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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-11-01 · 8 (11.1928) · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
8 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 217 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. N Seite 217 land. Bezeichnend hierfür ist die seinerzeit viel kommentierte I utsaehe, daß Rousevelt als Präsident seine jüdischen Mitarbeiter /.war %u den ofri/iellcni Empfängen, aber unter 2000 Gästen keinen einzigen .luden zur Hochzeitstafel seiner Tochter eingeladen hatte, oder der Satz Rockefellers, der i^it den jüdischen Finanzgrößen zwar geschäftlich, aber nicht gesellschaftlich verkehrt und einmal, darob befragt, geantwortet hat: „Ich kenne sie in der Wallstreet, aber nicht in der Fifth Avenue.“ Aus dieser Situation hbraus sind Gedanke und Tat der Hillel-Foundation als die neueste Leistung des amerikanischen Bnui-Brith geboren. / ' . . Auch außerhalb des engeren Logenlebens hat sich Kraus an zahlreichen allgemein-jüdischen Unternehmungen beteiligt, siKtm der Organisation des Ameril^unisch-Jüili^chen Kongresses, an den Vorbereitungen für einen jüdischen Weltkongreß und am Aufbauwerk Palästinas, für das er sowohl dio Gründung einer Bne-Briss-Studt, wie eine dauernde" Mitarbeit des Ordens am Ausbau der hebräischen Universität erwirkt hat. Esperanto und Ordensgedankeh ' Von Br. Expräs. Joachim Heidenfeld (B. A. I..) Vor wenigen Monaten konnte die Welt die Feier des 40. Geburtstages' der Welt-Hilfssprache Esperanto begehen. Am 2li.|Juli 1887 erschien in Warschau eine Schrift des Augenarztes l)r. Ludwig l.azarus /.aincndorf, in russischer Sprache „l)r. Esperanto (Pseudonym: der Hoffende) Internationale Sprache“. Der russischen Ausgal>c folgte im gleichen Jahre dus Lehrbuch iin polnischer, französischer und deutscher Sprache, t Das Buch fand erst wenig Anerkennung. Im Laufe der zwei ersten Jahre sammelten sich etwa 1000 Anhänger, die sich im wesentlichen aus Slaven zusammensetzten. In den folgenden Jahren fand erst langsamer und dann immer schneller das Esperanto Anerkennung und Verbreitung, bis die heutige, nuch Millionen zählende Anhängerschar erreicht wurde. Diese Verbreitung des Esperapto, die Propaganda, die heute in dankenswerter Weise von deiti Verlage Rudolf Müsse und anderen Zeitungen betrieben wird, — die Verbreitung, die durch die Kadiostationen bewirkt wird, (177 Scndestellen senden teils in, teils über Esperanto), haben ihren inneren Grund. Versehie* dene Momente wirken hier zusammen: Die Menschheit sucht in immer verstärktem Maße Annäherung, insbesondere in ihren Ilundelslieziehungen und den Fragen der Wissenschaft. Die technische ''Vervollkommnung der Verkehrsmittel drängt uuf ein allgemeines Vcrstündigungsmittel. Bevor hier auf die Esperanto-Sprache selbst eingegangen wird, muß das Problem der VcrschL'den-Spruchigkeit und seiner Lelverwindung durch eine allgemein geltende und geübte Weltsprache, oder richtiger gesagt, eine Welt-Hilfssprache erörtert »erden. Die Lösung des Problems soll nicht darin bestehen, an die Stelle der nationulen Sprachen eine allgemein gültige und anerkannte Weltsprache zu setzen, sondern lediglich eine Wclt-IIilfssprache, die neben den nationalen Sprachen lediglich als Verständigungsmittel von den Angehörigen sämtlicher zivilisierten Nationen im Verkehr mit den Angehörigen einer anderen Nation gebraucht werden soll. ' IiA Altertum fand das Sprachenproblem insofern eine befriedigende Lösung, daß die griechische Sprache durch die Bedeutung des Volkes, das sie gebrauchte, als eine Weltsprache im weiteren Sinne ungesehen werden konnte. Diese Sprache wurde uueh an den Hof Alexanders von Mazedonien übernommen und fand mit dessen Eroberungszügen weiteste Verbreitung. Als Sprache der griechischen Philosophen und Dichter wurde sie schließlich die Weltsprache der Gebildeten bis in die römische Kaiserzeit hinein, um schließlich durch die lateinische Spruche der Römer ubgelüijt zu werden, die bei der Eroberung und Kolonisierung der damaligen Welt ihre Sprache überall bin verpflanzten. Sie ist ' deshalb auch die Grundluge zahlreicher anderer Sprachen, der sogenannten romanischen (italienisch, spanisch, französiseji, portugiesisch, rumänisch, und ladinisch-Engadin-) geworden. Die lateinische Sprache wurde als1 sogenanntes Vulgärlatein vin der kutholischen Kirche übernommen und von dieser ins Mittelalter hinübergetragen und ist dadurch die Gelehrtensprache bis in unsere Tage geworden. Da-" neben gelangte im Mittelalter als Sprache der Höfe und der elcgunten \\ eit sbvvje’ als Sprache der Diplomaten das französische zu weitestgehender Anerkennung, während die englische Sprache sieh erst in neuerer Zeit'zu ciliar Weltsprache im Handel und Verkehr gestaltete, .^ber auch si^ wie die anderen erwähnten Sprachen jiind stets def“ Allcinbesitz einer kleinen gebildeten und sozial hochstehenden Volksschicht gewesen. ‘ , ■ ■ Die Sehnsucht nach einer einheitlichen Weltsprache, die Allgemeingut der ^Ienschheit*scin könnte, nahm schon im späteren Mittelalter — der Zeit dcr'grpßen Philosophen — greifbare Formen an. , , - Soweit feststellbar, war ein Pater Nlersenne ein Freund des frfyi/ösischcn Philosophen Descartes, der erste, der dtjs Problem richtig erfaßte. Er lebte, um c|.ie Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Mcrsjcnnc brachte einen Prospcklus über eine lingua universulis lleraus, in dem bereits das AN esen einer künftigen Weltsprache, ihre Bildung durch Vereinfachung der N'uturspruchc und Verwendung von Affixen richtig erfußte — eine Lösung, die 200 Jahre später durch das Esperanto verwirklicht wurde. Den ersten praktischen aber noch unzulänglichen Versuch zur Schaffung einer Welt-Hilfssprache machte der badische Pfarrer Johann Schleyer aus Litzelstätten bei Konstanz, der im Jahre 1880 seine Welt-Hilfsspruchc Volapük heijausbrachte. I \ UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender" Brüder: Name Eingetret. Geboren Verstorben Deut vche, Reich vlpge lvidor BeckeT 22. 3.1884 22. 8.1856 5. 10. 1928 Sally Lewin 1. 2 1919 17. 1. 1862 16 10.1928 Emil Kosterlitz 11. 5. 1921 12 7. 1852 26.10.1928 B erlhold Auerbach-Loge . lvidor Rievs ,/ 24. 10 1934 6. 9.1857 2.11, 1928 ’ Montefiore-Loge lvidor Covo 17. 6. 1902 19. 12.1870 .11 101928 Carl Silbermann 1. 12.1908 13. 8 186) 1. 11. 1928 Dr Max Dreipl 9. 2 19Q4 6. 8.1875 4. 11. 1928 f ' Spinoza-Loge Hermann Cotdberg 3. ,4. 1910 17. 5. 1859 Julius Fenchel-Loge 31.10.1923 öerson Goeritz 30. 1.1927 : 1. 7. 1855 4.11. 1928 1 * ► Ehre ihrem Andenken!

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