Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 7 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Seite 130 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. -- außerhalb des Bereiches des Möglichen liegen, drohen zu einer inneren Unwahrhaftigkeit zu führen, die \erhängnisvoll für die gedeihliche Weiterentwicklung des Ordens werden kann.“ HUGO OSTBERG (S4». 1..). ..Ich bin Ben Briss geworden, weil ich in einem Orden von Juden, die sich ohne dogmatische, religiöse oder politische Bindung im Streben nach dem Ideal reinen Menschentums zusammengeschlossen hatten, diejenige Organisation gefunden zu haben glaubte, in welcher milzuarbeiten höchste Befriedigung gewähren müßte. Ich bin trotz mancher Abwege, die m. E. der Orden gegangen ist. Ben Briss geblieben, weil ich die Zuversicht hege, daß das Streben nach jedem Ideal doch das höchste Ziel des Ordens sein und bleiben wird, und ich deshalb die Mitarbeit im Orden nicht missen will.“ MICHAELIS PLACZF.K (Sp. I. ) „Jung an Jahren trat ich dem neugegründelen Bruderbünde bei, um gemeinsanTAnit Glaubensgenossen für die Verwirklichung der sittlichen Gebote des Judentums mit meinen schwachen Kräften zu wirken. In meinem hohen Lebensalter noch Anteil zu nehmen an den Bestrebungen des geliebten Ordens und im Sinne seiner Ideale zu leben, halte ich für meine Pflicht.“ ROBERT REIMAW (M. 1 .) „Weil selbst beim besten Willen die Kräfte, des Einzelnen zu schwach bleiben .für die Erreichung der hohen Ziele, die das Wohl der Gesamtheit umfassen. Erst im Vereinmit Gleichgesinnten und Gleichstrehenden wird uns die Gew ähr' geboten, daß unsere Ideale nach und nach der Verwirklichung näher gebracht werden.“ ^fSA.AC ROSENBERG (A. E. L.) „Mein Gefühl spricht: Weil ich mit starkem Bewußtsein Jude bin, und Jude sein heißt: Bruder sein! Man muß den Orden lieben, erklären kann man ihn nicht. Mein Verstand begründet: Da es für mich eine Lelxmsnotwendigkeil ist. neben und über die Bcrufsarltcilhinaus. Aufgaben zu dienen und Werke zu fördern, die dem W ohle der Menschheit und nicht nur dem Nutzen des engsten Kreises dienen. Ich bin Bruder des Ordens Ben Briss. weil ich glaube, daß in Erfüllung jüdischer Ideale und in Zusammenarbeit mit jüdischen Brüdern dem höchsten Menschheitsziele am besten gedient werden kann.“ * LUDWIG ROSENBERG (V. E. L.) „Ich trat in den Orden ein. um das ermüdende Gleichmaß der Tage zu überwinden und mich mit geistig Höherstehenden ül>er die Probleme des Lebens auszusprechen. Ich bin einer von den Alten, bei welchen die Begeisterung für. die Loge jung geblieben ist, und je länger ich dem Orden an gehöre, destomehr fühle ich. daß er ein nicht zu unterschätzender Teil meines Erlebens ist, der mir über die Fährnisse des Daseins hinweggeholfen hat.“ MAX ROSENTHAI, (D. R.I..) „Weil ich in der Gemeinschaft gleichgesinnter und zum Teil auch gleichgestimmter jüdischer Menschen milwirken will zur Erreichung der Menschheitsideale: Gerechtigkeit und Frieden." BENNO SAL1NGER (A. E. I .) „Ich habe mich schon in der Jugend dem Orden Ben Briss angeschlossen und bleibe ihm ergeben, weil ich hoffe, daß er neben der Pflege des brüderlichen Verkehrs, edler Geselligkeit und Hilfsbereitschaft sich große Arbeitsaufgaben zur Pflicht machen wird. Die Treue zum jüdischen Ideal, welche uns vorschwebt, muß durch ein. W irklichkeilsleben bewiesen werden, und jeder Bruder, jede harmonisch zusammengesetzte Loge mögen als wichtigste und zielgchendc Tätigkeit eine positive, praktische, Juden und Judentum erhallende und stärkende, “sichtbare Arbeit wählen, angreifen und vollenden. Nicht das Wort, sondern die Tal sei unser Panier! Sie bildet die Gesinnung, sie vervielfältigt die Kräfte und gewährt uns eine moralische Genugtuung.“ MARTIN SALOMONSKI (A. G. L.) „Wer die Wandlung vom indifferenten zum überzeugten Juden an sich selbst durchgemacht hat, wer im Orden für das Wohl der Allgemeinheit mit Freude und Befriedigung jahrelang hat mrtarbeilen dürfen, der ist und bleibt von gan zem Herzen ein Ben Briss.“ WILLY SEELIGSOHN (Sp. L.) „Weil iph es für ein Gebot der Menschenwürde halte, mit gleichgesinnten Männern 1. für die geistige und kulturelle Entwicklung meiner Glaubensgenossen und der ’ gesamten Menschheit zu arbeiten, 2. zu meinem Teile für die Linderung der Not der Armen und Dürftigen und den Schutz der Witwen und Waisen zu wirken.“- MAX SIMON (B. A. L.) „Höheres an Sittlichkeit, an werktätiger Menschenliebe, an Verständnis der Menschenseele und ihrer Schwächen kenne ich nicht als das Judentum, das ist ein zur Wahrheit strebendes Menschentum. Unser Orden Ben Briss gibt dem Juden jeder Richtung die Möglichkeit, sein Menschentum in der Feierlichkeit des Tempels und durch Zusammenarbeit mit brüderlich Verbundenen fördernd und gesteigert zu erleben. Ich bin Ben Briss, weil der Orden uns dieses Erleben zur Pflicht und zur Gewohnheit macht, und er dadurch wesentlicher Erziehungsfaktor und eine starke Säule des Judentums ist. Ich bin Ben Briss auch, weil die Zugehörigkeit zu unserem Orden ein Bekennen zu der durch Jahrtausende getragenen geistigen und sittlichen Würde unserer Ahnen bedeutet, eine VV urzcl der Selbstachtung.“ Vjil ARTHUR SCHINDLER (I). R. L.) „Weil ich als Jude geboren; als Jude leben und sterben will!“ IGNATZ SCHWERSENZ (VI. L.) „Die Trivialität und Banalität des Alltags zieht uns hinab; das Ideelle hebt uns empor. W er die Idee des Ben Briss wirklich erfühlt und in sich aufgenommen, wird imstande sein, auch den Alltag zum Feiertag zu erheben. Deshalb bin ich ein Ben Briss." STEPHAN STEINHARTER (Sp. L.) „Unser Alltagsleben wäre unerträglich, vfcenn es nicht eine Stätte gäbe, an der wir über das Heute hinaus leben, ohne Nutzzweck. nur für das Ideal. Und wenn wir auch nicht bei jedem Schrill es fühlen, einige wenige Stunden der Lose lüsung vom Staub des Alltags gibt uns der Ort, den wir um seiner Weihe Willen den Tempel nennen. Um dieser wenigen Feierstunden willen, das ist das eine*, lohnt es sich, ein Ben Briss zu sein. Und das zweite: das Judentum von heute, in Weltanschauungen zerrissen eine für das Lebenbleiben des Judentums notwendige Zerrissenheit bedarf einer Stätte, an der es klar wird, daß das Trennende nur Schein und das Einigende Sein ist, bedarf einer Möglichkeit, unter dem Schutze des brüderlichen Friedens durch Aussprache im Geist der Wahrheit zum Frieden zu kommen. Durch Klarheit zur Wahrheit, durch Wahrheit zum Frieden! Weil so nur die dom Alltag enthobene, die dem Ideal zugewandtc Loge eine Stätte des Friedens sein kann, deshalb muß jeder, der Wahrheit und Frieden ersehnt, ein Ben Briss sein und bleiben.“ HEINRICH STERN (Sp. L.) „Ich bin Ben Briss, um, im Kreise nach gleichen Zielen strebender Menschen seelische Erholung und teilweise auch Erhebung zu finden.“ HUGO WITTENBERG (1. F. I„) LOGEN-BEKANNTMACHUNGEN befinden sich noch auf den Seiten 134 und 142 bis 143: Festankündigung der Berthold Auerbach-Loge, Hinweis für die Bibliothekbenutzer und der sehr wichtige Steilenmarkt der Berliner Logen U.O.B.B. (Angebot u. Nachfrage). Die Unterbringung amtlicher Bekanntmachungen im allgemeinen Teil unserer Monatsschrift dient auch den Interessen der Inserenten, die allein die Kosten für die Herstellung des offiziellen Publikationsorgans der Berliner Logen U.O.B.B. tragen und einen Erfolg ihrer Geschäftsempfehlung erwarten. Brüderl Unterstützt die Inserenten I