Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 8 (11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 148 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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piiiiiiiiiiiiiwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiifflw i Seite 148 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 8 Grosse Kapitalien FÜR ERSTKLASSIGE HYPOTHEKEN HABE ZU GÜNSTIGSTEN BEDINGUNGEN ANZULEGEN ■ ADOLF RE WALD BERLIN V^8 ' ' JÄGERSTRA^SE 4la TELEPHON: ' MERKUR 4635-37 \inkxxuf ooq S*-lb^ccoacKJ2. ojjf obi&e. <$-erlinj&r iSUtermrÄnfabrik i .Adolf CKandß^ 35/ecLin..50 36-Onaruen^ir. 183- ST. MORITZ ENGADIN ■ ^_SCHWEIZ HOTEL DU LAC I. RANGES 300 BETTEN Das gute Haus bei < ermäßiglen Preisen Winfer- und Sommersaison niillnlltHViinftiiHiinimiifiiVffiwiftfifiinniiitiHHiHiiniriiniiiHiiiiHiiiiiifiiitiiiHiiftiiiiififiiinitnfiMHiimiHifimiiHinMfir schränkte auch er sich auf Uebersetzungen, doch bald nahm er in seih Blatt auch japanische Nachrichten auf, schrieb Artikel — und der Grundstein für die Presse Nippons war gelegt. Als dann 1868 das Tokugäwa-Regime nach über 300jähriger Herrschaft gestürzt worden war, erschienen nicht weniger als 16 Zeitungen im selben Jahr in ganz Japan. Eines dieser Blätter brachte auf der ersten Seite der ersten Nummer folgende Begründung seines Erscheinens: „Obwohl schon mehrere Zeitungen bestehen, wi.• z. B. die Shugai'Shimbum und die Naigai Shimbum, glauben wir doch, daß noch Platz für andere Blätter vorhanden ist. Die Aufgabe der Zeitungen besteht darin, dem Publikum alle interessanten Neuigkeiten mitzuteilen. Und wir verpflichten uns in diesem Sinne unser Bestes zu tun." (Yenkin Shimbun. 10. April 1868.) Die in diesem Vorwort erwähnte Chugai Shimbum hatte eine Auflage von 1500 Exemplaren. Und heute. 59 Jahre später, erscheint ‘ die Tjokio Nitschi Nitschi mit 700 000 und die Osaka Mainitschi, mit mehr als 1 Million Exemplaren täglich. Das ist bezeichnend für den ungeheuerlichen Aufschwung dieses Landes, dem sich in gleicher Weise kein zweites zur Seite stellen kann. Hierbei kam übrigens den Japanern noch eine Besonderheit ihrer Schrift zugute. Diese Schrift ist bekanntlich chinesisch, und man muß ungefähr 8000 bis 10 000 Charaktere kennen, um sie halbwegs lesen zu können. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erfand nun ein Japaner eine Art Stenographie, die diese Charaktere auf 80 reduzierte. Diese „japanische" Schrift kann von allen.’ selbst den Ungebildeten, gelesen werden, und die Presse hat nach und nach diese Kurzschrift mit der chinesischen Urschrift glücklich kombiniert. Das hat für die Ausbreitung der Zeitungen Ungeheures bedeutet. Natürlich haben heute die japanischen Zeitungen alle modernen Hilfsmittel zur Hand, Agenturen, eigene Korrespondenten. hervorragende sachverständige Mitarbeiter, erstklassige Redakteure, eine kolossale Anzeigen-Werbung, fabelhaft gutes Papier und z. T. sehr viel Kapital. Kaufmännische, industrielle und politische Interessen stehen hinter ihnen und so haben sie dieselben Tugenden und Fehler, wie ihre europäischen und amerikanische^ Schwestern. Und doch sind sie nicht allein in ihrer Schrift, nein auch in ihrem innersten Wesen japanisch geblieben, so' Wie alles übrige auf diesen seltsamen, geheimnisvollen Inseln; am äußersten Rande des asiatischen Kontinents. In die „Hauptstadt der Welt“. Von Obersekundaner G. W. Hirschfcld. I. Teil. Die Fahrt über den See. Um 10 Uhr entschließe ich mich, zu fahren. Hinunter ins Luxusbad. den Kai entlang. Das Wetter ist bedingt gut. Abfahrt 10.38 Uhr. Der Dampfer, den ich besteige, heißt „Vevey". Sein Schiffskapitän hat einen erstaunlichen Umfang. Mit seinem Magyarenschnurrbärt, seinem '.Münchener Bierbauch, seinem französischen Jai^on und seiner Schweizer Staatszugehörigkeit scheint er mir der Inbegriff der Internationa lität zu sein. Ladies mit Stäbchenkragen, Zwickern, Schleiern und Radhüten talken miteinander und bevölkern dicht das Schiff. Daneben viele Franzosen und Angelsachsen. Ich sitze mitten unter ihnen, als ob ich das so gewohnt wäre, und unterhalte mich auf deutsch mit einem Rundreiseweltenbummelglobetrotter, Staatsangehörigkeit: Brittany, auf dessen Koffern Hotelzettel auch aus den unmöglichsten Orten kleben. Der Mann war lange in Berlin. Es hat ihm, wie e^ höflicherweise sagt, sehr gut gefallen Es gibt noch mehr Deutsche auf dem Schiff, komisch, man merkt einem jeden gleich an, was für ein Landsmann er ist. Einen Engländer zu erkennen, ist ein Kinderspiel, eihen Deutschen, ist schon ein Spiel für die reifere Jugend — na,-und die Franzosen bleiben übrig. Wer die Fahrt über den Genfer See gemacht hat, immer an der Schweizer Riviera entlang, ist zweifellos um ein Erlebnis reicher. Dieses Wasser ist fabelhaft farbstoffhaltig. Es schimmert grün, ist im Grunde blau, das vermischt sich zu einer sehr satten, vollen Farbe, wie man sie sonst nur auf Kitschansichtskarten findet, wie sie aber in der Natur überraschend schön wirkt. Der t I