Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-02-01 · 11 (2.1928) · p. Seite 221

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
11 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 221 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4885084-6352609-6352877--0466-4885525
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 11 Seite 221 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Woher kamen nun diese krankheitserregenden Würmer? Nicht allein aus der Erde, sondern auch von den Bäumen, unter deren Rinde sie zahlreich lebten. Der Baumgeist schickte sie aus dem Walde, um Menschen und Tiere zu plagen. Wer aber das Unheil sendet, der kann es auch wieder zurücknehmen! An den Baum muß man sich also wenden, um das Leiden loszuwerden. Dieser Grundgedanke äußert sich im Volksaberglauben in verschiedenen Formen. Das Zahnweh wird durch den Zahnwurm verursacht; will man den Schmerz loswerden, so „klagt man den Baum an", man umfaßt einen Birnbaum und spricht dabei die Worte: „Birnbaum, ich klage dir. Drei Würmer, die stechen mir. Der eine ist grau. Der. andere ist blau, Der dritte ist rot, Ich wollte wünschen, sie wären alle drei tot." In Böhmen lautet die Beschwörung gegen verschiedene Leiden: „Ich verwünsche euch, Gliederweh,. Brandweh, Beinweh, Ia.den Jtiefen Wald, In die hohe Eiche, ln das stehende Holz Und in das liegende." Die Lehre vom Wurm ^ls dem Verursacher der Krankheit zeigt sich auch in einer westpreußischen Beschwörungsformel: „Der Herr ging zu ackern auf des Herrn Acker. Er fand drei Würmer, Der erste hieß Gehwurm, Der zweite hieß Streitwurm, Der dritte hieß Haarwurm. Alla'Würmer, haltet ein, Lasset ab von des Nächsten Fleisch und .Bein." Wirksamer als die Beschwörung mußte es aber sein, das krankmachende Gewürm oder etwas, das von dem Kränken herstammte oder mit ihm in Berührung gekommen war, unter die Rinde des Baumes zu bringen. Dann kehrte die Krankheit dorthin zurück, woher sie gekommen war. So soll ein Gichtkranker sich vor Tagesanbruch im Walde einfinden, dort drei Tropfen seines Blutes in, den Spalt einer jungen Fichte versenken und, nachdem die Oeffnung mit Wachs von Jungfernhonig verschlossen ist, laut ausrufen: „Gut Morgen, Frau Fichte, Da bring' ich dir die Gichte!' Was ich getragen hab‘ - - Jahr und Tag, Das sollst du tragen dein Lebtag.” Weiter wird berichtet: .Wer jemanden von Zahnschmerzen befreien will, geht rücklings aus der- Stube zu einem Holunderstrauch und spricht dreimal: „Liebe Hölter, , . Leiht mir'einen Spälter, Den bring' ich euch wieder!“ Unterdessen macht er, sich umdrehend,.:zwei nebeneinander liegende Einschnitte und schält die Rinde auf eines Zolles Länge, doch so, daß sie möglichst ungerissen un^en mit dein Aste vereinigt bleibt, schneidet aus dem* bloßgelegten Holze einen Splitter und trägt deir wieder rücklings* gehend in die Stube. (Das soll mal einer nachmachen, der’jm Spittelmarkt wohnt und bis zum nächsten Holunderstrauch- .zig Verkehrsampeln zu ■ passieren. hat!) Also, der Leidende ritzt dann Sein Zahnfleisch mit dem Splitter, bis dieser blutig wird. Dann bringt ihn der] Beschwörer, immer rückwärts gehend, wieder zu dem Holunderj Strauch, drückt ihn in den Splint, legt die Rinde, wie sie gewesen und befestigt sie mit einem-Bindfaden, damit der Einschnitt desto eher verwachse. Als Träger dämonischer Gewalten, die vom Baumgeist ausgesandt wurden, galten auch Schmetterlinge und darauf beruht £-3uergen3 T$apterljau3 JUeranberpIat} (Iftnttf rttltn Sljarlottenburg 2, Änefcbcrfftrafte 5 •Vi VIII Ull IU Seinen: etr(nplat) «H12-H panteMgtfeflftaft für Xo|lr, Soll unt> Tlcbcnprobufti m. 6. ft. £agerp(af;: £f>arlottenburg, 21m ©preeborb liefert ©djmcljfoftf, ©otffofd, 23rtfctt3, ©tcmfotjlcn, ftolj /Wohnungstausch I A. SCHÄFER ^ÄTiSr*^ I Berlin-Wilmersdorf. 36 Wilhelmsaue I jiiniimHiiMiuiiiMiiimmmHimiiiiimmnmiiiiHiiimiimHmNHiiiMiHiiHiHiiiuiiiiiiiiimfmnimimtiiimmimiiimmiiiiiHib Karlsbader Feinbäckerei und Konditorei Moritz Dobrin Besfellungs* und. Versandgeschäfl: Königstraße 34-36 Telephonzen^rale: Königstadt <493'iyid Alexander 5033 Kondüoreien und Catos: Lennestr 1, Ecke Friedrich-Ebert-Str. (am Tiergarten) Königstraße 34-36 + Spittelrtiarkt 15 Friedrichstraße 114a + Münzstraße 12 Alexander straße 14 c ' * empfiehlt in reicher Auswahl: < Torten» Feingebäck» Desserts, bunte SOUliS Kaffee-Schüsseln, Baumkuchen Spezialität: Wiener und Karjsbader Ge^äcke Bobes f Posener Mürbekuchen Für Festlichkeiten lecJcrArt: Eis / Eisspeisen / Eisbomben Cremes in feinster Ausführung und reichster Auswahl Zudebarches Hochzeitsbarches Jeden Freitag: Wasser- und Butterbarches in bekonni bester Ausführung Zutendung prompl frei Haus! IHlltlMllliniHIIMIIIIIimillllllllllllllltlNIHIIMIiT I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.