Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 1 (10.4.1892)
- Date
- 1892-04-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. I $ r c i c s J? I a 11. , feite :>, - Die wirthschaftlichen Theorien Bogelsong's sind in Fleisch uiib fojl nicht durch eilte befind Uhbeit nnd durch einen billigeren Preis Blut des Wiener HandwerkerstnndeS übergegangen. Fendalisiuns und des Arbettsprodtteles uns dein Felde geschlagen werden', .sondern durch ClericalismuS sind wieder aus den (Brüdern erstanden, »nd ein Msilel Bteißregeln der staatlichen Estietzgebttug und Verwaltung zu (Gunsten zu ihrem Siege bildet auch ttie Verhetznitg gegen die Fnden, Nielehe einer lteinen Anzahl ton Slaalsangehörigeti znm '.'eachiheile tUIer nicht so sehr als Eynfession verfolgt, sondern als die hanptt'iichlichsten^e «nderen Tie Feudal Eleriealett versprachen den Kleinbürgern, /.diese Besitzer des großen mobilen Kapitals von dem Wiener Handwerketstän^^r ihre Sonderintetasien eitrig zn vertreten, wen» die Kleinbürger kasütbetrachtet werden, welcher von ihrer Vernichliing daS Znsanttneitbreeheti' tiii dis Fitletesten^’ des Feudal Eleriealisnttts, Herrschaft der .Kttckw dcS mobilen Großeapitals 'ttnd das 'Wiedererstehen 'mittelalterlicher über Schule und WiftenschaN, Adesi; Fideieouiniitse, Bevorrcchtiguug Handwerkerordnungen erwarles, Ter Antisemitismus in Wien .toll alt'o der oberen zwei^Stände aus alle» OU'luctiü'i des Staatslebeus .iutectni, -■ die Eindämmung heS grvßcapitattstischen oder, wie es in der populäre» . und sL-ist.däS Wiencr.Kleitibürge-rtltninl jetzt znin Schweis des Fendas- Sprachweise heißt,' jüdischen'! Einflusses auf die Heilten nnd mittlereil ' EleriralisinnS herabgeittieleit. Ter otibe wird hiebei, wie erwähnt. Handwerkerwirthschaften bewirken, inerkivürdigerweite nicht auch die '.'ahm legung des EinflusieS, den die Vatifundien auf dieselku übe»'. Er will die Hebung des (Gewerbes durch die Rück lehr zu den alten zünftigen Ordnungen, welche ihm gleichbedeutend ist mit der Vernichtung oder wenigstens-wesentlichen Einschränkung des ^roßbetrjedes Es ist klar, daß dieser Kampf nicht Halt machen 'kann vor dem christlichen Eapital. Es werden daher auch bereits unter dem Eotleetiv natnen „,nideu" nicht bloß die wirtlichen Fnden, sondern auch über Haupt die Besitzer großer mobiler Eapilalieit tind Fabriken begriffen: man heißt diese „Fndenlibcralc", „Fndenlnechte" :e.- Ter Eleriealisinus und Feudalismus nützen diese Bewegung gehörig ans. Sie betümpfen die moderne Schule mit Hilfe der kleinen. Handwerlcr^ und'letztere in ihrem Unverstand glauben, durch eine Herabsetzung der geistigen Bildjuig des Volkes den Kamps mit dem großen Eapital leichter bestehest-,»' tonnen. ' f ’ j ' . Mit der Mißychtung der geistigen Bildung sind des 'Wistens gchr aber auch die antisemitische Partei von Tag zu Tag zurück in der Erkenntnsß der Ziele, welche Mein angestreb.t.werde» tnirffen, nt», den^ kleinen Manne zu helfen, uni)' in der Art und Weise der Gellend machung ihrer Bestrebungen; ihre Tendenzen tverden von Tag zu' Tag bjornirter, ihr Elebahren roher. „.'>tn-tct'—liii: .-iicfoi ittiitton zurück lautet daS Feldgeschrei der Anttsenii!:.. >.nf geistigem und ivirihrchast lichent Gebiete. Unter der. Führung von Hetzeavlänen kämpfen sie gegen die Errnttgenschasten moderner Enltnz und meinen, dem Rade -er Zeit in die Speichen fallen zu Können. Man glanbl -sieh jetzt in Wien in die Zeiten längstvergangeneh Fahrhniiderle versetzt K u ckrtt und Meetings wiederhallen von den Redest.fanatischer, zelolitcher Priester und her Fesniten int Frack. TaS Eintreten für die. ’Men'cheinechte wird von Renegaten verhöhnt, welche Fahrzehnte lang hervorragende Stellen int demokratischen Vager spielten, sofort aber in das entgegen gesetztst desertirten, als es den Feudal Elerikalen gelungen war. das wahlbierechtigte Kleinbürgerlhum mtter ihre Fahne zu ichar'e». Tie Anii semiten wollen die Staatsbürger wieder nach Ständen, Eonfe'stonen und Race» mit verschiedener Berechtigung im Staate scheide», denn da-tir. glauben sie, werde wieder jeder Anliseiinl Sonntags »eilt Huhn im I haben. Wir begegnen einer grausamen Berfolgung eines, jeden armen Teufels, der, um seines Vebens kärgliche Bedürfnist'e ztr befriedigen, vielleicht irgendwo in einem Winkel-ohne Befähigungsnachweis arbkitei. Egoismus deS zünftig organisirten Handwerkers »nd .K leinbürgertltnnis ist die Signatur dieser S^röinung. Fyde Stellung ninß vrivileairt ioer-'en. der Staatsdienst, die Hierarchie, der Haudkl, der geistiges Beruf, de-. Besitz von | O-'r-mib und Bode»: neben den Borrecktten Weniger aher die wirthschaftliche Rechllofigleil von Millionen stiockt ,» lauer .Feil' feierte die niedrigste Selbstsucht solche Trgien tr-ie jetzt tiKtey der antt semitischen Partei. Feder dünkt sich altern nick" bloß der'Miltelvnnli der Erde, sondern der Mittelpunkt der ganzen Welt z» fein, tun denen Sonder inkeresien sich Alles, was neben ihm und »in ihn ist, fickt dreht und bewegt Fede idealere Regnttg ist ans liefet» T heile'der Bevölkerung vollkommen entschwunden, nnd nie waren die vp» a>rbgie'r »nd 'Brot neid herbeigeführten Meiiiti'te greller als die. rvylche die Antifeiniten jetzt gegeneinander führen^, Ter Kampf rtviielien 'den einzelnen "stnofsenschaften nut den Untsäng der verick>iedenen ztinflige» "'erberbe rechte gibt einen traurigen Beweis für die Wahrheit des 'besagten Der Kamps gegen das Fitdenthnm und den Fndo» -ist nichts Anderes als ein .Kampf gegen die wirthschaftliche Evnenrrrnz: in der Rechtlosigkeit des. Fnden, die nach mittelalterlicher Wette wieder eingefttlni werden soll, erhofft man die Beseitigung thatkrästsqer und finanziell gut situirter Eonenrrentetr nnd glanbh >» ganzen "icichaflsgewinn, den inan, den Fnden in überreichem Maße znschreibt, dann in die eigene Tasche fließen zn sehen. Tenn der Antisemit kämpft nicht,.wie z B. dtir Soeialist, gegen die Macht des Eapitals an lieh: -er liebt das Eapital, welches er selber besitzt, er sucht es inil allen seinen .Kräften zu vermehren: er haßt nur das Eapital'in der Taiche feines Miibttrgets, namentlich des Fnden. Er ist auch gar lein Feind der ivtrlhichatl itchen AuSbentring, nur will er derjenige fein, welcher ansbeulet, »nd reeltt viele andere ansznbettlen selbst in der Vage sein. Ter Eouettrrent eigenUich.als Vertreter des große»., ntöbiien .Eap-iials und als Eon etmettt ittt handtverlsptäßigen hstfchästsbelriebe.angefeindet n'nd verfolgt. - Es.gibt aber n»h ejne Form des Anniemiiisntns, der'unter der 'Wiener Brvöllernng aber keinen änsgedetnieren Boden zn fasten in der Vagi: war: es-ist der sogenannte deuiseh nationale Anlisetniiismns, ein Auslüuker des tranrigen '.h'alionaltlälengezänkes iit!z esterreich. Tie^ sttalionalnäiet^Fdee l-ert besonders auf die stttdirende.Fugend in. den letzten Faltrzehnken einen weit. ausgedehnteren Einflttß. geübt, al>? sie es ihrem We'en 'nach verdient. Ter Tenifchnationale belämpft den Fnden, wie er. sagt, titeln wegen feiner Eonseffion, sondern bläß wegen feiner infcrioretr 'itaee: - alltsin wenn er als Veltrrr oder Beamter dann' feinen ','lntise.tititismnS forlhegt.und beihätigl, tö nttichtj sich wohl auch neben die Berächitiug der Bare, v/n ddr 'inan .spricht, 'die Etttpfindnng des, Brostlrides uttd das Streben nael> Beseitigung r»-r ^'-nenrrritr, ii-iiy iitiiti itheV eUv gebtldeier - Marin nelt cfieit einzriget^eben -tiiitet. det .cktde sein Vetter, und tan» er. d,'.»t Beantiech'tattde' nichr angelwrett, i.-- hat das -'et- ’i. »tw V>''.rntteupetseni.a! eine lästige.Eon eitne»; toi-ntger. die An ' er.l tt snr-tstrs'Vorttiiln sttid gtntstiger: tneut gestiebt kte'e'T.ikelle 'e,iAniitetniiistnns,'-tinr nicht mit?o itiiitte»; dürren Worten etn, tote >ets der a»lt'e'tntti>ckn Handrperker lhnt. Wer krüngitttg .-'iner-ruekstaudigen ckraee-durch ein-.' 'ttchiige nnd edkerz per anlae>te,'das klstittt viel'bester. . - .Wir glauben -e-ntjit-die Wurzeln de-' Wiener Änti>^nitismns zientliekt bloßgeb'gt zn ltal-en, »nd ltäl-en es '.'ermieden. nl-.T fie^thieemie'Teite der Sackte Intuitiv',»»eheu und karrustellesi, in tvestlt -t eiESTtwilrtteti' Weife von einzelnen ebtgetzigen, Per'önlieltkeiien sie-. Siröinnng' betitttzl wurde', »nr il>>' nel-'-F Fels IN, .-'ientltche. Ehrenst-Neu zn. bringen oi^er dort;» . .,b:t . N . E tili-, . ist! 'al,i ' .stannlich und z .eitett von dein ltteh e-veii <s'itl: der . > tt lilgenz •'eiden b »fetten Fiihrern 'o nende tt Bia" eil W-'n lt 11111''’; de » Ftil ,H\’V1I );di "eilte -finden , welche' int ltbet elll'II, v an» tnt P-.'IJ-.nlt iltli ckter» V ‘■'l’J;ehttte , etllt-l ht-rvpr ragende T*t L'tle il irnelte.' -t;P stell d. u /v' ck Eleri- -lTetr-, nr Bet sngnug stell.». eil',' zu.. fft'iTi. V S|l; \ 1 T!' ■ eilte te '-.tute fetz teste n "st nndstttze nt't - -gle tch'er ' -eck' »,e > 1-' -. , i- --.h _t . n.-;st N-- . i.ii'.i -.'in H' *1)-\ M'.nselr .. . 4 r. - h »ie'IN. snlmrnän -.rt S v, eit i u:'! e-.h- :i:t!--. -e .st.d |ii'itri!i’ r.e. itt »; - . r!e li.t ^eist er. Peil»! d-'Nt -L-itP di. -.1 ■; < .<■■■ : eltl> l.t'le. '>reke„ hielt, e ■; wo -' ' 'I ■-;u- ei.' V: '."ei '- etcke käntrstte. e e e. stdNch . ' 1 e-V' r »n . tt -Htttr 'eck det: " das.. trip * 1 d.ck.nn Well!' e. ',!!! 't W -.- 1;\< - 4’-.';.- .- . ander-'n ' F- ' .e : '' T standen > », a! -r nlt'i, - > w 1 “•! : ’ nochi" el'tr " . tl ».;-!> e. .el"tt h H ' * ' An, '- .den: - ' ' ti I; -"^4 .'lntt'snt ::;e:::t:v nteiltei.; >-- .. e , glaubt Est ste n -■ » -e.'-.' E i »iituii »lg , di, E'N'»!» - - i»:r »•r. 1t - . züns'.leri'che .t'.'- -i ' " ' gesördl'>I,-''sndetN' ...-r .! ' ' . . r> .'k- ' »'. tivinns ».-nie ••>u'llo..ntv-'.*'r '! :: '•} >'- •’ aligetnettien, gleteb.n und . rtu-'.-!': . '' -i'- ' 'V. '-'F'. ^, wodurch er: Antsten-'-' in::. v! :-. . ." derzeit ttielit zu host>-.i ist. -d.'.-t,! . ' > ' . r-r! -n . . I ' - - Pio o - .. Mi V . ... s r.n; iHnti*-. o . ’eflitlllt fickt lnnrni.i'cke-in ' '' —' II INNN et e'-wolitlltch" istb- TV- - : II 11 eil tute n '.*«etineti: »tii. r’inr n i' AstatVe ' von Podbajee.een', ckl.'.e!'■- irch II Oi! teelgend et maßen znttng:.