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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-10-01 · 7 (10.1929) · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
7 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 140 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 7 Seite 140 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. — ' r aniunmumimmMMHniininiiumnuiiiKiiiiMiMiiii>Mim»wi«<muiMwnMiimwiwtMMmiMm>wiunwu«w iKonditorei Charlottenburg fKurfürstendamm 234 und ^Berlin SCW ffriedrichstraße 209 I täglich auch Sonntags freier | | Versand nach den westlichen ‘Vororten | | SSestellungs-fRnnahme^ SBismarck iNr.'6144, bl45 1 l. Hypotlielten-KapNä für Groß-Berlin und Großstädte ' bei hoher Beleihung auch Neubauten unter besonders günsngen offerieren Benno Stahl £ saka G. m. b. H. BERLIN W8 JägerstraBe 121 FERNSPRECHER: AMT ZENTRUM 5455/5456 „Die Gehstunde" Von Alice C a m i n e r, technische l.citerin der Gesellschaft für Gymnastische . Körperkultur e. V. Gehstunde? Gehstunde, gibt es das? Nein, das gibt es nicht, das sollte es aber gehen! Denn ich will Ihnen ein großes Geheimnis verraten, etwas, was wir alle nicht wissen, und was doch das Ei des Kolumbus ist. Wir können nicht mehr gehen, und das ist die Wurzel vieler Lehel. Wohl bewegen wir uns vorwärts, auf zwei Beinen und zwei Füßen können wir sogar große Strecken zurücklegen, und doch, da muß etwas faul sein, irgendetwas stimmt nicht. Wir müssen uns irgendwie von der Natur entfernt haben, etwas muß sich in unserem Gang geändert haben, was bei der Erschaffung des Menschen von der Natur nicht so gedacht war. Könnten sonst die Orthopäden soviel über .Fußleiden erzählen, gäbe es sonst in fast jedem Schuhgeschäft eine Fuß-orthopädische Abteilung, Einlagen. Fußstützen, Ballenschoner? Glauben Sie, daß. als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden und eine neue Heimat suchten, sie nach dem langen Marsche Plattfüße bekamen? Wie gesagt, vs stimmt da etwas nicht. Die Menschen gehen falsch, denn es kamt GYMNASTIK-UNTERRICHT | zurDurcharbeitung, Stählung und Lockerung f des ganzen Körpers, zur Erzielung schöner T und sachgemäßer Bewegungen, auch als Vor- ‘ training für jeden anderen Sport f Ferner Ausbildung zur GYMNASTIK' \ LEHRERIN bis zur Diplomreife; Kurse für Laien finden im Logenhaus Kleist- 1 Straße 10 statt. Auf Wunsch auch Einzel- > stunden in und außer dem Hause > Gesellschaft für gymnastische Körperkultur E.V. BÜRO: MERANER STRASSE 7 FERNSPRECHER: AMT STEPHAN 2179 Anmeldung jederzeit Sprechstunden: werktäglich 14-15 unmöglich mit rechten Dingen zugehen, wenn just die Gliedmaßen, die von Natur zum Stehen und Gehen ausersehen sind, die mit der der Natur eigenen Sachlichkeit gerade dazu konstruiert worden sind. l>ei längerem Benutzen, langem Stehen oder (■eben, Schaden nehmen und auf diese „Mißhandlung“ mit Schmerzen und Verbildungen reagieren. Wie gesagt da stimmt etwas nicht. Die Schuhe sinds, dieses Lehel der Ziv ilisation, wird mir geantwortet. Gewiß, der Schuh ist schuld! Aber sollen wir nun wieder barfuß gehen, wie die Wilden, ülrer heißen Asphalt, über holpriges Pflaster? Das kann man doch nicht im Ernst verlangen! Nein, das will auch ich nicht Vorschlägen. Gut passende Schuhe soll man ruhig tragen. Man soll aber, wie man mit jedem Werkzeug umzugbjien lernt, auch das Gehen in Schuhen, die ein Fremdkörper für uns sind, lernen. Wir sollen den Schuh beherrschen, nicht er uns. Das kleine Kind, das zum ersten Male einen Schuh mit fester Sohle anziehl, merkt, daß cs etwas Festes an den Füßen hat, daß es nicht so einfach ist, „Fäustchen“ mit den'Füsspn zu machen, daß es etwas Mühe macht, den Fuß von hinten nach vorn ahzurollen. Da hebt es eben das Knie, mehr als notwendig, überträgt die Bewegung des Fußes ins Knie, das ist viel bequemer. Aber der Fuß kommtum seine ihm von Natur zugewiesene Arbeit, die Bänder und Sehnen des Fußes erschlaffen und geliert nach. Und das häßliche Gehen aus dem Knie wird zur Gewohnheit. Die kleinen Kinder sollte man lehren, richtig lehren: Geht aus der Hüfte, rollt den Fuß ah, schaltet das Knie auf der Fläche möglichst aus. 1

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