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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-11-01 · 8 (11.1929) · p. Seite 156

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
8 (11.1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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Seite 156 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B Nr. 8 Nach einer Schilderung des Lehensganges unseres Dahingeschiedenen fährt Redner fort: So war der. Mensch beschaffen, so war der . Werdegang des Mannes, den wir vor 13 Jahren zu unserem Vorsitzenden wählten, nachdem wir ihn als einen klar sehenden, scharfsinnig urteilenden Bruder bei vielen Gelegenheiten kennen und werten gelernt hatten. War ja doch auch der |ku> unseres schönen l.ogcnhauses' mit seiner Initiative zu danken; gemeinsam mit Br. Expräsident Louis Kreslawski faßte er den Plan dazu, beide, im Bunde mit Br. Oscar Tietz, setzten dann die zuerst utopisch anmutende Idee in die Wirklichkeit um gegen wieviele Widerstände! Aber je größer die Schwierigkeiten waren, die es zu überwinden galt, um so zäher, nachdrücklicher kämpfte Georg» Silberstein für die einmal als gut erkannte Sache, bis er siegte, bis seine Klugheit und Energie das erreichten, was er erstrebte. Und Br. Silberslein setzte sich stets nur für das Höchste ein; man darf von ihm rühmen, daß sein Blick immer auf das Große, das Ganze gerichtet war; so haben wir ihn auch im B. G. A. stets handeln sehen: er ließ sich nicht von der Rücksicht auf die Krtordernisse einer einzelnen Loge selbst wenn es seine eigene war abhalten, für die Gemeinsamkeit einzutreten, denn er war der Auffassung, wir seien von unsern Logen in den B. G. A. entsandt worden, um die Gesichtspunkte zu eriorschen und zu fördern, welche dem Wohle der Gesamtheit der Berliner Logen dienen! Wie alle wahren Führernalureo. die vermöge ihres Weitblickes alle Dinge von einer höheren Warle überschauen, war er* imstande und bereitj schnelle; den Kern der Sache scharf erfassende Entscheidungen selbständig zu treffen. Nicht immer wurde es ihm gedankt, daß er oft alle Verantwortung auf sich nahm auch er entging nicht dem Schicksal, bekämpft und angefeindet zu werden, wie ein jeder, der sich mit Hingabe und Selbst ■ erleugnung in den Dienst der Allgemeinheit stellt. Fr al>er durfte sich mit der erhabenen Ruhe des guten Gewissens und dem Bewußtsein, selbstlos für andere Unendlich viel geleistet zu haben, über solche Dinge hinwegselzcn. Und so hat sich seine Persönlichkeit immer durchgesetzt; neun Jahre hat er den B. G. A. geleitet und unter diesen Jahren waren die für uns allerschlimmsten, die /eiten der Inflation. Seine l.ebensklughei^, seine schnelle Anpassungs- Jähigkeit und Tüchtigkeit steuerte unser damals gefährlich schwankendes, schwaches Schifflein geschickt und sicher durch die stürmischen Zeitläufte hindurch, bis man, endlich im Hafen beruhigter Atmosphäre, langsam daran gehen konnte, die erlittenen Schäden allmählich wieder auszubessern. Licht und klar steht des verstorbenen Freundes Wirken vor unsern Augen, aber au^'h die Selbstverleugnung, mit der er seines Amtes waltete; im Pflichteifer war er schonungslos gegen sich selbst, gegen seine nicht allzufeste Gesundheit; •wie oft halte er, nach einem Tage voll aufreibensler Arbeit nicht die Zeit gefunden, an sich zu denken, und wir mußten in weit vorgerückter Stunde ihn erst daran erinnern, daß auch der Körper sein Recht verlange. Seit mehreren Jahren sehnte er sich nach Ruhe; jedesmal nach Ablauf des Termins bat er uns, die Bürde des Amtes von seinen Schultern zu nehmen und es bedurfte immer der I eindringlichsten Vorstellungen und - des Appells an sein PfliihtbewußlsOin, ehe er sich bewegen ließ, sich uns wieder auf ein weiteres Jahr zur Verfügung zu stellen. Endjich aber mußten wir einsehen, daß wir seiner Gesundheit weitere Opfer nicht mehr zumuten durften und mußten uns seiner kategorischen Weigerung fügen. Damals schufen wir für ihn den Titel eines Ehrenvorsitzenden des Gemeinsamen Ausschusses, um ihm zu danken für all das. was er in den Jahren seiner rastlosen Arbeit für die Berliner Logen geleistet hat, um ihn und uns zu ehren, um seine dauernde Zugehörigkeit zu uns für alle Zeit zu bekunden. Wir glaubten, auf seinen klugen Rat im B. G. A. weiterhin rechnen zu dürfen, wir hofften, daß Georg Silberstein der Neuaufnahmen: Spinoza-Loge: Dr. (iusiu\ Moses. Wilmersdorf. Helmstedter Str. 12. Max I* i 1 p e 1 . Wilmersdorf, Paulslw>rner Str. 7. . I)r. Felix Pro skalier., NO, Gr. Frankfurter Str. 146. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name Eingetret. Geboren Verstorben Deutsche Reichs-Loge Max Seldis 29. 10. 1901 10. 10. 1859 30. 8. 1929 Georg Silberstein 7. 11.1885 9. 1.1861 2S. 9. 1929 Berthold Auerbach -Loge Julius Jacobson 5. 3. 1006 22. 3. 1862 13. 10. 1929 Adolf Gräfenlverg 23. 5 1910 30. 7.1866 13.10.1929 Eduard Löwenthal 13. 5.1918 10. 5 1865 27.10.1929 Montefiore-Loge Julius Moser 14 S18SS 29. 5.4862 4.10.1929 Spinoza-Loge Dr. Ludwig Groß 20. 4.1920 7. 6 1 >74 8 9 1929 Max Levinger 5. 3.1914 13 12.1861 12.9 1929 T i m e n d o r f e r J u l> i I ä u m s - L o g c Isidor Bendit 14.12.1921 24. 3.1868 13.10.1929 Leo Krämer 2. 3. 1927 18. 4 1897 2.10. 1929 A 1» r,a h a m Geiger -Loge Max Paradies 2 4. 1927 2. 6 1852 T0. 9. 1929 Ehre ihrem Andenken 1 ' Dem Orden gehören nicht mehr an: Deutsche Reichs-Loge: Emil G u t t m a n n . SO 16, Küpenicker Str. 40. Alfred Nathan, C'harlöttenburg. Droysenstr. 11. Richard Neufeld. C'harlöttenburg 4, Wailzstr. 11. Siegfried Rosendorff, Schöneberg, Grunewaldstr. 20. Berthold Auerbach-Loge: Leo Bäcker, W 30, Barharossastr. 52. Georg B a e r . Tempelhof, Dreibundstr. 43. Dr. Erwin Brückmann, Wilmersdorf, Konstanzer Str. 53. Arthur Freund. Steglitz, Worpsweder Str. 12. Leo Grün peter, W 62, Budapester Str. 4. Jacob David Hassan. Gustav Heß, \\ 15, Sächsische Str. 6. Rechtsanwalt Leopold Kober, W 30, Traunsteiner Str. 6. Direktor Salo K o p 1 o w i l z , C'harlöttenburg, Niebuhrstr. 76. Richard Mannheimer, SW 11, Anhallstr. 8. Juliu» Meyer, 'Tempelhof, Berliner Str. 3. Will* S a 1 i n g e r , W 30, ^Iolzslr. 34. Max Sommerfeld, C'harlöttenburg 4, Sybelstr. 29. Fritz Zinn, C’harlöttenburg. \\ aitzstr. 13. v Spinoza-Loge: I heodor T inkelslein, Wilmersdorf, Trautenaustr. 13. Julius Fenchel-Loge: Wilhelm Alcksandrowicz; C 2. Kaiser-Wilhelin-Str. 61. Aron C z e nt p i n , W 30. Barharossastr. 44. Heinrich Dreyfuss, W 30, Neue Winterfeldtslr. 27.

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