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Freies Blatt · 1892-04-10 · 1 (10.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
1 (10.4.1892)
Date
1892-04-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ttr. 1. freies 23 ( j 11. ivactovni ficfhUi, nu'ldjc die i'öiebcvFiliv der „fluten, alten Zeit" nicht bloß für x\ub(ii lKvbcifübven möchten und dies durch e'inc in u>»i» ilrl]>hini fni^tc 2ufiSlri-fonn;u erreichen hoffen. Der ünusciiiiuschc Kamps gilt auch schon lauge nicht mehr bqf Jude» allein : er-richlel fictr gegen alle Bürger, welche die freihcit iiduu Errungenschaften im lRecklssianl'c hvchhallcn u»d' sich dagegen. slränbin, dieselben vrerszugeben, wiewohl maii ihnen als Qr>av Borrech e anst Koste» Anderer in Aussicht stellt. Die An führer der nulisemitischcii Tlrcilkresftc nchinen dabei keinen Anstand, Männer als ..Iudenkiicchle - ansznschrrien, d.reu persönlicher Eharakier und gesellschaftliche Position.von vornherein die Möglichkeit ausichließeii, tag sie. von jemandem, sei cs.einem Illden oder .Aichliudeii, irgendwie-abhängig wären. Pie Toeialreforin der 'Antisemiten ist eine partielle. Tie 'schont liebevoll u>ide:eammisse, Hirchengiil-er^:e. und', slcnevl hanplsächlich -darnns les, die Inden und „Iudentucchlc" in ihren Besivv»rhällnisien zu schädigen .Rur gegen diese sühn sie auch soeialislischc vetlreu ins.Tresse». War aber der nationale Antisemilisnilts außer Tländc^ auf der schiefen Ebene reaelionürcr Gelüste innezuhalten, so erscheint 'es umsomehr als ein eitles Beginnen, Berb.ttkernng uird Begehrlichkeit, wenn man sie hei Besitzlosen wachgcruken hm, nach eener' bestimmten stiuhlnng zu l-cnken Komnn einmal die Veideilschast;um Ausbruche, so respcetirt .sie keine gebnnNHr Marschroute . . x>m Uedrigeu cn'hehrl die Propaganda für die anilieinstesche. Poeealresor.»- auch uichl eines tvinlschev B.igeschingchs. .Ihre ganze Kampfweisc, die Peru» gliinvinn.z der -Prene nicla ausgcnonnneii, Hain» die Herren Anti semilc» ,eerdina. d r.N'alle abgeguchl: es ist, um in shrei»"Iargoii zn sprechen, tee'elo.echierie ..Ididenwaare", ivelche sie seiNnelen, wie sie denn .euch u: Polen auf dem t^ehieie der Eommi'iialver Wallung nl:r.Wegenvandeln, dE ehedem ein jüdischer »'emeinde - ralh eiitgue!.ageu haue, E'eistesarm. bar jeder' Tchafflingstraft', belen die A; t■ n,:t.ri>jii:t.u 1:tidc in ihrer Weise nur das nach, was elüd.re v.r ilnai, ir.it >e gurichliger rorgehraaii hnben, und he, t.r mor.il'.'.iiea Älm>'r-ag'. *.:i weicher sie l.hcn, bei dem ukus ru-ichi s ihiiri:!iTchnuerigk. ild»,. B.anhel iibu ihre Berb.'d. ., -iU.! :t s. und' V dag ü: al..n fni'tu In:e:r -luchishe'.rnm. gnn.nn' ’-.Td eieitrn : ei: er ifl :n fr.' .1' ••’i. i: •. . . . 'dun. > s u' : l biira.r iii 2: »ud der .V.’: e:i!dr!».'.':ch. , ' '.:ü '. er.'';H' ... d -v P ::rn l. n:.i: -1;,- z:: i-eieeuga.n. d'. an:i:en::t;üt)c- Bewegung eine geistig -;.-"t >kt! k..n I! A.:ge.i.'.ich vert. Nile lies Unh-il anrichhe't. rer Äulisemilismus nl-nlierl- -:n zahireichen Pelksschich.lcu das een'di Lchiiiähiingen. und' Bertächli!:U''..'.o:kti!iiaiwe' u: vereiteln, jede Hilüs : ln.d sch nch'.erl häufig P v-, ririllige .ei» i ...s d:e 1 ‘i. . .: vii'-tat.rix und die . os ni '..Iht di. Pi! eich jedes Mannes. ' s e!-e f u!es Eriiü tfr, seine. Biil Nnleentd .des BekeiiUnjsses ..eeliua.:: des '.'l»li>>milismus eii.n rch.chen. h P.: ...ea r ... II;-'- ee ta!- u - . Pe : -1'?!. .: ' 'Uli .11!... I : ...i li. l! eil und mittlcrcu : ' .;; -Mt, ' r.irP' in . '-.PP i" '• iliit.. -. 5 1-7:; f.-:P:s .-. . v: ”, cleiwl'cheu a ed '! .n, l-encheen Aiihauger ' e gie:i:n..::eeeu..,a ' ’ ' ... , .i r ee nue n .'»i l!' .;i >' ldi..!' t" . ' .: . ”f : " Jvin:,. ) an r.r 'l ....' . "V Pa.r laden ' ' . . . . eche ir.i. e... - e .. e. ... e- .. re ieinae .ui,!'.: -2t:-. .. ”.-.ch Nl-e ...Il.i» .-e..--!l0».;: angelegieil i''ri:?del,ara': . . e. nnl n; aiu etefd,;;it mir öti-idbc Mi: -in. .: •; ddi:; :>ee 'l'-'..eaei! \u »ein, unter denen da au. ne. ... - : . . :.:du ' .■'.ir.-.iü ua w iila'ch.i'iiiche .'li.eer gang du . . "k.er!-. iirg.-.'ü-.iiiiis in. T-- Uriach n inr da'en A'icdcrgang >.:-t e . a.^eiieinen .'iain: . e.gen B:-r>i.>a..tikns &v|; -!!!:■:ff-- gch. e . - -;n - - eie n iche in >teiupf des ttcnicn, veralteten, un^wcchiuäsilgc» ProductionSinittels oder Werk»;engs mit den durch die Fortschritte der modernen Technik, nam/iitlich 'in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts fast ganz neu geschaffene» ilidltstrieUcii Bctriebsmiiteln. Es ist nicht zu leugnen, daß hier der amps mit uuglkichcii Kräfte» geführt wird, und zwar nicht bloß ie technisch größere straft steht dem moderucn Industriebetriebe zur Persiiguiig, sotiLer» auch die weitaus höhere Lcistigc; die Organisatioü des großen Betriebes in technischer ii»d geistiger Hinsicht ist gar nicht i zu vciglcichcu mit dem patriarchatischc», urgroßvätcrlichcn Handwerksbetriebe. Tazn kommt noch, die bis in die allcrncucste Zeit in Tcstcr rcieti ganz uubctauuk geweseneimmer mächtiger werdende Organisation ' der Arbcitcrichast, und cs ist uichl zu leugnen, daß der Großbetrieb . weiraus mehr ivirihichiaftlich befähigt ist, den Forderungen der heutigen - Arbciterschasl cutgögcnznkomiiicn, >vic der. handwerksmäßige Kleinbetrieb. . Wirthschaitlich bedrängt von allen Teilen, sucht der lchlcrc Hilfe und; rlietnmg. i Tic ^cit politischer Ideale'itb daher für den kleine» Handwerker - nand'vorüber: er verlanizs in allererster s'inic.mindestens Erhaltung,; wenn cs aber <tnä> angcht, radiealc Bcrbesscru»d seiner wirthschaftlichen!'s'agc Es ist dies auch der d'rniid, warum die dcmokratij^c Partei, welche ihre in)isten und tüchtigsten Anhänger im kleinen und.mittlereii Handwerkcrstailde zählte, ihre Kcrntruppc» an die Antiscinilcn abgcbcn mußte. In den Tcchzigerjahrcn hat der Klcinbürgcrstaiid, der in de» Vcr- ' tetr,tp>-toi ucvn seine sveriellc» wirthschaftlichen Iiitcrcsic» nicht gewahrt . iond, noch geglaubt, durch eine Äendnuiig der Berfosinng auf wahrhaft . dcniolloti'chcr i''rn»dlage den ^eiiwk Bokk^ähl entsprechenden Zutritt z» den Beriretungskörpcrn von'der (slemeindcvertretuiig an bis znr dlieichsveillclnng zu erhalten und hiedurrll auch seine wirthschaftlichen . viütotincii zu sörocni. » J ..irte politische Partei maß heutzutage auch ein wirthschastlichcs beoglamm haben: das wirthschersltichc Programm einerecht demokratischen Bailci 'tan» daher auch in wirthscha' u; r Hinsicht nie ein reactionürcs sein, -zur besten Zeit der Wiener Temokratie, als - dieselbe nntcr Führung' Tr. Tchrant's stand, trat derselbe in tRcbcn, Vorträgen und duich seine pratlische Phütigkcil für die Erwerbs- und Wirth >ch,ailsg<nossc»schasie» nach dem Tnstcm Tchulzc-Tctivsch rin. Er vcr s»chie ans diese Weise die Ilciucii, wirthschaftlich zersplitterten Kräfte tu großen-.Rörperschafren Eonsumvcrcinc», Ercditvcreine», Produetivmiionci, organisiren und dahnrch einen Ucbcrgang vom individ>-eilea -,nin- Eolteetivbetricbe, welcher allein den isolirten kleinen w.ltli'chiasiiiche» Erislenzen noch ihren Fortbestand neben dfr Groß indunrie möglich machi, zu schassen. Es zeigt sich aber hier eine nicht liniuiere's.-.nle Erscheinung: während das Großeapital und die Arbcitcr- 'dudi ma Begierde sich asi'o<iircn und geincinschastlich. ihre wirthschaft -pichen Ziele;» circid-eu bestrebt sind, ist der kleine Handwicrkcr, wie ' du tleine Bauer, unfähig zur Anoeialion. Er haßt dieselbe,! er v.rstcht- ' ilü. Bonheite nicht, er hat auch nicht jenen festen sittliche»'Charakter, R'uduv das individuelle Interesse dem W.ohlc einer größeren Gesammt . Init uiNe-eznordiie» versieht Er ti,rlt in eine Assoeiation mit dem Himelgedanten, alte Bonheite bei feilen sich womöglich allein anzncignen, da- -.'uichtbaU' und Vasten denelhe» seinen Biikaisoeiiricn aufzuhalsen. Pl:-eic-,gteilen in solchen Assoeialionen, nnrccllcs und auch unverständiAes t'ybaltioii haben die Berinchc^ welch, mit Tchnlzc Pelitzsch''chc» Er werbs nnd'Winhschasisge'nossenschaste'l ünlcr. den Wiener Kleinbürgern geniacht wurden, größtentheils icheilern lassen, während Eonsninvercinc und Brödueiivessfoe-ialioiieil der Arbeiter nicht selten glanzende Erfolge ee-Ie>i»i! Jeder .^nsammciiblllch einer solchen Wirthschaftsgeiioffcnschaft eezenglc nun nnier den Mitgliedern eine noch größere wirchschaftliche A'oils als früher nnd brachte dieses ganze Phslem bei den Wicner 'eleiiigewcrbeireibcndeil in Blißeredik Pas vosiliv wirthschostlichc Programm der Pemolratie halte sich ans dem Wiener Boden nichtbewährt. Ein tleincr Phcil der Wiencr I cmotraie». welcher in winhichastlicher Hinsicht der gemüßigtcn Toeial demvlralie lidu anfdUoK, fand , aber in kleinbürgcrtichen. Kreisen auch ieilleil Bei'allt denn der Kästeiinolz ist unter den kleinen Vciitcn, wenn >:- auch i»n um eine geringe Tluie höher stehe» als der bloß auf seine .Vtrb it allein angeivieiene Man», nicht geringer als wie in aristo tiatt'chen aereise», und cs in kaum möglich, daß der größte Eavatier ' oder «''roßindnsilieile auf seine Arbeiter mit mehr Ttolz hcrabsichl ime der kleinste Bauer, der nur 'eilt paar Joch c'nnib sein eigen nennt, .öde! der Handwerker in seiner tleiiie» Wertnan aus die Vcutc, denen, wie ... iagl, er Brot gibt, und die'von ihm leben. Es war daher für die feudal eleriealc Barkci mit ihren rectionarcit Tendenzen im Wiener >iIcinbiitgcrtlfnin ein sehr fruchtbarer Boden vorhanden, wenn man cs ■ verstand, ihm nicht bloß stecttung ans dör wirthschaftlichen dRoth, sondern sogar noch soeialc Hebung in Aussicht.zu stellen. Und das labe» die Feudal Elcriealen in mcisterhancr Weise vernanhen' .. l ,

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