Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 12 (3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 239 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1 r L Nr. 12 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOQ EN U.jO.B.B. Seite 239 sammen, gründen eiriqn Hausstand, d. b. sie suchen eine gemeinsame Wohnung, schallen die Einrichtung, sorgen gemeinsam oder mit verteilten Rollerl für dip Ernährung, erzeugen Nachkommenschaft, ziehen diese groß, letztere verfahren ebenso, es entsteht eine erst kleinere, dann größere Gemeinschaft, deren Mitglieder gemeinsame Ziele varfolgen, die Siedelungen wachsen sich zu größeren Verbänden j— Staaten, Völkern — aus, um unter Umständen von anderen ^verdrängt oder vernichtet zu werden, oder bei Mangel der notv/pndigen Existenzbedingungen unterzugehen usw. Alles das findejl sich auch in der Tierwelt! Der Paarung g< St wie immer die Werbung voraus. Sie vollzieht sich bei d< | Tieren entweder in Kämpfen der männlichen Rivalen bis zu ri Ueberbleiben eines unbestrittenen Siegers, dem dann das „Wrijbchen" folgt, oder indem vom Bewerber allerlei Künste zum besten gegeben werden, die das Weibchen bestimmen sollen, d< ijfi Bewerber in die Ehe zu folgen. Brehm bemerkt hierzu: Wählend der Brunstzeit zeigt sich das Säugetjer oft in ganz anderer weise, als außerdem: die männlichen Tiere, die sich sonst nicht pfei die weiblichen kümmern,, finden sich bei diesen ein und bekunlen eine große Erregung ihres Geistes und Leibes. Es wächst cne Eifersucht' und der Haß gegen etwaige Nebenbuhler; heftig<;'j Kämpfe werden zwischen diesen ausgefochten und Kampflustige zu denselben durch lautes Schreien eingeladen; selbst in jqer Seele des furchtsamsten Säugetiers regt sich der Mut und die; Kampfeslust. Der als Sinnbild der Feigheit dastehende Hase känjpft mit seinem Nebenbuhler verhältnismäßig ebenso wacker wie Löwe, wenn er auch seinen Liebesgegner nur tüchtig mit den Vorderpfoten ohrfeigt; der furchtsame Hirsch wird kühn und selbst! {lern Menschen gefährlich; die Stiere zeigen eine namenlose WutJ die Raubtiere aber scheinen gegen alle fremden Geschöpfe p^lder gesinnt zu werden, als sic es früher waren; in der verschiedenartigsten Weise machen die Männchen ihren Weibchen den j Hof. Die Affen werden äußerst zudringlich und erlauben keine SjMödetun; die Hunde dagegen bleiben liebenswürdig, selbst wenpj die Hündin noch so ärgerlich über die Liebeserklärungen si» stellt; die Löwen brüllen, daß die Erde zu erzittern scheint, lufid die verliebten Löwinnen gebärden sich, als ob sie ihre Liebhaber verschlingen wollten; die Katzen rufen . mit unglaublicher Sanftheit sehnsuchtsvoll nach dem Gegenstand ihrer Schwärmerei, sind aber so reizbar gegen die Nebenbuhler, daß die zarten Tön i bei deren Anblick, sofort in ein höchst wütendes Fauchen üb ergehen; die männlichen Maulwürfe sperren ihr Weibchen augenb icklich in einen ihrer unterirdischen Gänge ein, sobald es sich :u spröde zeigt. Die Wiederkäuer führen gleichsam zur Ehre d;s weiblichen Tieres große Kämpfe auf . . . Der, sozusagen k allektivistischen Liebeswerbtingder Säugetiere, steht die Einze wenbung in der Vogelwelt gegenüber. Bei jenen müssen die Bewerber allerdings während ihrer schweren Kämpfe den erhofften iSiegespreisoft genug einzelnen dritten, die den Zweikampf ,,k)ug benutzen", überlassen,: was z. B. bei Hirschen, Renntieren, Seebären, Schildkröten, Krokodilen, Alligatoren usw. beobachtet worden ist. I In der Vogelwel werben die Männchen unter Aufbietung ihrer vollen Liebenswürdigkeit uml die Weibchen, einige durch sehnsüchtiges Rufen ader Singen, andere durch zierliche Tänze, noch andere durch T inzspiele usw. Oft wird die Werbung sehr stürmisch und das Mi.nnchen jagt stundenlang hinter dem Weibchen her, dieses scheinbar im Zorne vor, sich hertreibend. Aehnliche Werbung ist übrigens auch bei Fischen beobachtet worden, wie z. B. A. 17b beschrieben. Ist die Ehe geschlossen, die bei den, meisten. Säugetieren nur von kurzer Dauei’ ist, bei einigen Wiederkäuern, namentlich kleinen Antilopenartein, und etwa bei einzelnen Walfischen über ein Jahr dauert, be.ii den meisten Vögeln aber auf die ganze Lebenszeit ausgedehnt ist, so geht es auf die Wohnungssuche, Bei Brehim,findet!sich bereits der Begriff der 1,Wohnungsnot" vertretet und wiederholt belegt. So heißt es V. 21109: D^r Mauersegler, ursprünglich Felsenbewohner, hat sich ^Mniählich zu den Behausungen der Menschen gefunden und Mt allgemach zu einem Stadf- und Dorfvogel geworden. Er vermehrt sich ständig und leidet daher schon gegenwärtig an vielejn Orten und selbst in ganzen Gegenden unseres VateVlandes ün Wohnungsnot. Auch der Schwarzspecht leidet unter Bäume vop solcher Stärke, schreibt MARCUS NELKEN A SOHN | ®egr. 1819 Sanhljau« ©egr. 1819 BRESLAU Scfjroeibnifcet Sttjofjt 54 leL.Hbr.: „ttelifi en*‘ AUSFUHI BANKMXSS BERLIN WS Xaubenfttafie 84 XeLSlbr.: .Jlelhenbanh“ UNO SÄMTLICHER GEN TRANSAKTIONEN für die Gesellschaffsfafel in großer Auswahl F.A.S Berlin CHUMANN W 8, LEIPZIGER STR.10Q QUER DURCH DIE ZEIT i FÜHREST DIE BÜCIIER 1 I von | A K N O L D Z W E I G FRÜHE 'FÄHRTEN I Geheftet 4 jRM. In Satin gebunden 5 50 RM.' REGENBOGEN j In Satin qebti'nden mit Schubumschlag 7.501 RM. LESSlXd / KLEIST / BÜCHNER Geheftet 4.50 KM In Leinen geb. und in Kessqtte 7 RM. Arnold Zweig H untfi am tiefsten in dieser Gestaltung der üeyin •Kleiner Held* (aus ce laus dem „Uegcnboyjri Mensdien einfach erz ‘ nicht übersehbar, all hellt, oder ob er d Büchner* als geistrei des deuischcn Dronwj: darum, mit/uhelfen nach der Vurrms de: im lebten Jahrzehnt Zeugnisse der liefshhi Weil die Geistigkeit großen Kunst des unserer Zeit geboren, und weil die Men sc geht tur alle von den) aus.. Er ist der Diq\l geistigen Juden r den Dichtem des Heute einer voni denen, die 'eil verankert und die am ernsthaftesten um die mart bemüht sind. Ob er in den Novellen c en «Frühen Fahrten") und .Einen Hut kaufen? ' ,,r n“> die kleinen lebensgeschichlcn alltäglicher ahlt und zwischen den Zeilen unaufdringlich, aber II jemeingültiges Schicksal aus dem Dunkel ouf~ j c Lebcnsbi-der dreier Grofter „Lcssing, Kleist, 471er Essayist zeichnet und dem Entwicklungsgang s dabei ruichspurt — immer handelt es sich ihm der Arbeit „um den Wiederaufbau der Seele" Krieges und .der Umschichtung des Erlebens und immer, auf jeder Seite, sind diese Bücher Bemuliung um die Fragen der (Gegenwart, in den Werken Arnold Zweigs ebenbürtig der E'Zahlers ist,' und weil alle seine Bücher, aus von den Dingen handeln, die uns alje pngehen, Vcn seiner Dichtungen uns almein — deshalb Büchern Arnold Zweigs so starke Bereicherung iter, der am eindrucksvollsten den TypuAdesi Jer heutigen deutschen Literatur repräsentiert. J. M. SFAETH VERLAG I BERLIN ■l