Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 8 (11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4885084-6352725-6352916--0959-4885991- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
derBEBUNE ,06 E N UO.RB. * BERLIN W 62, KLEISTSTR. 10, LOGE NHAUS > . 9. JAHRGANG NOVEMBER 1929 NUMMER 8 j Br. Georg Silberstein j 1 Gedächtnisrede bei der Trauerfeier des B.G. A. am 15. Oktober 1929 Meine liehen Brüder und Freunde! Wir haben einen der Besten aus unserm Kreise verloren: unser Bruder Georg Sil herstein ist nicht mehr unter den 1,ebenden! Das herbe Schicksal hat unser u|ler W unsclic die Erfüllung versagt, dem innigen Wunsche, ihn aller , Frische, befreit von lähmendem beiden, wieder in unserer Mitte zu sehen lief erschüttert haben wir ihn vor wenigen. Tagen zur letzten Ruhestätte geleitet. Was wir alle nicht eine einzelne Loge, sondern deren Gesamtheit an dem Verblichenen verloren hüben, das kann niemand so recht ermessen, wie wir Mitglieder des Gemeinsamen Ausschusses, die wir die Freude hatten, neun Jahre unter seinem Vorsitz arbeiten zu dürfen und von ihm lernen zu können. Wenn wir uns heute hier zusammengefunden haben, um unter dem frischen Eindruck seines Heimganges noch einmul seiner liebenswerten Persönlichkeit zu gedenken, so müssen wir cinsehen, daß es eine schwere Aufgabe ist, ein I.cben wie das (ieorg Silhersteins vollauf zu würdigen, der sein reiches Wirken so vielen verschiedenen /wecken und Ideen schenkte, für alle lausend Gedanken und Taten hatte, der so viele Menschen kannte und ihnen Freund war voll lebendigen Interesses, ihnen half mit Rat und mit Tat, wo immer es nötig war. Unsere Aufgabe aber, dem teuren Hingeschiedenen gerecht zu werden, stellt sich uls weit schwieriger dar, als wir glaubten, denn uns geht zu unserm Erstaunen die Erkenntnis auf, wie wenig wir von seinem Privatleben wissen, ebensowenig auch vom Privatleben der allermeisten unserer Brüder, auch die Brüder nicht ausgenommen, mit denen wir hier in den Logen so viel Zusammenarbeiten, so oft zusummenkommen, viele Stunden zusnmmenbleiben, den gleichen Zielen naehstreben. Ist nun dieses Nichtwissen ein Vorzug oder ein Nuchteil unseres Logenlebens? Wägt man Für und W ider dieses Problems gegeneinander ab, so muß man wohl zu dem Ergebnis kommen, daß diese leider unbestreitbare Tatsache überwiegend als Nachteil für die Logen und die Brüder zu werten sei. Zwar mögen viele unter uns den Wunsch haben, in der Loge das tägliche Lehen, alles was der Alltag dem Einzelnen Beschwerendes bringt, auf Stunden zu vergessen, sich nicht den persönlichen, den eigenen Sorgen hinzugehen (und gerade das wird ja häufig in den offiziellen Reden al.s etwas Verlockendes hingestellt); zweifellos ist das auch ein wichtiger Gewinn füt -den 'Augenblick. Es bedeutet aber auf der anderen Seite einen empfindliche^ Mangel, daß unsere Brüder uns über das gelegentliche Zusummensein hinaus fremd bleiben, unbekannt ihr Tun und Lassen, ihre Freuden und Leiden. Und dabei sollen und wollen wir ftrüder, das heißt Freunde sein! Schuld der Großstadt, sicherlich, aber ein Problem, an welchem wir auf die IJuuer picht vorübergehen dürfen, hängt, es doch von seiner IlJisung zum großen Teil ab, ob wir die Mitglieder der Logen als wirkliche Brüder gewinnen können, indem wir sic bumRegelmäßigen Besuch ihrer Logenabende heranziehen und-’so logenmäßige Einwirkung von Präsident und Brüdern auf sie erst ermöglichen. Diese Betrachtung, die sich uns heule, aufdrängt, wo wir im Begriffe sind, eines Mannes^ eines Bruders zu gedenken, der weithin sichtbar inmitten' der Berliner Brüder stand, diese Betrachtung soll uns zum Versuche führen, diese für unser Logenlcben so wichtige Fragt in dem Sinne zu lösen, der nach dem tkrzen unseres lieben’ Dahingegangenen wäre: im Sinne festeren Zusummenschlusses. VERBAND DER BERLINER LOGEN U.O B.B, Am Mittwoch, dem 20. November 1929 (Bußtag), nachmittags 6 Uhr, findet eine' gemeinsame; ' I Feier des Ordenstages für alle Brüder dar Berliner Logen in Form einer geschlossenen, Loge statt. Der Festloge im Tempel folgt ein Brudermahl. Die Brüder aller würdigen Berliner Logen sind zu diesen Veranstaltungen herzlichst eingeladen. / VERBAND DER EJERUNtR LOSEN U.O.B.B. HIRSCH /' VORS n TUENDER ' i1 . -♦ —----! '