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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-12-01 · 9 (12.1928) · p. Seite 240

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
9 (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 240 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 9 Seite 24Cf MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O. B. B. dcre Karingegeben. Weil al>er Leben bedeutet: W irkungen ausüben u n <1 empfangen, hat sich der jüdische Mensch immer ciugegliederl in das (ian/e. Kr hat stets gegeben und genommen, und er hat immer nur deshalb anderes annehmen können, weil — er eigenes geben konnte und selbst etwas war. So stand er in lelietnliger Wechselwirkung mit der Umwelt und ist nie, versteinert und einseitig geworden. Hieraus erklären sich die — Schattierungen im Bilde des jüdischen Menschen, die eine Mannigfaltigkeit in der l'.inhcit darstellen und ohne die er als ein l ebendige-' undenkbar ist. Heimat und Glaube sind die gleich starken Komponenten seiner Wesensart und finden ihre K.inheit in der Humanität. Dieses Ideal ist auch das Gemeinsame unter der. IIiilitungen. <1. h. den Seitenwegen im groben jüdischen W ege. die sieh oft iK^ämplen. aber immer wieder Zusammengehen in dei Vrbcil für die Menschlichkeit. Das ewige, einheitliche, umfassende Humanilätsideal wieder In den \ ordergrund gerückt zu haben, ist das un\ergänglichc \ erdiensl unseres Ordens, der sieh „die hohe Aufgabe gesetzt hat /.luden zu vereinigen zur I örderung der höchsten und ideal- Verband Berliner Acht der Berliner Logen U.O. B. B. haben steh zu einem Verbände zusammcngcschlossen. der. mit Ausnahme der w. Moiitefiorr-l.oge. alle Berliner Arbeitsstätten unseres Ordens um labt. Die feierliche K r ü f f n u n g s - S i t /. u n g des neu gegründeten Verbandes fand am li. November 192!! im I.ogenhuu.se statt. Die Ctrobloge war durch die hw. Grobpräsiilenten, Br. Baeek. und Br. Kinkel vertreten. Der Verbands-Vorsitzende. Bi. Präs. Hirsch, eröffnele die Sitzung mit folgender Ansprache: I b.t hw ürdiger (imbpräsident. meine lieben Brüder! VV tun ich an die Geschichte der Gründung unseres l-.ogen- V erhnndes «lenke und an die wcehselvedlen Schicksale des Ge «lankens unserer Gründung, dann möchte ich wie in einem Märchen beginnen: es war einmal. I.s war einmal, «lab unter den Berliner l.ogenbi ädern Einmütigkeit nicht nur «les Gedankens, sondern auch der Persönlichkeiten vorherrschend war. Vn dem Gedanken der Iloehstrebigkeit unserer Ziele hat «las Phantom der Zahl nichts ändern können. VV ir hal.cn noch heute «las gleiche UNSERE TOTEN Der Orden beltlagt den Heimgang folgender Brüder: Name Eingetret. Geboten Verstorben Be rthold Auerbach-Loge Ludwig Huth 20. 3. 1899 2. 4.1856 26.11.1928 Montefiore-Loge Willy Rosenstock 24.11.1903 24.12.1869 25.11.1928 Spinoza-Loge Max Cohn 29. 4. 1920 22. 1. 1861 22.11.1928 Timendorfer Jubil&ums-Loge Martin Baumann 7. 3.1920 11. 9.1872 18.11.1928 Max Weiss 6. 12.1922 26. 4 1862 30.11.1928 Akiba-Eger-Loge Gustav lacobstamm 26. 4. 1923 6. 6. 1874 1. 12.1928 Ehre ihrem Andenken! stell Güter der Menschheit“. Dies ist das Ziel. Und der Weg ist: „den geistigen und sittlichen Charakter unserer Glaubensgemeinschaft höher zu entwickeln und zu stärken“ durch Erzichung zur Menschenliebe, zur Khre un«l zum Patriotismus, durch Kunst und Wissenschaft, durch soziale Gesinnung und l aten «les Wohlwollens. Wir sprechen vom Ideal in Superlativen und sollten dabei bleiben. Man kann nie superlativisch genug vom Humanitütsidcal denken und sprechen. Kin Abglanz der Sonnenhöhe bestrahlt danndie Alltäglichkeit. In diesem I löelistz.iel allein sind wir einig, wie alle Menschen, die strebend sieh bemühen, mögen sie die Wege zu ihm verschiedenartig wählen, und mag auch der jüdische Weg nicht für alle Bne Briss, für alle Brüder derselbe sein. Ks bleibt immer das alte, einzjgo f«leal: „Bruder, Nimm die Brüder von der Kb’ne, Nimm die Brüder von «len Bergen Vlit, zu Deinem Vater mit!“ Logen U.O.B.B. Ziel: nach innen in unserem I.ogenkreise veredelnd zu wirken, Bruderhilfe aus dem stn'imcinden Heizen der Liebe zu geben, wir haben noch das Ziel, nach außen zu wirken durch Soziularbeit im Sinne einer ewig währenden Menschheitsliehe. Untl wahrlich, man darf, ohne den Vorwurf in Superlativen zu sprechen, «len Satz prägen, «lab die Leistungen der Berliner Logen vorbildlich gewesen siiul ün«l hoffentlich auch weiterhin sein werden. Ich erinnere an unser l.ogcnheim, an die Toynhee-Ilallc, an das Mütter - und Kinderheim und andere Institutionen, die aufzuzählen sich in tliesem Kreise erübrigt. Was sich aber geändert hat, ist die Linmütigkeit der Personen. Die Berliner Logen haben sich auseinundergclchl, sie haben verschiedene Interessen gewonnen, je nach der Zusammensetzung un«l Artung ihrer Mitglieder.-Der gemeinsame Ausschuß. dessen grobe Leistungen als vvirtschaftliehe Vertretung gebunden sind, ist nicht «1er Vertreter der gemeinsamen persönlichen Bindung geworden un«l konnte' «las auch nur sein, solange die Berliner I.ogenkreise durch |>crs<'inliche Freundschaften eine gemeinsame Bindung hatten. Unseren Dank «len Mitgliedern und Leitern des Ausschusses, «laß sie bisher auf dem Plan waren zur Vertretung gemeinsamer Interessen. Dank ihnen, daß sie auch weiter «lie wirtschaftlichen Interessen un«l die Vertretung «lieses Hauses in ihre Nbhut nchincnf Man hat «lie I rage auf geworfen, ob nicht eine tmfec&>senkolision der beiden Verbände, des Gemeinsamen Ausschusses un«| «les Logenverbandes eintreten könne. Diese Krage aufwerfen. heißt sic gleichzeitig verneinen. VV enn der Gemeinsame Ausschuß nicht bestünde, so müßte der Logenverlmn«! ihn gründen. Es kann nicht unsere, des Logenverhandcs, Aufgabe sein, für die tägliche Kleinarbeit den emsigen Heiß aufzubringen, den «lie Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses erfordert. Der Logenverband soll, um das Bild eines Baumeisters zu wählen, mit sicherer Hand das geistige Gerüst aufstellen, auf dem die Berliner Logen in ihren gemeinschaftlichen Zielen arbeiten. Die Arbeit, die geleistet werden muß. soll nicht die Initiative «ler einzelnen Logen lähmen, son- «lern im Gegenteil die Anregung einer jeden Loge zur vielfachen VV irksamkeit bringen. Es wird eine Zeit kommen, wo auch außerhalb dieses Hauses Berliner Imgen und Brandenburger Logen sein werden. Auch diese Logen soll unsere Zugehörigkeit umfassen. Leidet .'ist bisher die vv. Montefiore-Loge uns ferngeblieben, cs ist aber mit Sicherheit zi} hoffen, daß sie sich an unseren.

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