Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 2 (5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 36 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 2 Der Judenhaß Von Louis Goldberg, Berlin. Der Judenhaß begleitet bekanntlich die Judenheit Seit Jahrtausenden und dokumentiert sich noch in unseren Tagen, trotz des sogenannten zivilisatorischen Fortschrittes der Menschheit, zum Teil in den rohesten Formen, die die Geschichte in ungezählten Fällen verzeichnet hat. Fast wird der Judenhaß schon als Fatum hingenommen, da sich die Betroffenen abwehrunlähig fühlen gegen die Wiederholung der üblichen Gewalttätigkeiten, Zurücksetzungen, Beleidigungen usw. und dieses umso weniger, als in manchen Ländern die Kulturschande des Judenhasses durch die Staatsgewalt geduldet, gedeckt, wenn nicht gar inauguriert wird. Kaum gelingt es. zuweilen Attentäter zur Bestrafung zu bringen: ein trübes Zeichen, daß der geistige Kulturboden unserer Tage zu sehr verunkrautet ist. um das Wurzelwerk herausreißen zu können! Lm das sinnfällig zu erleben“ beobachte man bisweilen an öiientlichen Plätzen spielende Kinder und nicht selten wird man im Verlaufe eines Streites die Worte hören: „Du Jude, Du!" Daraus geht unwiderleglich hervor, daß bereits im Elternhaus und in der Schulgcmeinschaft der Same des Hasses in die Kindtrherzen gesenkt worden ist. der später als unvertilgbares Unkraut auigehen und. nach dem Beharrungsgesetz, in Generationen fortwuchern muß. Soll nun dem Fortwuchern des Judenhasses Einhalt geboten werden, so kann das nur durch die Erkenntnis des Ausgangspunktes (des Ursprungs) des Judenhasses und durch die weiteste Verbreitung der Kenntnis, zunächst unter den Juden selbst, und dann in den Kreisen, die von Amtswegen berufen sind, aufklärend mitzuwirken, geschehen. — Hierzu bietet das Buch „Der Ursprung des Judenhasses" von Mathias Mieses (Verlag Benjamin Harz. Berlin, geheftet 9 M.. Leinen 18 M.) Gelegenheit. Um den Kulminationspunkt der Mieses’schen' Arbeit „Der Ursprung d^s Judenhasses“ gleich anzu'deuten, so gelangt der Verfasser zu dem Ergebnis, das der Judenhaß bisher im Leben der Völker eine quasi .zwangsläufige Erscheinung gewesen ist, indem der Kampf ums Dasein, der bei Kulturvölkern in erster Reihe um geistig-ethische Dinge geht, sich zunächst immer als ein Ringen der Glaubensmajoritäten gegen Glaubensminoritäten auswirkt. Dieses wird durch die geschichtlichen Dokumente, die der Verfasser umfangreichst anführt, bewiesen, und es ergibt sich folgerichtig, daß sich der Glaubenshaß von jeher gegen jede Glaubensminorität innerhalb eines abgeschlossenen Volksgebietes, also nicht gegen die Juden schlechthin, gerichtet hat. Es sei an die Christenverfolgung durch die Römer, durch die saisanidischen Perser und durch die Mohamedaner hingewiesen, ebenso auf die Hinmetzelung d^er | Sachsen durch Karl den Großen; an die Nöte des Moslems unter den Russen, -ferner auf die Kämpfe der Katholiken in den Niederlanden und in England usw. Der Ausbruch des 30jährigen Krieges ist ja auch das Signal zum Glaubenskampf der Katholiken gegen die Protestanten gewesen! Um nun analytisch zu dem gedachten Ausgangspunkt (Ursprung) des Judenhasses zu gelangen, zitiert Mieses sämtliche ehemaligen und derzeitigen Anwurfspunkte der Antisemiten, und bespricht jeden einzelnen restlos mit der, in der Einleitung gegebenen Begründung des Verfassers: „Der Antisemitismus ist etwas, dem dringendst sine ira et studio mit wissenschaftlichem Apparat auf dem Grund gegangen werden muß." . Was den Arbeitsplan des Verfassers betrifft, so ist das Werk in drei Hauptteile eingeteilt, der erste behandelt di«jj arisch-semitische Frage, der zweite die Kultureigenheiten und die Kulturleistungcn der Juden und der dritte Teil den Judenhaß, die Erklärung seines Ursprungs und die Möglichkeiten reiner Tilgung. Aus dem ersten Teil der umfangreichen Abhandlung ergibt sich, daß Arier und Semiten, soweit das Geschichtsdunkel aufzuhellen ist, einer Herkunft und eines Sprachstammes sind. Bekannt ist ja, daß in grauer Vorzeit fast gleichzeitig an, voneinander weitentfernten, Wohnzentren vier Kulturgruppen au(- \iltm€T \PIANOS ' ^"Alleinvertrieb für 1 Groß Berlin W////////mw/mmm///m////////m///m//m////0, Kurfi5rftendamm22ö Für Festlichkeiten! *** ***** ft lorten. Kailee- und Teege&ack Carl Jam. Berlin SUI68 Melier. 31 Ftmpr. OMMII3128 28 — Versand nach außerhalb — /TBAHL Cr FALCKE BLUMEN 'AU//TELLUNQ BERLIN'W66Z£ MAU EQ/TR9* fEQNRUF: ZENTRUM 5023 *5024 sr Fensterreinigung Rufen Sie Nelken Moritzpl. 2265 Qegrdndat 1IM Parkettreinigung TeppidireinigunD u. flumetuahrung Entmottune von Polstermöbeln und Teooichen lax tferrmann d Co. Q.m.bn., Berlin 0 Gegründet 16ÖÖ Grüner Weg 109 Tel.: Königstad' S60 t