Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 2 (5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 34 (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 34 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. i__ Nr. 2 Glaspalast zurück und überließ das Feld dem Verein Berliner Künstler, der jedoch von der einsichtigen staatlichen Kunstverwaltung veranlaßt wutde, die große Zahl der verfügbaren Räume mit den inzwischen aufgetauchten jüngeren Künstlergruppen zu teilen. Die Monopolstellung der großen Moabiter Ausstellung war freilich schon längst gebrochen. 1899 glatte die von den fortschrittlichen Künstlerkreisen gegründete ..Berliner Sezession" ihre erste Ausstellung eröffnet — in einem provisorischen kleinen Gebäude auf dem Gartengrundstück am Theater des Westens in der Kantstraße in Charlottenburg, nahe dem Bahnhof Zoologischer Garten — und sie hatte damit revolutionierend gewirkt. Unter der Führung Max Liebermanns, der in der Folge namentlich durch Max' Slevogt und Lovis Corin-th gestützt wurde, übernahm die Sezession im Berliner „ Kunstgetriebe die Rolle des Hechtes im Karpfenteich. Ihre Ausstellungen, bald nach der Begründung in ein fester gefügtes Bauwerk auf dem Rückgelände eines Grundstücks am Kurfürstendamm mähe der Uhlandstraße verlegt (heute befindet sich dort das vTheatcr am Kurfürstendamm''), rückten in den Mittelpunkt der Kunstereignisse. % Doch auch dies ist schon wieder Geschichte geworden. Auch in der Sezession gab es, 1913, eine Spaltung. Es sonderte sich eine Gruppe um Liebermann unter dem Banner „Freie Sezession" ab, während ein anderes Fähnlein, unter dem Präsidium Lovis Corinths. den alten Namen der „Berliner Sezession" weiterführte. Diese, die Berliner 'Sezession,. hielt ihren Bestand aufrecht. Sie baute sich am Kurfürstendamm 232 ein eigenes Ausstellungslokal, das seitdem jedes Jahr mehreren Veranstaltungen als Schauplatz dient. Die Freie Sezession dagegen. die nicht lange nach der Spaltung ihr Ausstellungshaus, durch den Umbau zum Theater, verlor, fiel in Siechtum und löste sich im Jahre 1924 endgültig auf. Ihre Erklärung fand diese Erscheinung in dem Umstand, daß Max Liebermann, inzwischen von eingm Revolutionshäuptling zum weltberühmten Haupt der Berliner Künstlerschaft aufgestiegen,- Präsident der .Akademie wurde und hier reichlich Gelegenheit fand, seine künstlerischen und organisatorischen Ideen durchzuführen. So bietet sich beute eine veränderte Situation. Neben der Großen Berliner Kunstausstellung und den Unternehmungen der Berliner Sezession haben sich die Ausstellungen der. Akademie der Künste am Pariser Platz den ersten Platz erobert. Die Ergänzung bildet die vor mehreren Jahren von dem Mäler Hermann Sandki^hl ins Leben gerufene „Juryfreie Kunstschau", die sich schnell eine achtunggebietende Stellung errang, und deren Auftreten — meist zur Herbstzeit im Moabiter Glaspalast — allein jungen, strebenden, noch unbekannten Talenten das Signal gab. in der zwanglosesten Form einen neuen Zusammenschluß zu vollziehen. i Zu immer größerer Bedeutung aber sind, neben diesen mehr oder weniger offiziellen Veranstaltungen, die Ausstellungen der privaten Kunsthandlungen aufgestiegen. In der erstaunlichen Vermehrung ihrer Zahl und in ihrer angespannten Tätigkeit spiegeln sich deutlich die erweiterten Interessen und die geschäftige Betriebsamkeit der Kunststadt Berlin. Noch in der Mittftder neunziger Jahre gab es in der Reichshauptstadt nur zwenvCünstsalons, die in Betracht kamen: Ed. Schulte und Fritz Gurlitt, die heute noch bestehen. 1898 trat Paul Cassirer hinzu. Seitdem ist die Schar kaum mehr übersehbar geworden. Mit den. Darbietungen der genannten Kunsthandlungen nehmen die permanenten und wechselnden Ausstellungen der Galerie Flechtheim, der Galerie Neumann-Nierendorf, der Kunsthandlungen Hartberg, Heller, Wilzek, Perls, der Galerie Goldschmidt-Wallcrstein, des Salons Casper, der Neuen Kunsthandlung, des Künstlcrhauses und — als Hauptquartier jüngster Kunstbestrebungen — des „Sturm" die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde in Anspruch. Im Zusammenhang mit dem Emporblühen des Kunsthandcls stand auf der einen Seite die Entwicklung des Sammlertums — auf der anderen die Ausbreitung des Auktionswesens, wobei Berlin vor allem mit dem Hause Lepke den altberühmten Weltfirmen von Christie in London und des Hotel Drouot in Paris einen ebenbürtigen Namen an die Seite zu setzen hatte. Die Wechselwirkungen zwischen diesen Instanzen haben sich allerdings in jüngster Zeit verschoben, da die finanziellen Folgen von Krieg und Zusammenbruch und die Umschichtung der Vermögen den Der Fachmann fllr elegante Hüte Vertreter der ersten Fabriken der Welt D^hiand - Mayser, Ulm a. D. AmerffTa John B. Stetson England — Lock-Scott - Henry Heath - Herbert Johnson Frankreich Mossant Vallon & Argod Italien - Borsalino Antica casa Unter den Linden 60 Könlgsir. 37 Mauerslr. OS Wohnungseinrichtungen STOFFE für Möbel — Dekoration — Mode ♦ Beleuchtungskörper Kunstgewerbe in nur erster Qualität Friedmann & Weber G. m. b. H., Berlin W, Friedrich-Ebert-Strafie 8 April — Oktober Ausstellung für Landhaus u. Garten ST. MORITZ •(ENGADIN - SCHWEIZ I HOTELDÜLAC I | I. RANGES 300 BETTEN 1 - ■ ' M 1 Das gute Haus bei ermäßigten Preisen i | . 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