Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 10 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 10 i Seite 213 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. faltende moderne Prinzip in sich trugen. Dieses moderne Prinzip besteht nach Heine in einem demokratischen Kosmopolitismus, darin, daß man nicht hauptsächlich am Vaterlandc oder Fürsten hängt, sondern am Gesetze. Ganz richtig erkennt Heine mithin den Zusammenhang, der zwischen dem jüdischen Geist und den neueren demokratisch-kosmopolitischen Tendenzen vorhanden ist. Merkwürdig an Heines Darlegungen über das Judentum berührt cs nur, wenn er den Monotheismus der Juden, ihre Ueberzeugung von einem übernatürlichen, außerweltlichcn Gott, auf eine wenig geschmackvolle Weise als eine fixe Idee bezeichnet. Er tut es von seinem panthcistischen Standpunkt aus. Für den Pantheisten fallen Gott und Natur, Gott und Welt zusammen, ist Gott also kein persönliches Wesen. Haines Pantheismus ist damit gegeben, daß es ihm auf den Zusjammcnhang von Körper und Geist ankommt, 'auf ihre harmonische Vereinigung, während der als Persönlichkeit verstandene Gott des Judentums ein rein geistiges Prinzip ist und darum von der körperlichen Natur, der materiellen Welt, getrennt sein muß. Im Jahre 1839 entsteht nun die 1840 publizierte Arbeit „Ludwig Börne. Eine Denkschrift“. Ueber die ihr zweites Buch bildenden Helgoländer Briefe vom Sommer 1830 ist bereits mehrfach gesprochen worden; aber schon das erste Buch kontrastiert wieder einmal den jüdisch-christlichen Spiritualismus mit der hellenischen Lebensherrlichkeit. Was in „Shakespeares Mädchen upd Frauen“ die Antithese: Judäa —. Griechenland bzw. Jerusalem — Athen bedeutet, das bedeutet hier die Antithese: Nazarcnisch — Hellenisch; also an die Stelle von Judäa bzw. Jerusalem tritt das Xazarcnischc. Ausdrücklich erklärt Heine, daß Judentum und Christentum in dem von ihm gemeinten Sinne gleichbedeutende Begriffe sind, eine' Einheit bilden, nämlich im Verhältnis zum Hellenentum-, Die {Begriffe: Juden bzw. Christen, Nazarener, und Hellenen beziehen sich bei Heine nicht auf den Glauben, auch nicht auf das Volkstum; sie repräsentieren vielmehr ganz bestimmte Geisteshaltungen, ganz bestimmte Daseinsstile. Für Heine sind alle Menschen entweder Juden bzw. Christen, Nazarener, oder Hellenen, d. h. entweder vergeistigungssüchtige, asketische oder lebensheitere, sinnenfreudige Menschen. Der Kampf zwischen diesen beiden Typen ist nach Heine so alt wie die Welt und wird vielleicht nie entschieden werden. Dem ersten Typus wird Börne von Heine zugeordnet; zu, dem zweiten rechnet Heine sich selbst. So erklärt er aus diesem weltanschaulichen Gegensatz Neue Schallplatten In dem Verlage „Die Neue Truppe“, Berlin S 14, Splitlgerbergasse 1 2 (künstlerische Leitung Alfred Beierle), sind jetzt mehrere Platten erschienen, die geeignet sind, das allergrößte Interesse hervorzurufen. Vor uns liegen Thomas Mann, er spricht seinen Neujahrswunsch an die Menschheit und Worte an die Jugend. Gottfried Benn spricht seine Totenrede auf Klabund. Demnächst spricht Stefan Zweig seinen „Abschied von Rilke“. Der Reichsarbeitsminister Dr. Wissell hat seine Totenrede auf Legien .gesprochen. Dieser Serie, „Die Stimmen der Zeit“, folgt einel andere: „Die großen Reden der Weltgeschichte“, in denen Stresemanns Rede in Genf und Rathenaus Rede in Genua, von Alfred Beierle gesprochen, vorliegt. Eine herrliche Platte ist das Schlaflied für Mirjam von Richard Beer-llofmann, gesprochen von Alfred Beierle, mit dem Wiegenlied von Mozart, und dann die schönsten Klavierplatten, die es wohl gibt, gespielt von Winfried Wolf. Ein starker Kabaretteil Tucholskvscher Verse und zwei Paul- Morgan-Platten geben ein geschlossenes Bild dieser Produktion, die sämtlich im elektrischen Raumtonverfuhren aufgenommen sind. ALBERT 'SCUftANKKOfftRi IN der Hand leicht/^ Sperrholz, schwor. zer Duc bezug, helle „ „ Vulconfibrekonten (v’SsEt v •Eleganter^ -Innenausstattung EN HAIN LEIPZIGER STR.7jI-74 BCALIN KURPO«ST£NDAMM 232 DAS HAUS^FÜR-G ESC HENKE i / YONS STETS ESTE