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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-04-01 · 1 (4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
1 (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 N. ' Nr. 1 i MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. 0. B. B. tragen zu lassen! Nur. wenn der Präsident zu-einer gut-besuchten und interessierten \ ersammlung sprechen kann, ist eine fruchtbare Arbeit möglich. Nur mit Anwesenden kann der Kontakt, nur zu ihnen können die innigeren Beziehungen hcrgestelit werden, die die^ unentbehrliche Existenzgrundlage jener Loge bilden. Und geistige Darbietungen sollen und müssenNjnmer den Rahmen für unsere Abende abgeben. Wie wäre sonsUjm Sinne unseres Programms der „geistige und sittliche CharakOw unserer Stammes- und Glaubensgenossen höher zu entwickeln und zu stärken?" Wir wollen nicht auf das Niveau des Stammtisches herabsinken. Wir haben .schon genügend damit zu kämpfen, daB die -’urchschnittliche Präsenz an den Logenubenden, und selbst eine gehobene Präsenz, wie wir sie in den letzten Bahren beobachten können, in einem krassen Mißverhältnis steht zu der Zahl der Logenbrüder überhaupt. Uns Juden ist erfreulicherweise in hohem Maße der Sinn lur kanstischen Witz und durchschauende Kritik eingeboren; r aber wir müssen uns davor hüten, zu Opponenten aus Grundsatz zu werden und zu Kritikern aus Wohlgefallen am Negieren. Und wir sind oft, gerade in Logen, nahe daran, in diesen Fehler zu verfallen. | Nicht das Gegensätzliche wollen wir suchen, sondern das, was uns vereint, und das ist zu allen Zeiten unserer Geschichte immer das Band der geistigen Arbeit gewesen. W'enn die Präsidenten, um wieder den Artikel zu zitieren, der die Veranlassung dieser Zeilen war, aus seinem Inhalt eine Lehre schöpfen können, so ist es die, unbeirrt durch Angriffe und Opposition, auf dem Wege fortzufahren, der geeignet ist, die Brüder zusammenzufassen in einer gemeinsamen geistigen Betätigung und dem entgegenzuwirken, daß sic sich zu einer rein nominellen Mitgliedschaft zerstreuen, die man vielleicht glaubt, gerade in den wenigen ’Stuiftien, die dem offiziellen Logenabend gehören, auch beim Glase Bier, beim Grand mit Vieren und am Schachbrett ausreichend betätigen zu können. Von den Arbeiten des geistigen Ausschusses der Loge Br. Dr. Willy C o Zunächst eine grammatikalische Feststellung: Ich weiß, daß. .es falsch ist. wenn ich im folgenden von einem ..geistigen Aus- . schuß" spreche. .Mein alter Deutschlehrer w ürde sich im Grabe *"if'mdrehen. wenn er das lesen würde und ließe diese Ausdrucksweise nur gelten, wenn man damit Ausschußware der Loge in geistiger Beziehung meinen würde. Aber das gerade soll es doch nicht sein, und so wäre die in den Logenstatuten niedergelegte hassung. die von einem Ausschuß für geistige und soziale Interessen der Loge spricht, die richtige, aber da sie für eine häutige W lederholung zu lang ^st. so sei mir der kürzere Ausdruck geistiger Ausschuß" mit obiger reservatio mentalis gestattet. Die Stellung des gedrtigen Ausschusses in der Loge, von der seine W irksamkeit abhängt. ist nicht fest umschrieben. Es heißt in unseren Statuten über seine Aufgaben nur, daß er für die Pflege der geistigen Interessen der Loge zu sorgen habe. Darunter kann man sich Sehr viel oder gar nichts denken, zumal es von dem guten Willen des jeweiligen Präsidenten abhängt, wie weit er den geistigen Ausschuß an den Arbeiten der Loge teilnehmen läßt. bzw. den von diesem ausgehenden Anregungen Folge leistet. W enn kürzlich'ein Präsident einer Loge mit Flmphase erklärte, daß er bisher seihen geistigen Ausschuß noch gar nicht habe zusammentreten lasses, daß er also dessen etwaige Arbeiten für völlig überflüssig oder — milder ausgedrückt — für unmaßgeblich halte, so scheint mir doch ein solches Werturteil in der Wirksamkeit verschiedener geistiger Ausschüsse, die überhaupt einmal.systematisch gearbeitet haben, eine Stütze nicht zu finden. Und die für die Satzungen verantwortlich zeichnenden h n (Spinoza-Loge). Brüder haben sich doch wohl etwas unter den geistigen Interessen der Loge denken müssen, die ein besonderer Ausschuß wahrnehmen soll, sonst hätten sie ihm wohl nicht einen eigenen Paragraphen gewidmet. Der w. Präsident aber, der so wenig oder gar nichts von den Arbeiten eines geistigen Ausschusses hält, sollte den Mut haben, den betreffenden Paragraphen aus den Satzungen streichen zu lassen. Solange das nicht geschehen ist, liegt ihm die Pflicht ob, den geistigen Ausschuß zur Arbeit aufzurufen. Da der w. Präsident für alles, was in der Loge vorgeht und an Darbietungen gebracht wird, verantwortlich zeichnet, und infolgedessen die letzte Entscheidung haben muß. so ist es ja in «ein Ermessen gestellt, ob er den vom geistigen Ausschuß ausgehenden Anregungen nachkommt oder nicht. Aber die verschiedene Einstellung der Präsidenten findet ihren Grund in der unbestimmten Fassung des Paragraphen, der von dem geistigen Ausschuß spricht. Man sollte diesem fest umrissene Aufgaben?uw'ciscn, und der w. Präsident sollte es als seine Pflicht ansehen, seine Dispositionen für das Programm der Loge nach Anhören des geistigen Ausschusses zu ireffen. Ich kann nui sagen, daß.ein solches Zusammenarbeiten zwischen Präsident und geistigem Ausschuß der w. Spinoza-Loge, zur Zeit, da ich die thre hatte, dessen Vorsitzender, zu sein, in vollster Harmonie und ganz gewiß nicht zum Schaden der Loge selbst stattgefunden hat. Wenn man sich darüber klar werden will, was unter geistigen Interessen zu verstehen ist, so muß man von dem Begriff Interesse ausgehen, das im weiteren Sinne zunächst das An- UNSERE TOTEN * Der Orden beklagt^den Heimgang folgender Brüder: ,N Eingetret. Geboren Verstorben rep Deutsche Reichsloge David Herrmann 9. 2.1918 17.10.1860 14.3.1927 — Berthold Auerbach-Loge Leopold Gimkiewicz 13.12.1909 5.5.1851 8.3.1927 Dr. Paul Nathan - 13.12.1904 23. 4.1857 15.31 1927 Montelior e-Loge Jakob Stiebei 24. 2. 1920 4.6. 1880 23.2. 1927 Oskar Neuberg 15. 1.1902 26.6.1856 11.3.1927 Ehre ihrem Andenken! Neuaufnahmen j. Timendorfer Jubiläums-Loge: Direktor David Freund. Grunewald, Hohenzollerndamm 124 Direktor Siegfried Hirsch, W 30, Aschaffenburger Str. 16. Leo Krämer, Wilmersdorf, Güntzelstr. 64. Felix Philippsboin, Westend, Kirschenallee 1 c. Walter Sackur, Wilmersdorf. Livländischc Str. 5 a Herbert Schnitzer, W, Ansbachcr Str. 34. Dr. Ernst Schreiber, W 8, Leipziger Str. 108. Dr. Arthur Urbach, W, Ansbacher Str. 15. Arthur Ury, NO. Hufelandstr. 30. Julius Fenchel-Loge: Max Croner, W 50, Culmbacher Str. 6. Martin Gaßmann. N, Brunnenstr. 115. Dr. Leonhard Kirsch, W 50, Geisbergstr. 25. Dr.. Kurt Krotoschiner, W, Kurfürstendamm 39. Julius Kürnicker, W 30, Eisenacher Str. 22. Max Schmerrcl. W'ilmersdorf, Paretzer Str. 7. Leo Wertheimer, Kalckreuthstr. 10. Dr. Gustav Zielinski. Charl. 2, Grolmannstr. 58 v 1 )

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