Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 7 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. , Seite 129 tischen Bindung, in hohem Maße dadurch durch den Orden dem Judentum und der Menschheit zu dienen berufen ist.“ ADOLF BLUMENFELD (M. L). „Weil es die Pflicht jedes edeldenkenden Juden ist, der Einladung unseres Ordens Folge zu leisten: sich fn unserem Streben zur Förderung unserer erhabenen Aufgaben zu unserem eigenen Wohlc und dem der Menschen zu beteiligen.“ F. SIEGFRIED BRAUER (Sp. L.). „Weil ich eine Plattform suche, auf der sich die widerstreitenden Interessen und Empfindungen innerhalb des Judentums zusammenfinden, und wo die Achtung und die Sachlichkeit gegenüber Andersdenkenden Zwang ist. Dieser Zwang ist nötig, zumal wir in einer Umgebung leben, in der es leider zur Uehung geworden ist, im Andersdenkenden einen Feind oder einen Armen im Geiste zu sehen.“ MARTIN BRUNN (Sp. L ). „Weil ich in unserem Ordensbunde ehestens Miinncr finde, die mir wahre Freunde sind, denen ich Freud und Leid, die mich betroffen, rückhaltlos mitteilen kann, und bei denen ich immer wirkliches Verstehen und Mitempfinden treffe.“ EMIL COHN (M. L.) „Weil mich der Orden lehren will, die Menschen zu liclcn, und weil er mir Menschen zeigt, die liebenswert sind.“! WILLI' COHN (Sp. L.) „Weil in unserem jKreisc gleichslrebendcr Menschen die Pflicht immer lebendig bleibt, durch geistige Erhebung, durch sittliche Vervollkommnung und Opferfreudigkeil auf uns und die underen zu wirken, lum im umfassendsten Sinne des Wortes M i t mensch zu sei(i, Schicksalsgefährte.“ LUDWIG DANIEL (B. A. L.) „Weil ich allein ziii schwach bin, das Gute zu fördern, dessen Gedeihen mir am Herzen liegt, der Orden aber aus allen Lagern und allen Ländern die Energien zusammenfaßt, die dafür erforderlich ^ind und nicht nur materielle Leistungen, sondern Selbsterkimntncs und Selbsterziehung fördert.“ ISMAR ELBOGEN (B. A. L.) „Weil es mich innerlich bereichert, mit Gleichgesinnten edlen Zielen nachzustreben. SIEGFRIED ELLE (I. II. L.) „Wer sich religiös und innerjüdisch seinen Standpunkt erkämpft hat, der muß seinen Weg begehen, der weitab liegt vom Wege vieler anderer Brüder. Er aber gerade hat den Drang mit den weitab Schreitenden irgendwo wie auf einer hochragenden Atissichtswarte zusammenzutreffen, von der alle, durch das Glas des Gemeinschaftsgefühles schauend, erkennen werden: „Weit hinten am 'Horizonte treffen sich all unsere Wege am gemeinsamen Ziele“. — Diese Warte am Wege ist mir der Orden, und, sie zu besteigen, bin ich Ordensbruder.“ KURT M. FLEISCHER (T. 1. L.) „Ich bin Ben Briss, weil gutgesinnte Menschen mich für würdig eruchtet haben, an den höchsten Zielen der Menschheit milzuarbeiten; ich [bleibe Ben Briss, weil ich trotz mancher Enttäuschung immer wieder Menschen begegne, deren Gedanken rein sind und deren Sinnen und Trachten edel, hilfreich und gut ist, Menschen, die das Allgemeinwohl über das Einzelschicksal stellen und denen dennoch das Einzelschicksal Gegenstand einer rechten Anteilnahme und brüderlichen Gesinnung ist; ich bleibe Ben Briss, weil ich die Ordensarbeit liebe, die strenge Form gemeinsamer Arbeit, die es nicht hindern, vielmehr es ermöglichen soll, daß jeder seinen Gedanken und Empfindungen frei und offen Ausdruck gibt, ohne eine Mißverstehen übelgesinnter Menschen .fürchten zu müssen.“ MORITZ GALLINER (D. R. L.)- „Ein Mensch erfüllt von Idealen erstrebt diese in einer Gemeinschaft zu verbreiten und weiter zu veredeln. Ein Jude treu dem Välerglauben — soll mit seiner ganzen Persönlichkeit eine Vereinigung stärken, die jüdische Ethik ausslruhll und dadurch dem Abfall vorbeugt. Solches Denken und Empfinden machte mich vor fast drei Jahrzehnten zum Ben Briss.“ MAX GINSBERG (B. A. I..) „Ich bin Ben Briss, weil ich im Orden B. B. die Verkörperung reinen Altruismus verbunden mit den Bestrebungen zur Höherführung des einzelnen Juden und deren Gesamtheit sehe.“ PAUL GOLDSCHMIDT (1. I. 1.) „Weil ich etwas brauche, dus mich ül>er Stirgen, Not und Niedrigkeit des Alltags hinaushebt, und weil ich mein kleines unbedeutendes und begrenztes Dasein mit einer großen Idee von ewiger Dauer verknüpft hallen möchte.“ SAMUEL JACOBY (M. L.) „Ich bjn Ben Briss, weil mich Ordensideale und l.ogenheläligung auch im täglichen Kampfe des Lebens zur Selbstbesinnung führen.“ BF.RTHOLD KATZ (T. 1.1..) „Den Nächsten und nur den Nächsten zu lieben, ist mir zu eng begrenzt, wie nur den eigenen Bruder. Brüderlich jedem zu sein, ohne ihn selbst/zu wählen. ist/ höchste Forderung des Mensch-seins. Ein Weg zu diesem letzten Ziel ist mir der Ben-Briss.“ SALLI KIRSCHSTJJN (J. I . I .);,\\yCil ich im Orden eine Stütze'der Bildung des Herzens und des Geistes, weil ich als Jude im Orden eine Quelle der Stärkung des Gefühls der Zusammengehörigkeit und als Mensch in der Schwere des Alltags eine Schar gleichgesinnter Freunde gefunden.“ THEODOR KRESLAWSK^ (B. A.!..) „Weil ich an die Sache glaube, der ich diene, weil ich' überzeugt bin, von der Güte unseres Ordens, in welchem ich die ideulste Bewertung des jüdischen Bekenntnisses sehe, ein mächtiges Lehrmittel, sich als Jude zu hewühreh in Charakterstärke, vornehmer Gesinnung und idealer Weltanschauung. Und nicht zuletzt, weil es glich beglückt, eine große Anzahl wertvoller Manschen, mit, denen mich ein Gemeinschaftsempfinden verbindet, als Brtlder und Freunde *zu gewinnen.“ p.AVID LICHTENSTEIN (D. R. L.) „Weil der Orden mit sichtbarem, Erfolg den Weg weist, die Enge des kleinen Ich zu überwinden und dem messianischen Hochziel des Judentums stich anzunältern, das da ist: die Liebe und der Friede unter Iden Menschen.“ ARTHUR LÖWENSTAMM (B. A. I. ) „Das natürlichste Recht jedes Menschen ist das Recht auf sich selbst. Auf dieses Recht will ich am wenigsten in unserer sorgenbeladenen Zeit verzichten. Im Kreise der Brüder suche und finde ich den Weg zu mir selbst. Jedec-Mensch liat aber auch ein Recht auf 'die Gemeinschaft mit Gleichgestimmten. Dieses Recht bedeutet Verpflichtung für die Gemeinschaft. Dieses Recht bejahen, bedeutet Anerkennung der Verpflichtung. Weil ich mich zu der Verpflichtung für die Gemeinschaft der Brüder freudig bekenne, durum bin ich Ben Briss.“ ALFRED MARCUS (A. E. L.) „Ich bin Ben Briss geworden, weil ich als Suchender gluubte, Vollkommenes zu finden; ich habe eingesehen, daß dies im menschlichen Leben unmöglich ist. Und ich bleibe Ben Briss, um an meinem bescheidenen Teilchen zu helfen, meine Brüder und mich näher) an das Ideal heranzuführen.“ OSKAR G. NORDEN (Sp. L.) „Ich verdanke dem Orden die Bekanntschaft zahlreicher Männer, mit denen ich in jahrelanger Freundschaft durch die Gleichartigkeit der geistigen Interessen und durch eine Sympathie verbunden bin,-die zu analysieren sich erübrigt. Ich schätze den Orden als Lehrstuhl für die Vermittlung des Wissens um sittliche Werte, die von keiner anderen Organisation in diesem Ausmaß gepflegt werden. Die Ueberschätzung des an sich hohen Wertes des Ordens, die Verkündung von Jdealen, deren Verwirklichung