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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1933-03-01 · 12 (3.1933) · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
12 (1932-1933)
Issue
12 (3.1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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Seite 128 Nr. 12 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O. B. B. i _ dem Mittelalter zwangsweise -ich ergebende Struktur dedeutschen Judentums bestand darin, daß der Handelsstand das prägende Signum bedeutete, l'nsere Loge war die Roge der Kaufleute. Inter ihren .34 Begründern waren nur - Akademiker, und auch in den ersten Jahren trart das akademische 'Element stark zurück. Auch das Präsidentenamt zeigt zunächst Angehörige des Handelsstandes. Damit ist die Sachlichkeit in der Form und im Gehalt des I.ogenlebens gegeben, das Verständige in der' Kichtpng des Wirken', die Kraft des sozialen Tuns. In diesen Brüdern der achtziger Jahre war noch nicht der Rationalismus dis fin du siede lebendig, noch nicht die.. Sattheit des ' Lebensbehagens, die der wirtschaftliche Anfsihwung Deutschland' ein Menschenalter später zeigte. Hie religiösen W erte waren noch tief in dein' l'rgrund der Seele verankert, wenn auch die religiöse Torrn vernachlässigt wurde Damit verband 'ich die’ bewußte. starke Betonung di s .deutschen I.eliensgefuhls. das immer in deutschen- J-udc-n lebendig war. ihm aber durch den damals neu einset/enden ’ ludenhaLS abgesprochen wurde 1war deshalb eine programmatische, mit den Zielen des i irilens tief übereinstimmende Auffassung, die in dem Xanten B e r : h o I .1 Auerbach' ul- Logenpatron zum Ausdruck kam l.r erschien aldie Verkörperung und Harmonisierung dedeutschen und - jüdischen Geistes. Auerbach, der im Jahre vorher gestorben war. wurde vom Antisemitismus in seinen letzten Jahren innerlichst aufgewühlt, gerade weil er mit Recht glaubte, als Dichter tuj die Erkenntnis und Vertiefung de' deutschen Volksleben' nu kl rL1pwesentliches geleistet zu haben bei aller Treue, die er zeitlebens dem Juden ilim bewie-en hatte 'Er wurde das Ideal der neuen Loge, -/um er-teu Male hatte-man itn Deutschen Di'trikt eine Stätte m-errr ' >rdensgemeinschafr ntfeh einem großen jüdischen Menschen genannt. Ländernamen waren vorausgegangen, wurden auch nachher wieder verwendet, dann griff man zu poetischen Begriffen ^Concordia) Z zu einem biblischen Namen -Mamrehu bis die dritte Berliner Loge den jüdischen Philan tropen Montefiorezu ihrem Logenpatron wählte, und 188ö nannte sich zum ersten Male eine jüdische Loge in Deutsch land nach einem, freilich um das Judentum soh*- verdienten, Nichtjuden ^Lessing). Der Name Berthold Auerbach verpflich ti-tc und die Richtung der Treue gegen._^»terUjid mul-AUdu ben w ar in unserer Loge immer die vergeistigen und ethischen Arbeit. Damit verbindet sich bei aller Neigung zu freiheitlicher KulturajtffasiÄing eine starke Betonung der allgemeinen konservativen I.cbcnsrichtung. die sidh ' auch in dem Festhalten unserer l frdenstradition ausprägte. Als in den letzten Jahren die Forderung nach efner_neuen Fassung unseres Rituals immer lauter wurde, gehörte unsere Loge zu denen im Deutschen Distrikt, die die überlieferte, in kurzen Worten sachlich unsere Aufgaben und Ziele ausdrückeudc Form beibehielt. ln wahrhaft großzügiger Art wurde, jüdischer sozialer Gesinnung gemäß. Wohltun bei uns geübt. Beim 2<l. Stiftungsfest wurde ein Fonds gegründet, der der Unterstützung arbeitsunfähiger Brüder dienen sollte. Jahre später hatte dieser Jubiläumsfonds aus freiwilligen Spenden eine Summe von M. .'>0000. aufzuw eisen. So hat unsere Loge ihren besonderen Weg zurückgelogi und ihre Entwicklung mit den Bestrebungen der Schwester logen im Reiche vereinigt. Sie wird - das ist unsere feste, hoffende Zuversicht - in dem Wirken für den jüdischen Geist, lür die Menschlichkeit und für die soziale Gesinnung auch in einer langem Zukunft Persönlichkeiten bilden, die sich ihrer Verpflichtung und Verantwortung für die höchsten Güter, lur Glaube und Heimat, bewmßt sind. V- XEUA UFXAHMEN: Deutsche Reichs-Loge: 1 >i. Fritz < ii hu. W-tOz liabirlandstr. 3. Dr Erwin Freund. Süilemle. Potsdamer Str 32 R A. Siegfried K r c» 1 1 W öti. Würzburger Str. ü. Walter I i c h n i r . Hai. St-i-si-ner Str. 70. Dr. Herbert R i-i• n . S< 1 lli. Köpenicker Str. 0ö 3V I. li Si h n'e I 1 i r . NW s7. l.ykc von Repkow -Pl. 3. i ui S i ha r , v. i-i s - . W 30. fjeilbronner Str 2S Berthold Auerbach-Loge: Siegiuund IM. , s. l'harlbg.. Dahbnannstr. 20 Bernhard Kaut, t'harlbg.. Mummsi-n-tr. 1.1. Max Leopold. Schbg. Innsbrucker Str. 12 Sicgbi-rt \ ■■ , v 1 . Schbg.. Berchtesgadener Str 3ö. Werner Pinn er. Wilmersdorf. Giescler-tr Id. Ludwig S t a r g . r d f. -SW öV l.indenstr. Hl. Di Stephan W. hl. W ."xi. Nürnberger Sir öl J. .-cf Weit/ . Wihnsdf . Wittelsbacherstr RI. Spinoza-Loge: Api.ihi-k.-r Magnus Sonntag, Wilmsdf . I lelmsteilter Str 30. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name * Eingetret. Geboren Verstorben Louis Spiegel Deutsche Reichs-Loge 12.11.1904 14.5.4854 14. 2.1933 Emil Cohn Josef Roosen Montefiore-Loge 26.4.1904 20.1.1850 7. 6.1887 9. 9.1844 16.2.1933 26. 2.1933 Simon Wiener Akiba Eger-Loge 27.4 1922 9. 3.1859 3. 3. 1933 Ehre ihrem Andenken! Aussprüche Berthold Auerbachs. \\ a~ wir 'iixl\ wir sind es nur teilweise aus uns.-wir sind es bewußt oder unbewußt wesentlich aus der Genossenschaft derer, die mit uns zugleich atmen. Nur was du in dir hist, bestimmt deinen Wert, nicht was du hast. Wer” sich nicht; selbst achtet, dem geschieht Recht, wenn ihn auch andere nicht achtens Ach. die Sucht, immer etwas Besonderes sein zu wollen; die Natur i'l gar nicht;origincll. sie wiederholt immer dasselbe. , In der Weh, die eipe ewig fortschreitende Entwicklung ist, muß das neue GescÄlecht andere Neuigkeiten herausbilden und einsetzen. j Ein Volk, das die großen Männer seiner Geschichte nicht horhhäli, ist wie ein Mjensch. der seine' Eltern verleugnet. Liebe deinen Nächsten! Wenn du keinen Nächsten mehr zutn Lieben hast, ist dein- Leben tot. ES gibt eine Einigunjg über die Familie hinaus, die freie i i-iiiinenschliche Liebe. Die höchste Aufgabe der Bildung ist Erziehung zur Pflicht. Wissen und Erkenntnis erlangt man nur durch Arbeit. Berichtigung. Durch ein technisches Versehen ist in Nr. 11 der ...Mo natsschrift der Berliner Logen l'OBB. Herr Max D r e s d n e r. C h a r 1111 t e n b u r g 2. Herdcrstr. 2, unter den v e r s t o r h e n e ii anstatt unter den ausgetretenen Brüdern aufgeführt worden. Herr Dresdner, der dein Orden nicht mehr angehört, erfreut sich der besten Gesundheit. Die liehen Brüder werden gebeten, alte Nummern unserer Zeitschriften ,,Der Orden Bne Briss" und ,.Monatsschrift der Berliner Logen l'OiBB.“ dem Unterzeichneten Büro für Archiv /.wecke zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig bitten wir herzlich, um Ueberlassung anderer Drucksachen, die unseren Orden betreffen; insbesondere bitten wir, uns den J«et*ct*e« Aissridaß von Brüdern zur Verfügung zu stellen. r Ber|iner Logen - ■ timr-Lt

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