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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1930-01-01 · 10 (1.1930) · p. Seite 212

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
10 (1.1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 212 (sequence 12)
Language
German
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Seite 212 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 10 ,! t:: *Sr IS?- CAFE HAUS THIEL-ECK Dahlem, Untar dan Eieharr 84d / Talafon: Q6 Breitenbach 1086 R&ume für den verwöhnten Geschmack * Kaffee für Anspruchsvolle (große Tasse 40 Pf.) Haltestelle Autobus 20 Haus Thiel-Eck /Unter den Eichen Ecke Thielallee * Straßenbahn 40 und 77 ebenfalls Haus Thiel-Eck * Idealer Treffpunkt für Kraftwagen ANGENEHMER, RUHIGER AUFENTHALT FÜR BR I DG ES PI ELENDE DAM ENS $ tii Heinrich Heines Verhältnis zum Judentum*) 2. Fortsetzung Von Dr. Kurt Sternberg Der Gegensatz wird jetzt in allerschärfster Weise zugespilzt und formuliert; es kommt zu der Antithese: Judäa Griechenland. Jerusalem Athen. Unter dem Gesichtspunkt dieser Antithese betrachtet H^rine den „Kaufmann von Venedig“. Portia gilt ihm aJ« die Vertreterin jenes Schönheitsideals, welches das alte Griechenland und die Retjaissanceepoche beherrschte. Ihr wird SKylock von Heine entgegengesetzt als der Repräsentant des kunstfeindlichen Judäas. Heine erblickt also, wie schon in den Helgoländer Briefen des Jahres ryi30, in Shakespeare den großen Synthetiker, der sowohl Athen wie auch Jerusalem gerecht zu werden vermag. Heine zufolge ist nämlich Shylock keineswegs verachtungswürdig; nach seiner Meinung ist vielmehr Shylock nächst Portia die respektabelste Person des Dramas. Wohl gibt er zu, daß Shylock das Geld sehr schätzt und dies keineswegs verschweigt; al>cr er weist darauf hin, daß Shylock manches noch mehr liebt als das Geld, und zwar die gerechte Genugtuung für sein beleidigtes Hetz sowie seine Tochter Jessika. An dieser bemerkt Heirte einen Charakterzug, der zwar nicht uninteressant, jedoch an sich nur nebensächlich ist, von Heine aber zu großer Bedeutung gesteigert wird. Es handelt sich um eine gewisse zagende Scham, die Jessika nicht überwinden kann, wenn sie Knabentracht anlegen soll. Hierin will Heine jene sonderbare Keuschheit erkennen, die den Juden eigen ist. und er benutzt diese Gelegenheit, um sich über die Sittenreinheit der Juden auszulassen und eine innige Wahlverwandtschaft. zwischen ihnen und den Germanen als den beiden Völkern der Moral zu konstruieren. Diese Wahlverwandtschaft geht nach ihm so weit, daß man das ehemalige Palästina für ein orientalisches Deutschland und das neuere Deutschland für die Heimat des heiligen Wortes, der Propheten und des reinen Geistes halten kann. Heine findet aber, daß nicht bloß Deutschland die Physiognomie Palästinas zeigt, daß vielmehr auch das übrige Europa sich zu den Juden erhebt als denen, welche von Anfang an das bei den europäischen Völkern erst jetzt seine Wirksamkeit ent- ’) Vortrag, gehalten im Eberswalder' „Verein für jüdische Oeschichte und Literatur“. D1«i e gante Herrenbekleidung liefert s e i t 861 G. M. J* STOCK & Co« b » BERLIN W * LEIPZIGER STR. 39 * MERKUR 8384 85 |(lubsessel-Lange Geprüfter (nnungsmeister DAS HAUS FÜR WERTARBEIT Potsdamer Sftr. 41a KE,N LADEN Feiner Mafossol . V2 kg RM -48- — Delikatessen QfjtQfot'&lKfyc Weingroßhandlung Berlin SW 19, Leipziger Straße 84 * Sammel-Nr, A 6 Merkur 9970 Kostenlose Beratung ohne jeden Kaufzwang Allerfeinster Parnaya Malossol Auslese grau, großkörnig, ganz milde . . '/•> kg RM 60.- FÜF? ALLE FESTLICHEN ANLÄSSE HILLBRICH EISSPEISEN * FEINGEBÄCK * GESCHENKE Bestellungen; Merkur 4871-73 / Bismarck 5528 und 9 4 6 5

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