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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-03-01 · 12 (3.1928) · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
12 (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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Seite 232 Nr. 12 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B, gegebenen Versprechen auf die Belastungsproben dieser Liebe hinzuweisen: . Sic sind in eine große Logegekommen. ‘Mehr als bOO jüdische Männer sind in ihr vereinigt. Zweifelnd wirdsich mancher fragen: Wie kann man sechshundert Menschen Freund und Bruder sein? Diese Fülle verwirrt mich und überspannt die Aufnahmefähigkeit meiner Seele. Meine lieben Brüder: Man erwartet nicht, daß Sie 600 persönliche Freundschaften schließen werden. Die wahre persönliche Freundschaft bleibt auch in einem viel, viel kleinerer. Kreise ein Problem von gleicher. Schwere. Sie "zu finden ist eine Gnade Gottes. Suchen Sie das Gefühl der Vereinsamung in dem großen Kreise zunächst durch die Ueberzeugung zu bannen, daß Ihnen hier jeder wohl will und daß Sie sich ohne Scheu jedem a.aschlicßen dürfen. Vielleicht finden Sic in diesem großer. Kreise leichter eine gleichgestimmte Seele als in einem kleineren. Mir' persönlich erscheint im Rahmen unseres Logenlebens ein Freundeskreis, sofern er sich derartig genügt, daß er sich andern verschließt, gar nicht so wichtig wie die,große anonyme Freundschaft, die Sie von Stund’ an mit 2000 bis 3000 Berliner Brüdern, mit den fast 15 000 unseres deutschen Distrikts, mit den mehr als 100 000 unseres weltumspannenden Ordens verbinden soll. Es ist eine gewaltige Armee, die auf die gleiche Fahne wie Sie geschworen hat. Durch geheime .Uebereinkunft aufeinander abgestimmt, können Sie diesen Mitstreitern für die Idccir-unseres UOBB. überall auf dem Erdenrund begegnen, können Sie von jejfem einzelnen im überdurchschnittlichen Maße tatbereilcs. brüderliches Entgegenkommen erwarten. — Wer von Ihnen in dieser Symphonie der 100 000 seine eigene, besondere Aufgabe iucht, wird eine zufällige Isoliertheit nicht als drückend empfindlen. weil er sich mit dem Ganzer, verbunden fühlt.;f Ein noch stärk^ies ..Auf-die-Probc-Stellcn" Ihrer Liebe werden die Leistungen sein, die man von Ihnen erwarten wird, wenn man von Ihntn fordern wild: „Stehen Sie zu Ihrem Worte." LItra posse nemd obligatur. —.Es soll von niemandem etwas ober seine Kraft Hinau'gehendes verlangt werden. Aber dieses Wort anerkennen, heißt doch zugleich anerkennen, daß man bis'zur Grenze seiner Kraft zu gehen hat! Die Berliner Schwest^rn-Vereinigungen geben allen Mitgliedern der Berliner Schwestern-Vercinigungen hiermit bekannt; daß für die ab Mitte März regelmäßig an iede Logenschwester gelangende Verbands Zeitschrift i „Die Schwester“ pro \ Vrleliahr 21 Pf. Bestellgeld zu zahlen ist. Wird dieser Beitrag nicht entrichtet, kann die betreffende I_ogcn=chw estc/- die Zeitschrift nicht erhalten. Der Berliner Distrikt der Schwesternvereinigungen. , M i n n a S c h w a r z , Vorsitzende. UNSERE TOTEN Der Orden, beklagt den Heimgang folgender Brüder: N a : Eingetret. Geboren Verstorben 'Deutsche Rejchsloge Tobias Moldauer 1. 2. 1919 10. 9. 1855 18. 2. 1928 Arnold Posner 9. 2.1918 22.11.1863 1. 3.1928t Berthold Auerbach-Loje Albert Kirschner 28. 2. 1921 27. 5. 1857 27. 2. 1928 Montefiore-Loge Siegraund'ßraun 4. 12. 1917 18. 6. 1883 28. 2. 1928 Samuel Graupe 4. 12. 1906 28. 3. 1867 29. 2. 1928 Ehre ihrem Andenken! Hüten Sie sich vor dem Beginn der Gleichgültigkeit. Im gleichen Moment, in dem sich jemand seiner Pflicht versagt, sucht sein Unterbewußtsein nach Rechtfertigung und der nüchterne Verstand wird stets die Gründe für das Beiseiteslehen für day Sichnichtanstrengenwollcn finden. — Wir wollen aber davon ausgehen, daß nicht rechnender Verstand, sondern das Ethische in Ihnen Sie hergeführt hat. — Andrerseits gewinnt man jede Sache, für die man arbeitet, unwillkürlich lieb, so wie die Liebe de/ Gärtners zu seinem Garten mit jedem Spatenstiche wächst. I Die dritte Prüfung Ihrer Liebe wird Hie Erfahrung werden, daß unsere Arbeitssitzungen nicht immer im "'Zeichen geistiger Größe stehen. Vielleicht erleben Sie bei sich, was ich die Tragik der reinen sittlichen Idee nenne. ^Ich muß davon sprechen, damit Sie sich, verstehen, wenn ein Gefühl des Unbefriedigtseins über Sie kommen sollte: Schöpferische sittliche Ideen entspringen den Köpfen genialer Menschen in absoluter, göttlicher Reinheit. Sollen sie aber wirksam werden, müssen sic sich irdischen Bedingtheiten anbequemen. So stehen die Statthalter dieser Ideen vor der tragischen Entscheidung: Einsamkeit in reiner Größe und — Unfruchtbarkeit, oder Lebensanwendbarkeit und Kompromiß mit menschlichen Instinkten. Sie. meine lieben Brüder, werden Debatten über menschliche, allzumenschliche Dinge mitanhören, Sie werden Nachsicht üben müssen mit unsern menschlichen Schwächen, und hoffentlich werden Sie uns bessere Wege zeigen, wenn Sie die von uns eingeschlagenen nicht für richtig halten. Helfen Sie, daß der reine Strom der Idee nicht versande, daß ihn die Schlingpflanzen eines nicht sublimierten Egoismus nicht überwuchern. Und bei alledem sehen Sie in uns andern mitstrebende Brüder, die wie Sie darunter leiden, daß Ideale nicht restlose Wirklichkeit werden können. Ich brauchte vorhin das Bild vom Waehstum der Pflanze, der Entwicklung aus der Tiefe empor zum Lichte; an dieses Bild will ich zum Schluß erinnern. Lasten Sie es ein Spiel mit Worten bleiben, ob die Kraft, die Blüten und Früchte am Baum der Menschheit zeitigt, Egoismus oder in ihrer Sublimiertheit Altruismus genannt wird, ob wir die Liebe zu einem Ideal fordernde oder sich hingebende Liebe nennen wollen: „An ihren Früchten wird man sie erkennen" und an ihrer Bewährung im Sinne des Dichterwortes: Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleich bleibt. Ob man ihr alles gewährt. - Ob man ihr alles versagt. Zentrale für Erholungsfürsorge des Schwestern-Verbandes der U. O. B. B.-Logen für -Logenkinder. Da in den uns zur Verfügung stehenden Kindererholungsheimen und Privatpensionen die Meldungen betr. Plätzebelegung erfolgen müssen, bitten wir die verehrten Logenmitglieder, die von unserer Fürsorge Gebrauch machen wollen, durch die Vorsitzenden der Schwesternvereinigungen, und wo solche nicht vorhanden sind, durch die werten Präsidenten die Anmeldungen möglichst umgehend an uns gelangen zu lassen. Wir betonen, daß für die Vor- und Nachsaison große Ermäßigung gewährt wird. Nachfolgende Heime stehen uns zur Verfügung: Gesuche sind nur schriftlich einzureichen an Frau Else Schwabe oder an die Vorsitzende der jeweiligen Schwesternvereinigung. Kindererholungsheim der Zion-Loge, Norderney. Kinderheim Weiler-Abt. Norderney. Kinderheim Bielchcwski-Eichwald, Norderney. Kinderheim Frau Sanitätsrat Dr. Simon und Frau Medizinalrat Simonsohn, Norderney; Frau Sanitätsrat Dr. Metzenberg, Arendsee (Ostsee). Kinderheim Mühringen im Schwarzwald. Kinderheim Heiden bei Zürich; Dr. med. Markus, Kolberg (Ostsee). Jüd. Landheim Wolfratshausen bei München. Friedrich Luisenhospiz, Bad Dürrheim. Kurheim Frau Dr. med. Kawalek, Friedrichroda L Thür.

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