Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 8 (11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 147 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 8 Seite 147 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGE,N U.O.B.B. Die Entwickelung der japanischen Presse Vom bunten Bilderbogen bis zur modernen Tageszeitung. . ■- Auf Grund von Originaldokumenten Ob man einen buddhistischen oder shintoistischen Tempel, eine Vase, einen Fächer, Wandschirm oder ein modernes japanisches Industriewerk betrachtet, stets stößt man bei näherem Zusehen auf das Rätsel Nippon. Es ist etwas Eigenartiges um die panische Seele, die in soviel stärkerem Maße mit Natur und All verwachsen ist als die des Abendländers. Und dieses Verwachsensein ist so stark, daß es sich selbst dann nicht verleugnet, wenn bereits längst europäische oder amerikanische Zivilisation den ursprünglichen japanischen Menschenl völlig verändert haben, wenigstens äußerlich. Das Geheimnis ,des beispiellosen Aufschwungs des ostasiatischen Inselreichs ist in einem Satze ausgedrückt: Der Japaner übernahm die Errungenschaften des Abendlandes werte sie als Technik .und Zivilisation und hing sie sich als Mäntelchen um, während sein Ich mit seiner alten Kultur verbunden, von ihr durchdrungen blieb. Die Väter dieser Kultur, die Chinesen, haben dies bis heute nicht gekonnt und sind daher weit hinter dem japanischen Fortschritt zurückgeblieben, während kulturlose Völker bei der Berührung mit unserer Zivilisation elend zugrunde gingen. Man muß sich diese Tatsachen vor Augen halten, will man auch nur ein einziges Gebiet japanischen Lebens, wie es heute ist, verstehen. Nehmen wir z. B. die Presse. Ihre Zeitungen werden heute in Japan mit erstklassigen amerikanischen Rotationsmaschinen gedruckt, sie sind amerikanisch organisiert und redigiert — und doch durch und durch japanisch geblieben. So japanisch wie in ihren Kindertagen in grauer Vorzeit, da man Nachrichten mit oft ironisierenden oder witzigen Kommentaren an die Wände der Häuser malte, d. h. schrieb. Später, etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts, in der Horeki- und Meiva-Periode, erschienen dann Steindrucke auf zusammengestellt von Arpad Sorger. dünnem Japanpapier, die irgepdein bedeutendes Ereignis darstellten und von den Verfassern oder besser gesagt Zeichnern verkauft wurden. Einer dieser Bilderbogen, der älteste, den man kennt, stammt sogar, aus dem-Anfang des 17. Jahrhunderts und betitelt sich: „Die 'Schlacht von Osaka" vom Jahre 1615. (Siehe Abbildung.) Der Kampf zwischen den Armeen von Togu- * gawa und Toyotojni ist da in kindlich naiver Weise, völlig aperspektivisch, dargestellt durch Lanzenreiter und 'Bogenschützen, durch Fähnchen, auf denen die Namen der Betreffenden stehen, kenntlich gemacht. Trotz alledem liegt jedoch eine ungeheure. Bewegung in dem Ganzen, die geradezu packend wirkt. Und schon 1703* als es 47 Kriegetiv vpn Ako gelungen war, den Tod ihres Herrn an dessen Feinden zu rächen, wurden innerhalb welliger Stunden Tausende Von Flugblättern in den Straß e n Yedos verteilt, die der Bevölkerung „die Räche der 47 Ronin" mitteilten. Erhalten sind auch Exemplare illustrierter Flugblätter, die die Ankunft amerikanischer Schiffe in Uraga (1853) melden, ferner solche vom großen Feuer in Osaka (1856), bis dann am 31. August 1861 die erste japan i s c h e Zeitung, die „Batavia, Shimbum", erschien. Nicht viel später wurde, dann die nichtamtliche Shimbunshi (Zeitung) herausgegeben und zwar . von ‘Joseph Hiko, einem in Amerika naturalisierten Japaner. Als einfacher Seemann wurde er bei einem Schiffbruch von einem amerikanischen Segler gerettet, kam nach der Union, lernte englisch, wurde naturalisiert und kehrte schließlich nach Yokohama zurück, wo er als Dolmetscher beim dortigen amerikanischen Konsulat Anstellung fand. Den vielen Landsleuten, die nun zu ihm kamen, mußte er amerikanische Zeitungen übersetzen und so kam er auf, den Gedanken, selbst eine solche herauszugeben. Anfangs be- MAX WITTKOWSKI herbenmass Schneiderei Meine langjährige treue Kundschaft ist meine beste Referenz ANZÜGE VON M. 150.- AN TAUENTZBENSTR. S / STEIN PLATZ 5111 WIENER PELZHAUS Get?rUDcJet 1006 jptst awck Im «Imtim Haut NUrnbargar Platz 3 , Direkt hm UnteTtfrundbahnhof Pelzmantel, Füehzc Felle, Mantelkragen und iManschetten. - Riesenauswahl — 'Konkurrenzlose Preise / . Z / \ iiiiimiiimiMimiiiiiiMiiiiiiMiMimiiiiiiiiiiiiiiimiiimMmiMiM; Eleg Kleider j Mäntel - Pelze j fr Mark 30 — aufwärts | I ] ijK Heine Ladenspesea! StQbbenstraBe 811 § Eclu Bambergerstr. ■ Bonn. 4504 1 SlItmillllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIItllimillHMIIIIflllHIIIIHIIliß ALFRED STAHL ARCHITEKT < ATELIER VORN. 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