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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-03-01 · 12 (3.1928) · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
12 (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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Seite 238 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 12 Soziologie der Tierwelt Von Louis Goldberg, Berlin. Zu Anfang des verflossenen Jahres erhielt ich vom Gutenber-nA erlag in Hamburg eine Einladung, „Brehms Tierlebcn", das in etwas abgekürzter Form, aber ohne Beeinträchtigung des Wesentlichen des msterblichen Meisterwerkes, sukzessiv. ,er* scheinen sollte, zu t estellen. Es waren 24 Bände in 12 Büchern vorgesehen. Für Tiere halte ich mich bislang nicht sonderlich interessiert; wohlverstanden für die lebenden, denn nicht leugnen kann ifch, daß ich eine gebra cnc Gans, ein gesottenes Huhn usw. stets mit Aufmerksamkeit betrachtet und mit Andacht verzehrt, und im stillen die Nützli:hkeit dieser Tiere gepriesen habe! Was aber die lubenden Tiere anbetrifft, so habe ich mich, von denselben stets in respektvoller Entfernung gehalten, und es sind mir Hunde sleis lieber, wenn sie' mit Maulkorb versehen sind find an der Liine geführt werden, als wenn sie in ihrer Natürlichkeit herumlaufen; denn ich weiß nicht, ob mich die Hunde-für ebenso harmlos halten, wie ich mich selbst im Umgazig mit Tieren cirschätie: auch von den Raubtieren im Zoo lafrsc ich mich nicht gern aufs Korn nehmen, denn im Falle eines Falles, der zwar ausgeschlossen erscheint, aber .doch nicht unmöglich sein dürfte, wäre der Ausgang eines Zweikampfes, wenn cs überhaupt zu einem solchen käme, kaum zweifelhaft. Selbst die Vogclwclt. die Brehm so unendlich wegen ihres stolzen Fluges und ihres, köstlichen Gesanges begeistert hatte, vermag mich nicht aus meinem Tagespensum herauszubringen, denn um der Brehmschen Präisungen' teilhaftig zu werden, müßte ich zu früh aufstehen bzw, zu spät zu Bette gehen, was bekanntlich nicht jeder fertig b »kommt: ich am allerwenigsten. Und zum Studium sonstiger T cre müßte ich Zeit und Geld im Uebcrfluß haben, wSsbei mir ebenfalls nicht zutrifft. Auch beruflich habe ich mit der Tierwelt nichts zu tun, weder als Nutznießor in irgendeiner Form, noch als zufälliger ..Nachbar” usw., und stehe also in sehr lockerem Zusammenhang mit jenem Teil der Schöpfung, als deren Krone wir uns zu bezeichnen pflegen. Gleichwohl packte mich der erwähnte Prospekt.' In ihm stand zu lesen, daß jeder Gebildete den „Brehm” besitzen müsse; nun ich besaß ihn nicht! Aber anscheinend hatte der Verlag gemeint (aber höflicherweise umschrieben), daß;cder Gebildete den „Brehm" gelesen haben müsse, und um nicht in den Verdacht des U^gebildetseins zu kommen, bestellte ich den „Brehm" kurz entschlossen, in der Absicht, den Lesestoff auf weiteren und kürzeren Fahrten durchzuarbeiten; uhd so geschah es mit den 20 Bänden in 12 Büchern, die ich bis jetzt erhalten habe. Brehms Werk wird mit einem Kapitel eröffnet unter der Ueberschrift: „Ein Blick auf das Leben in seiner Gesamtheit", und auf Seite 27 stehen die Worte: „Alles Tier ist im 'Menschen, abpr nicht, aller Mensch ist im Tier!“ Mit diesen Worten hatte ich den inneren Anschluß an Brehm gefunden, denn hiermit war präzise ausgedrückt, was unklar einen Teil meiner Lebensfind Weltanschauung ausmachte, d. h. also nicht nur unsereVerbundenheit mit der Tierwelt aus dem Gesichtspunkte der Nützlichkeit und dex Hochkultivierung, sondern die Tierwelt aufgefaßt als soziologische Vorläuferin der Menschheit! ■ Die Soziologie war nun von jeher, mein Steckenpferd, und auf ihm reitend wollte ich nun die Tierwelt linier Leitung eines genialen Naturforschers kennenlcrnen. Soziologie ist bekanntlich die Gesellschaftswissenschaft, stillschweigend bezogen auf die Menschheit; wenn aber alles Tier im Menschen ist, so muß auch die Tierwelt soziologische Grundzüge aufweisen, die zusammengestellt und folgerichtig aneinandergereiht, eine kleine tierische Soziologie ergeben müssen. Es mag gestattet sein, im folgenden .den Aufbau an Hand von Schilderungen aus dem „Brehm" zu %'ersuchen. Die soziologische-Einheit (— manche sagen Zelle —) ist die Familie. Verschieden-geschlechtliche linden sich paarweise zu- 1675 PS Friedrichstraße 223 Bergmann 1333 31 „ * 12/55 PS Bismarckstraße 83-84 Steinplatz 2892 WENDRINER Aktiengesellschaft für Automobilbetrieb Importeur für Deutschland

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