn, und wenn ich stürze, dann stürzt da« Iiathhan« mit." — Der Angeklagte erklärt die ganze Erzählung de« Zeugen sür vollständige Erfindung, der Zeuge hält jedoch unter seinen, Eide jede« Wort ausrecht. — Ter Angeklagte will gar keine sprivatunterredung mit dem Zeugen gehabt bade» und betont, daß der Zenge oder seine Frau )amty noch andere Tenüiicia tione» gegen ihn loSgelafien habe. — Ter Zeuge grW z», daß er den-An geklagte» au« freien Stücken und ohne jede Anstiftung von dritter Stile der Schulbehörde augezeigt habt, al« derselbe sich damit beschäftigted c in F a b r i kanten Thomas S rdc» oder T itcl;n beschaffen. Auch noch eine andere Anzeige habe er gegen den Angeklagten erstattet und dieselbe durch seine Fra» schreiben lasien, er erklärt c« aber sür eine direkte Unwahrheit des Angeklagte», wenn derselbe behauptet, daß er. Zeuge, in irstend euuun Falle planmäßig mit Herrn Schulinspeetor Tr. Zwick zusammengearbeiicl habe, um den Aiigctlagieii zu verderben. Lei Gelegenheit der Thomas'schen Titel Assaire behauptet der Zeuge auch, daß der Angeklagte ihm eine« Tage« getagt habe: Er habe dein Thomas die Geburt seine« Sohne« angczeiat und derselbe habe ihm dafür ItXtO Mark zugesandt. f Seile 5. Stadtschulrath Dr. Zwick bestritt auf dg» atlerbeflimmlesie, daß. ihn i» n amtlichen Verhalte» gegenüber dem 'Angeklagten irgendivelcher Porwurk seinem \ tresse. Instizeaih Tr. Horwitz überreicht ein Berzeichniß der Mitglieder der Schiildeputation und der Stadtverordnetenversammlung und betont, daß unter vicrundLwanzig Personen, wclchc^der Angeklagte al« Inden ausmarschire» lasse, cts evangelische Ehristen seien. Rektor F.ieh erklärte c« sür unwahr, daß er von Tr. Zwick zu Spione» dieiistcn bezüglich Ahlwardt's benutzt worden wäre^ A lilstkp'rdt berief sich -- die Schuldieiierrfrau Aulnick. Ties« aber tonnte sich al«'Zenstin „nicht er iiinern", worüber Ahlwardt sein Befremden kpukgab. — Ter Präsident hielt dem Angeklagten vor, daß solche Entlänschiliigen nicht a»«bleiben können, ' wein, man seine Behaupt» »geil, wie er, so oft auk Aaf t'cegelrä''h alter Frauen aufbaut. - Mit Bezug aus die Behanplung der Brchchme über die Boriheile, welche die städliiche Sparkasse säst «»«schließlich ."lud-,, ae„,il,>>. -N-- Mamnirolh, >vcl,I,er ,e»>e Stellung al« Borsibeuder de« Euratorinm« der städtischen Spareasse dazu benütze, sich und seine» Freunde» baare« Geld'Zn verschassen, indem er Wechsel al« Teckung dafür hinierlege, äußerte sich.'lämmerer Maaß: Tie Sparkasse legt ihre Gelder in Grundstücke» und Hupotbelen an und di«conlirt theilweise auch Wechsel. Tie Belegung erfolgt in ganz bestimmter, im Statut vorgeichriebener Form. Jede Cassenorbre zeichne er selbst »»:. Tie - Sparkasse versüge über Bestände von etwa -137 Millionen Marl und gebe eine» Theil davon ans TiSkgnt. Er selbst habe al« Ehes der städtischen Finanzver ■ n-allung eine. Liste aiisgeslcllt, in welcher alle diejenige» Häuser, welche sür die > Sparkasse kreditfähig find, nach .Ralegoric:. Lenau verzeichnet fine-.> T.e?-' Ti« - eoulen werden von dem altbewährte» Malier Roihstein an der Botte gek.msl, lilid man sei ost sehr sroh, daß man TiSconten beloniine. S.tadlralb Mammroth babe die Besugniß, statutenmäßig zu beleihen, wie er null, er habe aber in ' zedem Falle bei der Sitzung de« Cnratorium« von denangelegte» «Geldern 'Miltheilnng zu machen. Tie angekaufte» Wechsel werde» Stück nie Stiui genau nach der-Liste ans ihre Giite geprüft. Sb 'mm aus der Liste beiweilem mebr - Jude» al« Ehristen stehe», wisse er nicht, belaniillich aber >ei ta eine größere Zahl der große» leistung-fähige» -Bankhäuser in jüdische» Händen. Tie Liste werde ihm von Zeit zu Zeit vorgelegt, und er berichtige die'elbe ans Grund der Mitlheilunge» vo»> BertranenSuiänneru. Er könne inillhcilen, daß bei der Hauptkafie und der städtischen Sparkasse;eimwc 174 Millionen 'Mark ver fiigbar wären Tie Firmen.habe» nicht beftiinnuen Eredil, e« weide aber streug daraus geachtet, daß nicht allzu viel Eredil gegeben wird. Für die Ber walllinz «'ei die Hauptsache,' ob eine oder zwei .Firme» au« lit A der Liste auf den Wechsel» stehe» Ihint sei e« deobalb auch gleichgiltig, wenn ei»! Wechsel von Herrn Schnitze oder Müller gelaust wirk, wenn »nr Bleichröder- oder Wa>schauer oder die Ha»del«gesellschast auch tärans nehen. Er babe nun da« Wechselbuch noch einmal durchgesehe» »ud gesund«», daß im Lame von zivei Fahren beieinem Wech>elbetra>ze von -««> Millionen Mail etwa sieben - 'Wechsel sich vorsande», wo ein Giro der Banlsirnia Robert Mammrolh sSohn de« Stadtraihe« Manunroeh' daraus -stand, während Aussteller und' Akkeptanlen Firmen erster Güte wäre». Al« ei» derartiger Wechsel eininal von dem Makler angekaust wölke» war, habe Stadlraih Mamnirolh in übertriebener Pcinlichteii aus eine» EuratoriumSbeschluß gedrungen, ob er solche» 'Wechsel auuchmeu i löntie. Ta«,Euraloriuiu habe eiusliiiiuiig beschlossen, daß Stadlraih Mammrolb solche Wechiel absoliil nicht ablehiic» chitse. Wa« die Belegung der Wechselgelder betrifft, sei die« in legalster 'Weise geschehe» --- Ter Angeklagte betonte, daß durch die Aussage de« Zeugeil »ach seiner M,st»ung trar erwiese» fei, wa« i» der Broschüre stehe, das; nämlich die durch die Gttailimlheil ausgebrachte» csiädiische» Gelder hauptsächlich den Juden zugute kommen - Ter Präsident! nieiiit dagegen, daß die Stadt solche große Geldgeschäfte »iil H.au«- knechten koch nicht machen tonne. 'iFortsetzung folgti« Tu« Enr,normt» der von Baron Hirsck, zur Földernng de« Brlt«- schuluiilerrickslk« unter dcr.israclttischc» Bevolteriing m<La > > zien und i» der Bukowina in« Lebe» gerufenen Stiftung versendet nunmehr feinen Bericht über da« erste Berwcklinngojahr. Tic EonslitnirilUg dco- Eurcklorinin« erfolgte am 7. Februar 1SUI Anwesend warcil hiebei siiu^'zclin Mitglieder de« Eniatorium«, niilcr-diesen auch der 'Vertreter dco Stifter«. Tr. o 1 n. Al« Regierlingdeominissär war der Statt halfereiralh v. S; a w l o w «k i el-schicuen. Fniii Präsidcnie» wurde Loses Ritter v Fürth gewählt. 3» seiner Begrnßikng«ansprache legte der Präsident.. biJ Hirte der -Stistung dar und beiucrktc dabei Folgende«: Die S-fiftung wollt nicht die- Äiudcr eiuc« Laude« ihrein engeren Bakerlande entfremden. Arbeit und Gesittung.sollen sie vielmehr ihre» Mit bürgern näher bringe». In dieser Wirksachttcit liege die patriotische n»d die cnlturelle Mission der Stiftung, welcher iliä» »idn »achsagcu könne, -daß sic die einseitige Begünstigung xstmr Rar/ oder Eonsession sei, da deren Wirkung der E'esaininlbcvöltmlng Inguke kommen soll. . Tic Stiftung übernahm sofort diTZSäiulew für israelitische Rinder, welche r.m der Israelitischen Allianz >in« de»' ihr' von Baro» Hirsch zur BciIigvng gestellten Mitteln begründet wurden, und zwar die Schulen in Tarndw, Re» S andre und Bo,r»«law sowie spater die Schulen in Eh/za»ow, SianiSlau, Roloniea, Wolanka und die Handwcrkcrschnle i» R'ra^kan. Au.ch,beschloß sic, die Sächte von Zablocic zu siibvciitioiiircn und cbcnso jette von Bro^'U zu nntersttttztn Eine »cur Schule wurde in Burzaez in« Lebe» .gcrnsen. A»t. Schlüsse de« Bcrwallniigojahrc« waren' in den acht Bolk«sch»len. 17^• Rinder eingeschrieben mit einem Iahrc«anfwa»8e von 31.877, fl. An Subventioiic» wurden i»i Jahre 18*.'l verausgabt >>>>»,fl , an-§kipc»die» wnrdtn 3l>.,'»'>>> fl.- verwendet. Für da« Jahr \ ".r* «vnrdc die iErrichtnilg von R i ii d c r g ä r l e» st» S t r », B? i; u i v 'B'itowinast und R la's no mit einem <Rsa»iinta»swa»de vo» äu.'id fl., ' dir tLriindniig vom ciurlassigeii Bolkdichulen in Horodc.nka,. WiSnic (^alizicni, Brez«to, Mielce und Tarnobrzeg, mit . i'im-m Rostenanichlage von 10 ii(K) fl, beschlossen Ucberdie« wurden '-r da« Jahr 180L Subveulioiicu für die .Handwerker Abend . > ch u l e u in S a m b o v, I a r n o w, ti l, r z a non und T a r » o p v l mit 130>> fl,, volirl und an S>ilwc».tio»en pro 18'.'2 fiir die Schule in .Ula'now »ich kür Anichassniisf wo» Lchruiiltcln für Ren- Sastider und l^orlire und die -R orbichule i„ .r». .ve,ö,v,s-uno Ankaut von Rlctderu wurde» 70SO fl. vrran«gabl Tic von der Iiraclitische».A4l,a»z in« Leben gerufene Haiidwerter schule, tür welche. Herr Tr. 'Arnold Rappavori-v. Bora-da ein t^ebändc-errstckue» ließ, wurde vo» der Sliimug ubernömnieii gegenwärtig»« Ialireobudgei 14 ‘.'?0tl .11118 wird in eine >'ür >0 Zöglinge geeignete Fachschule sür S ch 10 ist e r e i und T i s ch l e r e i ünigcsiallcl. E« verdient erwahm zu werde»,' daß ü> Uebereilisiimninng mit Ar titelt» der Statuten der Stillung die Schule in Wo lau ta anch vo» 3* chr i «-bi ch e n Rindern l eiudtt wird, scheue» ein Raicchel den :>religio»«»>^lerrichl eriheili, T««gleichen wird anch die Hchich'sche Siikinng«schule i» Zablo.rie von christlichen Schnllindee» ireaneniirl. Ter-A»«wei« de« Schatzintiner« Herrn S. Ritter v Bauer beztsse-rl den Ro»ii»alw7rih der S»siMig«esserien mit i'>,'.,7ii*l.,3l H '.•<) Ir. Tg« „ÜMjltmrifrtlfir WOItl Ritldtkiuord.' Benierleiidwerth ist wohl | bie historische Ihatiache, daß die der verwildertest Phantasie harharstscher Zeiten etilivriingene Aitlläge de« blniditrüigen slb.'chlachie»« von Rindern'nicht bloß'gegen'die Inden erhoben wurde,-..sondern daß e«- eine Zeit jgab, jn welcher-der Pa'rieisanaii«!»»« - diese L^schuldtgnng ersand-, llin d;e uriheil«4ose Menge' zur Wnili gegen volilische o'egncr 'chr'isllichen O'lau den« zu erhitzen. T ic« geschah gegen die 'A'utt,' de« WH. Iahrhnnderi« in England, al« 8011 der Ramr" zivticheil den arstsiotrakischen Anhängern de« Rönig« -Rärl l. und den Piirilaiier» losbrach. Ter Haß der'letztere» lichtete titti banvi'ächlick^ »egest {io „Eavgliere". die unter der.Führung de« Prinzen Ruprecht-. von der' Pfalz, eine« -tunen de« Rönig«. standen. Rachtem diister lotltstlme und velwegene .'.Rann den «rnvveu de« Parlanieni« .eine Anzahl eniv'lndlicher '.'sieder lagen betgelwachl hatte, wurde vo» vnrttainscher S nie der F-P.eNteg 'gegen den Prinzen erönnel,' link in zahllosen Panwltlcien winde» dein „Ränbet Prinzen" und feilten ,:Eavalieren ", zu denen die Sohne der älteste» Adelot'ainilicii England« .gehörten, die ärgste»' Sälaiidlliaien »achget'agi. Ter englische Hisionler Elioi 'W^arburiou, der die „o'e schichte de« Prinzen ''Cityvertu ngd der Eabriliere" 1 ^4*1 ,» Londonlierau«gegeben Hai, derichiel in diesem We»te I, f 17 , von de» Pnzstlalktr» iei verbreilei worden, daß dir Eural-ere die Iletuen. Rliider sckilacktte» imd essen, .und daß in Folge dessen dänial« in' England, die Mittler ihre Rinder'mit dem Schrecken de« Rainen« Ruprecht von bei Pfalz einichnchlerie». Ans dirte Weite inchlen die,t'!i»aii»'cheii „Heiligen " jener Tage de» ' gesurchletcn «Gegner, - dein sie im pssenc» .Ran,vie nicht gewachsen waren, -in den Augen de« Botte« al« ein -llngehetrer und Schenial vnliaßt z» machen, imd gewiß ist die wahnwilstge Ersindnng anch danial« -i» England von der nnzllirchnn»g«sähigcli Menge geglanl't worden' Tie Schmäh'iinge» »,nd Berlcuindniigo» der vnriianit'che» Presse veranlaßleu endlich den Pkinzcn Ruprecht, in der ersten Hälfte de« Fehrugr. >043 eine „ Terlaratiou" drucken »Ud verossenilichen zn lassen, worin er. sich »anientlich gegen die Atillage der <"taiiniintcii