Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 12 (3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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0<5 E N U.O.RB. BERLIN W 62, K L EI S T S T R . 10, LOGENHAUS 12. J. MÄRZ 1933 NUMMER 12 Weg und Art der Berttold Auerbach * Loge. Vcm Br. Kxpräs. Dr. Arthur I. >1 n c n M a in in. Wer um einer Idee1 willen -eine Kräfte in Bewegung setzt. tritt in dir Region «Ir- Genie-, so klein und unscheinbar auch -rin Berufskrri- -ri. Berthold Auerbach. Die zw eite Berliner' Loge, die dritte dedcut-rhen Distrikts, will in diesen Tagen der Wandlung auf allen Gebieten drdetttsehen I.ebens Rückschau halten, nachdem ein halbe- Jahrhundert im Kreis ihres Daseinsich vollendet hat. Wir können diesen Blick nicht in objektiver .Sachlichkeit in die Vergangen heit richten. Nur der Mcn-ch der relativen äußeren Kulte und des festen inneren Lehensgrundes kann da- Gewesene in noch gegenwärtig Lebendigem in -einen Ursachen und Wir kungen erkennen und beurteilen. Nur wem der Vorausblick in die Zukunft gewährt ist, kann den Rückblick vollziehen. Wir aber vermögen nichts zu sagen über die Jahre, die kommen werden und darum auch nichtüber die Tage, die gewe-en sind. In diesen drängenden Zeitläuften i-t da- Gefühl mit seiner Subjektivität überstark geworden, und zur nachsinnen den Betrachtung ist eine ruhige Spclcnlage und die teile Ab geklärtheit, des objektiven Denkenwesentlich. Innerhalb dieser Grenzen soll mit kurzen Andeutungen Weg und Art der Lnfwicklung un-crcr Loge umschrieben werden« Daß ein Jahr nach der Verpflanzung des Ordens nach Deutschland die Notwendigkeit gegeben war. in der Reichshauptstadt eine zweite Loge zu errichten, zeigt dalast unnatürlich schnelle Wachstum der Bcrihold Auerbach Loge in den ersten Jahren ihres Bestehen-. Mil IM Mitgliedern, zu denen 25 Brüder der Deutschen Reichs-Loge und 0 Petenten gehörten, ist sie ins Leben getreten. Die Mitgliederbewegung der beiden ersten Berliner Logen hatte datnalfolgende auf -teigende Kurve: Deutsche Reichs-Loge Berlin>1« 1 Aiterl: 1881 1885 <yst 107 107 18»! 25B 215 1887 207 255 1888 B00 200. 1880 BIO 27B. In den neunziger Jahren ist ein Absinken der Zahl in den zwei Logen bemerkbar, und erst am Anfang des 20. Jahr, hunderts ist das Wachstum so stark, daß beim 25jährigen Jubiläum die Berthold Auerbach-Loge mit 400 Brüdern die größte des ganzen Distrikts i-l. Für die Gründung unserer Loge sprachen mehrfache Gründe. Man wollte «lie innere pro pagandistische Kraft des Ortlens beweisen und erhöhen, indem man unserer Gemeinschaft im Zentrum tler deutschen Juden heit eine zweite Stätte bereitete, untl das Kxckutiv Komitee in Amerika hatte versprochen, ein vorläufiges Großlogen-Komitee für Deutschland zu ernennen, wenn auf deutschem Boden 5 Logen existierten. In Halle war ja bereits am BO. August 1882 eine Loge installiert worden. Dieser Anfang einer Selb ständigkeit mußte cr-trebt werden. I rberdiewar tler Versammlungsraum lür tlie Berliner Brüder -o klein, daß aut die Dauer keine Möglichkeit be-tand, alle 'Brüder einer einzigen großen Loge in rechter Feierlichkeit untl würdiger Verband lungsart zu vereinen. Wir können unheute nur schwer in das innere Leben tle- Anfang-stadiumun-erer Loge hineinlühjien. nachdem die Stürme tler Weltgeschichte unser eigene- Sein -o mächtig verwandelt haben. Dev Gedanke einer jüdischen Loge in Deut-chlantl war neuartig; die Mitglieder mußten diese von jeder anderen Vereinigung so verschiedene Gemeinschaft-Struktur -ich immer von neuem klar machen, deshalb war daformale- Kleinem tler Kingliederung in dieses Kollektiv vorherrschend und bestimmte den Gehalt tler Sitzungen. Da- Orilen-ge-etzlichc und tlie juristische Auffassung waren tler -tamlige Beratung— tolf, noch mehr, als cbei anderen losen Gruppenhildungen am Anfang initiier zu -ein pflegt. Auch da- Verhältnis zu tler B Jahre später gegründeten Großlogt* bot manchen Anlaß zur Besprechung. Später lenkte geistige Vertiefung und edle Geselligkeit unsere Loge in den Bereich des ipncrlichcn Lebens, der allein unserem, Orden gemäß i-t. Lmdringluh wurde diese Selbstbesinnung auf da- Wesen un-erer Gemein-chalt von den ersten Präsidenten gefördert und allmählich zum Durchbruch gebracht. Männer wie Fenchel, Gortlon, David Wollt, Samuel Hermann S t a n h . Hangelt. II a- I) e r . T i me n tl nrfer, B e n j a m i n . Dr. Friedrich W o 1 ( f u. a. haben dann zum Teil weit über den Kreider eigenen Loge hinaus dem (irden dauernde geistige und ethi-rhe Werte gegeben. Dabei -ei darauf hingewiesen, daß die Präsidenten im ' er-teti Jahre alle tlrci Monate wechselten, daß überhaupt im deutschen Di-lrikt voll 1881 1887 tlie l.ogentermine halblahrlirh waren und cr-l auf Grund eines Anträgetle- Br. F t* n c h e l auf tler 2,- Großlogentagung tler Beschluß erging, «laß die Termintlaner für tlie Beamten tler deutschen Logen eine jährliche -ein soll: Unter vielen anderen bewährten Beamten sei besonders erwähnt David Arndt, tler ununterbrochen fast 20 Jahre da- Amt de- Schatzmci-terbekleidete und Max I.cwin, der später unzählige Male protokollierender Sekretär war und als jahrzehntelanger Vorsitzender des Witwenmul Waisen-Au—ehusses einen wesentlichen Teil tlct -o/ialen Aufgaben unserer Loge maßgeblich beeinflußte Die-e ganze Umwicklung un-Crcr engeren laigengemcm -chäft beruht auf ihrem besonderen l'hnraktcr. Individuen untl Vereinigungen haben entweder eine bewußte, selbst auf erlegte Zielstrebigkeit oder ihre Leben-richtiing ergibt -uh unbewußt notwendig auder körperlichen und geistigen Kon stitution des einzelnen Menschen und bei den Gruppen auder Berufsart ihrer Mitglieder. Gerade in der Berthold Atici ba« h- Loge ist die Umstellung de- Ordenin Deun-chland audem gehobenen jüdischen Bürgertum genau zu erkennen Die au-