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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-05-01 · 2 (5.1927) · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
2 (5.1927)
Date
1927-05-01
Page
Seite 35 (sequence 15)
Language
German
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Seite 35 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. sind. Alle Sphären geistiger Tätigkeit profitieren davon. Berlin ist oft als eine Heimstätte des nüchternen und skeptischen Ra- * tionalismus verschrien worden, aber nirgends Wird die Phantasieschöpfung der Nation mit größerer. Eindringlichkeit verfolgt und geprüft als hier. Berlin, das zum anerkannten Zentrum '~-Vl des deutschen Theater- und Musiklebens aufgestiegen ist, spielt auch, als „Kunststadt" im engeren .Sinne,- als Pflegerin, der bildenden Künste, als Sieb und Filter-aller zurückblickenden und varausschauenden Bestrebungen, als scharfsichtiger Wächter, als unentbehrlicher Konsument eine Rolle von geschichtlicher Bedeutung. allen Bestand an Privatsammlungen in Berlin aufs schwerste erschüttert haben. Niemand wird sich heute getrauen, eine Zusammenstellung der wichtigsten privaten Galerien zu versuchen, da jeder Tag einschneidende Veränderungen bringen kann und das Gesagte morgen nur noch zweifelhafte Gültigkeit hätte. Erst wenn sich die politischen und mit ihnen die - wirtschaftlichen Verhältnisse in Mitteleuropa wieder gefestigt haben werden, wenn man wieder von normalen Zuständen im Sinne der Zeit vor 1914 sprechen kann, dürfen wir die Hoffnung hegen, daß die Zerrüttung und Unsicherheit des Berliner Sammlerwesens einem organischen Neuaufbau weicht. Weder tlie Pflege der großen Kunst vergangener Zeiten noch die verständnisvolle Förderung der zeitgenössischen Produktion kann der Stütze entraten, die das kunstfreundliche Sammlertum darstcllt. t Indessen auch in dieser Periode der allgemeinen Umwälzung und Umpflügung des Bodens bietet die Kunststadt Berlin das Bild regsten, zukunftsreichsten Lebens. Sie hat in der dauernden Bewegung aller Kräfte die anderen deutschen Kunststädte, auch München, hinter sich gelassen. Die merkwürdige Konzentration aktiver Energien, die in der jüngsten europäischen Weltstadt zusamifienströinen, hat eine Vielseitigkeit der Interessen und eine Hellhörigkeit neu auftauchenden Gedanken gegenüber erzeugt, die sich auch auf dem Gebiete geistiger und künstlerischer Strömungen unvergleichlich fruchtbar und anregend erwiesen haben. Mag olt auch die nervöse Spannung in dieser Stadt der leidenschaftlichsten Arbeit und des gierigsten Lebensgenusses die Neigung mit sich bringen, Neues, das ungewohnte Reize in siel) birgt, überschnell zu erfassen und ebenso schnell wieder fallen zu lassen, mag oft auch anderes, das sich nur laut gebärdet, durch eine Lust an sensationeller Abwechslung wunderliches Echo wecken — die trotz allen gelegentlichen Entartungserscheinungen fortbestchende innere Gesundung des Körpers Berlin weiß dergleichen Anfechtungen spielend wieder zu überwinden. Was übrigbleibt, ist der ungeheure Wert der großartigen- Aufnahmefähigkeit, der intensiven Anteilnahme und der kritischen Sensibilität, die dieser Stadt der heißesten Blutzirkulation eigen Geschäftliche Mitteilung Neues über Schallplatten. Wir verweisen auf das heutige Inserat über die Homocord- Muslkschallplatte. . Unter dieser allseitig' bekannten Marke sind unter dem neuen*- Titel „Homocord-Electro-Fernaufnahmen" Schallplatten-Aufnahmen erschienen, welche allseitig Bewunderung und Anerkennung erregt haben. Zum ersten Mal hört man wirklich ein volles Orchester und ebenso voll besetzte Chöre, entweder mit Orgel- oder Orchesterbegleitung und glaubt sich in den Konzertsaal versetzt. Jeder Unterschied mit der Wirklichkeit ist verschwunden und. jjin neuer Beweis für den Aufschwung der Musikschallplatte dadurch erbracht. Dabei muß man bedenken, daß diese Aufnahmen der Tüchtigkeit lediglich deutscher Techniker und Ingenieure zuzuschreiben'sind und daß keinesfalls diese Aufnahmen,, wie jnan bisher gewohnt war, in Amerika oder England aufgenommem worden sind. Ganz besonders wird auf die Homocord-Platte „Pilgerchor" aus „Tannhäuser" hingewiesen, gesungen von der Berliner Liedertafel mit großem Orchester. Dies? Platte -ist das Vollentfetste, was bisher an Chören erschienen ist. ' ■ Des weiteren muß hcrvorgehobeiv werden die fabelhafte Aufnahme des Oberkantors Lewandowski vom Friedenstempel, und x zwar „Arioso" mit der Rückseite „Largo" von Händel. LOESER & WOLFF Zigarrenfabriken Zentrale i Berlin C 25, Alexanderstr. 1 * Hauptfabrik in Elbing Größter ^zentralisierter Fabrikations-, betrieb der Branche in Europa | * Edelerzeugn’sse: Tavona.15 Pf. Donna Lucia .... 20 Pf. Boyero.25 Pf. Schlofi Rottersheim 30 Pf. Targon. 40 Pf. 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