Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 10 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4885084-6352725-6352920--1011-4886040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 10 Seite 205 ■ I MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. verlorengegangen. Doch im Gedächtnis der Brüder wird er leben. Sein Beispiel, die Schlichtheit seines Wesens, die treue Pflichterfüllung, die herzliche Güte, die innerliche Brudergesinnung werden zum Segen unserer Gemeinschaft unvergänglich nachwirken. Wir Brüder werden Dich, Du Guter, Du Treuer, niemals vergessen. Nicht mit Lobeserhebungen—die Du nie für Dich wünschtest — wollen wir um Dich trauern, klagen wollen wir tief in unseren Herzen, daß wir Abschied nehmen mußten. Still, in stummer Ergebung, werden wir Deiner, gedenken: „Was soll ich sagen? Uns ist so weh ums Herz! Wie soll ich klagen? Es nagt zu tief der Schmerz!" , ' ' . M. ' Gsbg: (B.A.L.) Handarbeitsmesse Als ein anschauliches Beispiel schwesterlicher Gesinnung darf die Handurbcitsmesse gelten: jenes bunte Vielerlei, das, von kundiger Hand ausgebreitet, an jedem l.ogcnabcnd Brüder und Schwestern einlüdl: kommet, schauet und wühlet, die Reichhaltigkeit des Dargel>otenen bietet Gewähr dafür, daß jeder, der guten Willens ist, das Brauchbare, Nützliche und Erfreuliche für sich herausfindet. Als die wirtschaftliche Krise, wie eine schleichende Krankheit, immer weitere Kreise mit Verelendung und Entbehrung anzustecken drohte, auch vor den Logen nicht Halt machte, war mit dem spontanen Wunsche, schnell und wirklich zu helfen, eigentlich noch gar nichts geschehen. Gerade der sichtbare Ausdruck eines guten Willens zeitigte im Gegenteil oftmals nicht die beabsichtigte Wirkung. Immer wieder machte man die Erfahrung, daß im Hilfsbedürftigen ein sehr zartes Seelisches sich gegen das von außen Kommende wehrte, um nicht verletzt zu werden. Man kam an die meisten Menschen einfach nicht heran, weil ihr Stolz dagegen protestierte, sich helfen zu lassen, sie waren es nicht gewohnt, etwas anzunehmen, dem sie durch keine Gegenleistung gerecht werden konnten. Lediglich aus solchen Gründen blieben besonders viele altere Schwestern und Witwen der Loge lieber ganz fern, und die Hilfsbereitschaft sah sich vor immer neue Probleme gestellt. Es war eine betrübliche Erfahrung, daß sachliche Nüchternheit ebenso wie-gefühlvolle Teilnahme bei dem Wunsche, zu helfen, das Vertrauen gerade der Besten für lange Zeit zu zerstören drohte. Das/ ungefähr war die Situation, als im .Jahre 1925 die Schwester .J o h a n n u 1. ö w e n l> e r g (M. L.) im Verein mit den Schwestern Dora G u t k i n d (D. II. 1..), I.iii C o ji n (Sp. L.) und Ida Meyer (B. A. L.) den ebenso .glücklichen wie gesunden Gedanken einer ständigen llandarheilsschau in die Tat umzusetzen begannen. f Handarbeiten: Geheimnisse in intimer Behaglichkeit können durch sie geschaffen werden. Gibt es eine Trau, die ohne Teilnahme an einer Hundarbeitsausstellung vorübergehen kann? Ob es freundliche Decken sind oder schmiegsame Kissen, ob bunte Wollkünste oder Köstlichkeiten aus weicher Seide, immet’ wird sich Frauenblick begehrend diesen Dingen zuwenden, und bereits prüfend in Erwägung ziehen, wie sich die herrlicheri Dinge daheim am hübschcrJlen verwerten lassen. Und wieviel Freude und SelbstvöHrducnJ schenken sie denen, die selbstschöpferisch und geschickt n^l die Wunder vollbringen! I BRUDER! UNTERSTÜTZT SIE! Dem Orden gehören nicht mehr an: Deutsche Reichs -Loge: Artur Aron, Wilmersdorf, Ilelmsledter Straße 20. Ludwig Goldschmidt, Wilmersdorf, Helmstedler Straße 2. Dr. Max Grünthal, W'1 62, Lutherstraße 21. Leo Hirschberg, Charlottenburg, Mommsenslraße 8. Leo L a m m, Friedenau, Isoldestraße 4. Rechtsanwalt Dr. Herbert Freundlich, Grunewald, Egerstraße 1. Isidor Scheinmann, Johannisburg i. Ostpr., Markt 13. Ismar Stern, Charlottenburg, Kaiserdamm 115. Timendorfer Jubiläums-Loge: Rechtsanwalt Leo Deutsch, N 54, Lothringer Straße 42. Moritz H o r e n c z y k, W 57, Bülowstr. 12. Akiba Eger-Loge: Kurt Chlebowski, O 27, Paul-Singer-Straße 109. Louis Jacobowitz, NW 21, Bugenhagenstraße 4. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name Eingetret. Geboren Verstorben Deutsche Reichs-iLoge Louis Cohn 10 1.1914 19’ 4. 1S55 2.12.1929 Bert hold Auerbach-Loge Georg Sachs 10 11.1919 18. 3.1855 6.11.1929 Alwin Kuttner 26. 3.1923 25. 6.1663 9.12.1929 Max Lew in 9. 6.1884 18. 7.1852 19.12.1929 Monte fio’re-Loge Gustav Spiewkowski 29.11.1910 7. 5.1857- 4.11 1929 Paul Friedländer 24. 1.1928 2.11.1876 8.11.1929 Eugen Goldschmidt 28. 10. 1919. 28. 1. 1877 8.11.1929 Felix Schoeps 1. 6.1919 4.10 18f>5 22.11.1929 Hermann Friedmann 18. 4. 1893 30. 7. 1858 9. 12. 1929 Max Lew 22.11.1921 25.12.1864 26.12.1929 t Spinoza-Loge Leopold Glaser 26. 1.1922 5. 9.1862 7.11.1929 T i m e n d o r f er ’ J u b'i lüums-Loge Eduard Kantorowicz 8.12.1920 14. 6.1864 14.12.1929 Ignatz Silberstein 7. 3.1920 27.12.1869 15.12. 1,929 ‘ Akiba Eger-Loge Fritz Stargardter 4 12.1921 26.10.1888 19.11.1929 „ Julius Fenchel-Loge Arthur Blochert 7. 4.1919 16.11.1865 11.11.1929 Ehre ihrem Andenken!