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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-02-01 · 11 (2.1928) · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
11 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 222 (sequence 14)
Language
German
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Seite 222 MONATSSCHRIFT DERBERLINER LOGEN U.O.B. B, Nr. 11 der Brauch, die Pest als Schmetterling in den Baum zu verkeilen. In einem ähnlichen Rufe standen die Mäuse; auch ihrer bedienten sich die Dämonen,, das Unheil unter die Menschen zu bringen. Noch Kaspar Penzer, -Melanchthons Schwiegersohn, wollte gesehen haben — um 1500 —wie bei einer besessenen Weibsperson der Teufel in Gestalt einer Maus unter der Haut hin und her gelaufen sei. ’ Kein Wunder, daß Feldmäuse, um Krankheiten zu heilen, eingefangen und in eine Ulme oder Esche lebendig eingepflöckt wurden. Die alte Lehre von Würmern als Erzeugern von Krankheiten wurde schon frühzeitig von allerlei Kurpfuschern weidlich ausgenutzt. Die Medizinmänner der Indianer saugen an der erkrankten Körperstelle und zeigen alsdann dem Patienten irgendeinen Wurm, von dem sie behaupten, daß er in dem leidenden Körper gesteckt habe. Die fahrenden Zahnbrecher, die während des Mittelalters auf den Jahrmärkten ihre Kunst ausübten. verstanden auch den Zghnwurm hervorzulocken. Der Patient wurde vor eine Pfanne mit glühenden Kohlen gesetzt, auf die man Bilsenkrautsamen gestreut hatte. Den betäubenden Geruch, der sich nun entwickelte, mußte er vermittels eines Trichters an den schmerzenden Zahn leiten. Infolge der Dünste stellte sich im Allgemeinen bald Schmerzlosigkeit ein; der Wurm war. aus dem Zahn herausgelockt worden und der Zahribrecher zeigte dem Patienten auf den Kohlen ein angebranntes Stückchen des Bilsensamens und erklärte, dies wäre der Wurm, der nun in den Kohlen brate. Tn dieser Art zog man Käfer aus den Ohren und entfernte Grillen aus dem Kopfe, indem man Einschnitte in die Stirnhaut machte. Ja, es gab Wunderdoktoren, die die Krankheitserreger aus dem Kopfe brannten, das heißt destillierten. Im Germanischen Museum zu Nürnberg, einer Fundgrube für die Erforscher des 'Aberglaubens und seiner Auswüchse, befindet sich ein , satirisches Flugblatt aus dem Jahre 1648, das einen solchen i Doktor Wurmbrand darstellt.' wie er einem geckenhaften Patienten den Kopf in einen Destillierofen steckt. Aus' der Retorte, die oben auf dem Ofen sitzt, fliegen mit dem Dampf allerlei Würmer, Insekten, Pferdchen, auch Tänzerinnen fort. In der gereimten Erklärung darunter steht unter anderem zu lesen: „Doch komm, wir wollen es versuchen, In meiner Alchimisten-Kuchen, Da ich den Brennhelm aufgericht. — Komm, biet den Kopf und förcht dich nicht. Werden wir gar in kurtzem sehen Die Dünst in vollem Schwang aufgehen Mit tausendfachem Narrenwerck, Daß ich gar wohl in dir vermärck. Oho! sie kommen schon gestigen, Ey was für Bremen, was für Fliegen, Was Unraths neckt in deinem Kopf, Du hasenmäßig-wüster Tropf. Du machst mir wahrlich mehr zu schaffen, Als ein gantzer Wald von Affen." Was zum Fortleben dieses Aberglaubens am meisten beitrug. war der Umstand, daß nach dem Gesundbohren, Verpflöcken und Verkeilender Krankheiten in Bäume nicht selten Heilungen erfolgten. In selteneren Fällen mag bei nervösen Störungen die Suggestion mitgewirkt haben, in der Regel heilten, wie das oft geschieht, verschiedene der betreffenden Leiden von selbst: afrer das ließen die Abergläubischen nicht gelten, sie schrieben die Genesung den wunderbaren Operationen am Baums zu. Das wußte der obengenannte Doktor Wurmbrand wohl, denn er ermahnte seinen Patienten: » „Soll dich meine Artzeney erlaben, | So muß dir Glauben daran haben, Der Glauben bestätigt alle Ding. Ohn ihn ist Kunst und Hülff gering." V C.F. Die näcnste Dummer erscheint am 15. merz 1928 1 JULIUS KIWI, MÖBELFABRIK nur Chausseestr. 60 Fernsprecher: Norden 2260 — Ü.-Station: Schwartzkopffstraße (Nord-Sü(f-Bahn) Mitglieder erhallen 5 Prozent Rabatt bietet Ihnen Vorteile in Preis, Form und Qualität. Darum besichtigen Sie beim Einkauf 'meine Sonderansstellung Zahlungsweise nach Übereinkunft Verlangen Sie Kosten-Anschläge t r i 4 1 i l d /* I ALFRED STAHL ARCHITEKT ATELIER VORN. WOHNUNGS¬ EINRICHTUNGEN IET2T BERLIN W 62 KURIURSTEN STRAPSE 127 FERSSPR.. SOLLEND. 8J2 33 AflTIQUITjtTEn r GOBELinS 00000000000090000000 Abteilung RiDbeitransDort und Wohnungstausch W15, Kurfürstendamm 173/4 Oliva^5843 wKfieiiest*«« tniuiiM |*>«m | G«org Sdberruin 4 Co BERLIN SO 36 Reichenberger Str. 154 Qfflaender Gegründet 1885 Bitter Schokoladen — und Pralinen BERLIN W 57. Pallasstrafce 6 du niARrin uiallach Berlin w IS. Xantener Straüc Io Teiei»iton thiva 44H8 vcr.ichtrun.en Jeder Art für erste Gesellschaften besonrlers Lebensversicherungen Snrgflitlgsie Beratung Kleiner Flügel! FJJHJQElj - % 'Alleinvertrieb für XPBkNOS Groß Berhn jjNeinnann %//////m//mm//m/mm/m///mm/m//////////' Kurfürftendamm228 Kleines Piano I ftomodr f

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