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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-10-01 · 7 (10.1929) · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
7 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 7 Seite 128 die durch ehrenhaften \\ andel. ideale Lebensauffassung und Befolgung aller Gebote der Menschlichkeit unsere Ebenbürligkeit l>cweisen soll. Der Kittzeine vermag dies nicht nur als dienendes Glied des Ganzen Kann er' zu seinem Teil dazu beitragen, den Haß der anderen allmählich zu überwinden.“ HUGO KLZNITZKY. Ehren-Vizegroßpräsident. Die Beamten der Großloge: „Weil ich Menschen suche und finde, denen ich mich verwandt fühle und mit denen ich menschliche und jüdische Dinge besprechen kann, ohne ein Vorurteil zu haben und einer \ oreingenommenheit zu Itegegnen." BENNO WALTKR. Vizegroßpräsident. \ on Moses Mendelssohn stammt ein Spruch, der an die Spitze jeder Definition unserer Ordenszwecke gesetzt werden kann: » ..Nach \\ ahrheil suchen. Die Schönheit lieben. Das Gute wollen. Das Beste tun.“ Loge heißt: Symbolik alles Guten, Zusammenschluß Wahlverwandter. Gemeinschaft Gleichslrebender, Auslese und Zu* sammenfassung; l.ogenzugehörigkeil bedeutet eigenen Rhythmus der Lebensführung. Harmonisierung von Gegensätzen. Zuflucht vor Maleridlismus. Keierstimmung im Alltag. Selbsterziehung. Heiligung: sie leitet ztjr Geistigkeit und Krkenntnis, rüstet aus. an edlen Werken mitzuarbeiten, gründet sich auf Menschenlrtundlichkeit. Humanität, Toleranz. Die Loge betont \ erhundenlteit mit Tradition, verknüpft Khrrfurcht vor Leberliefertem mit Verständnis für das W erdende, läutert die Gesinnung. schärft das soziale Gewissen,- schafft Frieden, und lehrt neben Befestigung altjüdischer Solidarität, höchstes reinstes Menschentum. Darum bin ich Ben Briss.“ MAXIMILIAN STEIN, Vizegroßpräsident. „Güte und (ieist ist in meiner Seele die Forderung an die Welt. Der Orden^Ben Briss ist seinem Wesen nach-dazu bestimmt, Güte und Geist zu betätigen. Fan jeder in ihm sollte an seinem Platze danach streben, die Güte zum Belt e r r s c'h enden des Geistes zu machen. Das Glück der W eit ins W eite gedacht hängt davon ab.“ M.FRED GOLDSCHMIDT. Großsekretär. Die Antworten der Br. Br. Präsidenten der Berliner Ingen: „Weil ich ein Ben Briss, ein Sohn des Bundes, vom ersten Tage meines Lebens an war. Und weil” ich mit den fortschreitenden -Jahren erkannt halte, daß diese Verbundenheit eine \ ci pllichtung einschließt, zu wirken und zu wachen, um das Gute in vier Welt zu verwirklichen.“ PALL MANNHEIM (D. R. I-.j. „Meine Brüder suche ich“ (I. Buch Mos. 37, 16). Meine Biüdcr suche ich, die mit mir auf dem heiligen Boden des Oi dens, losgelöst von dem Streit der Parteien das hohe Menschheitsideal der Abrahamsfamilie in der Welt zu verwitklichen Streben." / ABRAHAM LOB (B. A. I..). „Weil die Kernaufgalte des Ordens die Pflege des jüdischen Gesaintbewußtseins ist. das die Brüder trotz aller religiösen politischen und sozialen Unterschiede verbindet, und weil dieses Gesainlhewußlsein nicht nur theoretisch erkannt, sondern in gemeinsamer Arbeit zur eigenen geistigen und sittlichen Vertiefung und in tätiger Bruderliebe verwirklicht wird.“ ALFRED WIENER (M. L). „Weil ich nach dem Goethe-Wort „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" mein Leben gestalten will, und es mir in der Erfüllung der Ordensideale int Orden möglich ist, meinem Leben in diesem Sinne Inhalt und Zweck zu geben.“ MARTIN JAFFE (Sp. L.). „Weil ich glaube, die Menschheitsideale, die ich als Jade habe, in unserem Orden am besten gewahrt zn sehen und weil ich hoffe, diesen Idealen als Ben Briss am besten nacheifern zu können. “ FRI TZ RIESENFELD, (T. J.- L.). „Ich fühle mich mitverantwortlich für das Fortleben und die] Weiterentwicklung unserer Ideale und für ihre L’m-, Setzung in die Tat. Ich glaube, daß der Orden der Ben Briss dieses Gefühl in mir stärkt und mir hilft, mit gleichgesinnten Menschen gemeinsam im Sinne des Fortschritts zu arbeiten.“ . JOSL'A FRIEDLAENDER (A. E. I..). „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! Dies die höchste Forderung gegenseitiger menschlicher Beziehung. W er vermag von sich zu sagen, daß er mehr wie einen Schritt auf dem W ege zu diesem Ziel getan habe? Warum ich Ben- Briss bin? Weil die Forderung der brüderlichen Gesinnung eine .Gemeinschaft von Menschen schaffen will, die voll gegenseitiger Achtung, frei von aller Parteilichkeit des Lebens, versuchetr, sich in unbeirrbarer Menschheitsliebe Güte und Freundschaft zu geben.“ JOSEF HIRSCH (I. F. I..). „Wie über der Erde sich der Himmel wölbt, baut über dem Alltag sich das Reich der Ideale. Nichts .vermag so sehr den Menschen aus seiner Alltäglichkeit zu befreien als brüderliche Gemeinschaft mit gleichgesinnten und gleichstrebenden Männern. Die Loge ist die Stätte, wo dem Idealen sein Platz bereitet wird. Darum bin ich ein Ben Briss.“ KARL ROSENTHAL (A. G. I..). Die Berliner Br. Br. Expräsidenten antworten: „Sorgen und Freuden in kleiner Familie, Anspannung in der Arbeit Deiner Pflichten, Entspannung im Schaffen einzelner froher Stunden, soll dies Deinen Lebensinhalt erschöpfen? Schenke auch der erweiterten Familie gutfühlender Menschen Dein Sorgen, Deine Freuden, schenke Dein Können auch freiwillig übernommenen Pflichten und damit verbunden schenke Dir zugleich Tage und Jahre dauernden Frohsinns! Als Ben Briss kannst Du Dein Leben so bereichern.“ CARL ARONSOHN (Sp. L ). „Ich bin Ben Briss, weil ich über die Arbeit und Sorge des Tages hinaus mich einem großen Streben verbunden wissen will, eingegliedert in einen Kreis strebender, an ihrer eigenen Vervollkommnung arbeitender Menschen. Leber allem individuellen Denken steht der Begriff des Dienstes an der jüdischen Gemeinschaft, für die zu arbeiten jedem Bruder des Ordens in feierlicher Stunde auferlegt wird.!“ KARL M. BAER (T.I. I„). „Weil ich in der Neutralität des Ordens eine Bindung erblicke für alle, die sonst je nach ihrer religiösen oder politischen Einstellung getrennt marschieren, ferner, weil ich das Leben der Logen, eine harmonische Verbindung zwischen Egoismus und Altruismus herbeizuführen, als Jude und Mensch würdige.“ HEINRICH BERGER (M. I..). „Weil ich erkannt halte, daß ein Leben ohne Menschenliebe und ohne werktätige Hingabe an Bedrängte und Bedrückte nicht lebenswert ist. Ich danke dem Orden, daß er mir seit fast 40 Jahren die Möglichkeit bietet, nach meinen Kräften und nach meinem Können zu helfen, wo Hilfe fehlt, wo der Bruder oder die Schwester in Gefahr ist, durch die Sorgen des Lebens niedergedrückt zu werden. Ich danke aber auch dem Orden dafür, daß er mir Stunden der inneren Summlung gibt, die mich bestärken im Vertrauen zu den Menschen und in der Zuversicht zu dem Gott, zu dem wir beten, und auf den allein wir hoffen können.“ ALBERT BLOCH (D R. L ). „Ich bin — und werde immer sein — ein Ben Briss, weil die sittlichen Ziele und Tendenzen unseres Ordens sich mir als die Incarnation der immanenten, ethischen Lehren des Judentums darstellen, und der Ben Briss, in dem Bestreben der Erfüllung dieser Grundsätze, unabhängig von jeder dogmu-

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