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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-04-01 · 1 (4.1927) · p. Seite 5

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
1 (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 Seite 5 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. ziehende bedeutet, das ein Gegenstand (ür uns hat, sofern er unseren Bedürfnissen und Neigungen entspricht. Gegenstand des Interesses kann alles sein, was nur irgendwie in den Bereich menschlichen Bestrebens fällt. Man spricht in diesem Sinne von Interesse an Kunst, an Wissenschaft, am Sittlichen usw. Geistige Interessen finden ihren Anziehungspunkt in allem, was den Intellekt, den Verstand in Bewegung setzt, das ist das Vermögen des Verstehens oder der Einsicht. Es handelt sich also für den geistigen Ausschuß um Dinge, die auf dem weiten Gebiete alles Guten und Schönen in Kunst und Wissenschaft, des Ethischen und Moralischen liegen, die etwas Anziehendes für uns haben und innerhalb des Bereiches des Verstehens hegen. , Diese allgemeinen Erwägungen finden von vornherein eine Begrenzung in dem Begriffe „Jüdische Loge" oder „Loge jüdischer Männer", die wir repräsentieren. Daß der Logengedankc, das Wissen aller' Dinge, die mit der Loge Zusammenhängen, und vor allem alles dessen, was Judentum und jüdische Dinge bedeuten, eine besondere Vertiefung erfahren müssen, ist selbstverständlich. Aber darum sollen wir nicht die anderen Gebiete des Wissens vernachlässigen, denn auch diese entsprechen dem geistigen Interesse der Loge, die ihre Mitglieder mit dem Rüstzeug ausstatten will, das sie zu Führern der großen Menge der Glaubensgenossen befähigt Darum braucht die Loge kein Litetaturklub oder ein Verein für Wissenschaft und Politik zu werden, wie die Schlagworte, mit denen etwas viel operiert wird, heißen, aber man muß in dem immerhin engen Rahmen, der uns gezogen ist, den allgemein geistigen Dingen Rechnung tragen. Dabei darf man keineswegs die Schwierigkeit verkennen, die sich einem solchen Vorhaben entgegenstellt, wenn Darbietungen einer Gemeinschaft gebracht werden sollen, die sich aus Mitgliedern der verschiedensten Berüfsstände zusammensetzt, aus Brüdern, deren Vorbildung und Beweglichkeit des Intellekts viel- . geslallig ist. Wenn man aber überhaupt an die Möglichkeit einer Vervollkommnung des menschlichen Geistes glaübt, so muß cs eine der vornehmsten Aufgaben der Loge sein, durch Vermittlung von Wissenswertem auf den oben genannten Gebieten für diese Vervollkommnung zu sorgen. Das Programm der Darbietungen wird nun je nach den besonderen Neigungen der Mitglieder des geistigen Ausschusses fbzw. des w. Präsidenten verschiedenartig sein. Der eine wird mehr die jüdischen Dinge, der andere Logenfragen, ein dritter schöngeistige Themen in den Vordergrund stellen. Aber es sollte doch nach einem bestimmten Programm gearbeitet werden, da-! mit dasselbe in den folgenden Jahren fortgeführt werden kann. Innerhalb desselben hat noch jeder Präsident genug Spielraum, seinen persönlichen Stempel der Loge aufzudrücken, aber es würde durch die Fortführung des Programms eine gewisse Homogenität der Arbeit und damit eine ruhigere innere Entwicklung der Loge gewährleistet sein. Man brauchte dann auch nicht immer mit denselben theoretischen Erwägungen im geistigen Ausschuß anzufangen, sondern könnte bald zu praktischer Betätigung schreiten. Wenn man von den Begriffen Judentum und Loge ausgeht und den besonderen Wert derselben den Brüdern vor Augen führen will, so sollten zwei Vorträge in jedem Jahre gehalten werden, .nämlich: „Die Bedeutung des Judentums für die kulturelle Entwicklung der Menschheit" und „Die ethischen Grund- 'agen des Ordens Bne Briss". Das letztere Thema würde sich besonders dazu eigncnr den Inhalt der Redendes w. Präsidenten bei der Einführung #euer Kandidaten zu bilden, oder' bei der Feier des Ordenstajfes behandelt zu werden.-r Trägt die Loge den Namen einer bedeutenden .Persönlichkeit, so sollte am Gründungstage, der Loge ihrer und ihres Werkes in einem besonderen Vortrage gedacht werden. Der Gefahr von Wiederholungen entgeht man, wenn man immer andere Redner gewinnt, die die einzelnen Probleme .von verschiedenen Seiten beleuchten. Sonst stehen auf den weiten Gebieten der Begriffe Judeotuih und Lage natürlich eine große Menge Themata zur Verfügung,' aber auch hier sollte ein gewisses System herrschen. Sehr bewährt haben sich Zyklen von Vorträgen, die ein geschlossenes Ganzes bilden und wen.gstens ein, wenn auch noch so kleines, Gebiet erschöpfen, so z. B.: „Die Grundlagen der Weltreligionen" (Spinoza-Loge), „Die geistigen Strömungen im Judentum." (Akiba Eger-Loge), „Brennpunkte des. jüdischen Lebens (Jehuda Halevi- Loge), „Die Juden in .Kunst und Wissenschaft" usw., und aus dem Komplex Loge etwa „Logenprobleme". Auf dem Gehiete des allgemeinen Wissens kommen Zyklen wohl nur für Logen an kleineren Orten in Frage, an denen die Gelegenheit, Vorträge jeder Art zu hören, niVht gegeben ist. Wir sind uns bewußt, daß wir einen Ersatz für die vielfältigen Darbietungen der Großstadt nicht geben können, und wir wollten ja auch gar nicht ein Konkurrenzunternehmen sein; es sollen auch nur von den Vorträgen Anregungen ausgehen, die das Interesse der einzelnen Brüder erwecken und sie veranlassen, sieb mit den besprochenen Themen zu beschäftigen. Darum sollten auch nach Möglichkeit die Brüder der Logen zu diesen Vorträgen herangezogen werden,. unter denen es eine genügende Anzahl gibt, die dazu, wohl imstande ist. Daj hat noch den g.oßen Vorteil,. daJ3 wir in finanzieller Beziehung nicht allzu sehr belastet‘werden. Künstlerische Darbietungen sind zur Vervollständigung des Programms sehr erwünscht. Sie-kommen aber doch Wohl nur ix. hjage, wenn sie auch den minderbemittelten Brüdern die es sich sonst nicht antun können, gegen ein geringes oder besser gar kein Eintrittsgeld vollwertige Leistungen vermitteln. Gern gesehen sind Führungen durch Ateliers, bei de ren die Künstjcr erläuternde Vorträge über ihr Schaffen und t ber die Entstehung eines Kunstwerkes halten.! Eine Zcitungsschau sollte die Brüder in regelmäßigen Abständen über die 'wichtigsten Ereignisse im jüdischest Leben unterrichten. Und ebenso sollten Von den Mitgliedern des geistigen' Ausschusses besondere Vorträge und. Veranstaltungen der anderen Logen besucht werden, um dort Anregungen, für die Ausgestaltung des eigenen Programms auizunehmen. Ein Austausch der Meinungen mit dun Brüderh des geistigen Ausschusses der Schwesterlogen dürfte' für alle Beteiligten nur von; Vorteil sein. , ■* . . | Die Tätigkeit des geistigen Ausschussessoll sich aber' nicht darin erschöpfen, ein Programm äufzustpllen und bei des Durchführung desselben den w. Präsidenten zu unterstützen, sondern wenn der Ausschuß in der . Tat das geistige Leben in dar Loge vertiefen will, dann sollte er prinzipiell'auch bei den geselligen Veranstaltungen mitwirken, damit diese ein entsprechendes Niveau erhalten.. Wie das geschehen kann, habe ich {kürzlich in einem Artikel; „Das Lied in der-Loge" erwähnt. -Ajuch die persönliche Beeinflussung geistig hochstehender Brüder ^ur Mitarbeit gehört zu den Aufgaben des geistigen Ausschusses und ebenso die geistige Aktivierung aller Brüder im Interesse der Loge durch . ihre wechselnde Heranziehung zu seinen Arbeiten bzw. zu seinen Sitzungen. (Fori>ttzuni> «ul Scitt 8) r-:— Dr. JOSEF HIRSCH und Frau gestatten sich, die VERLOBUNG ihrer Tochter LILl mit Herrn Dr. ALFRED FEUCHTWANGER bekanntzugeben. Lili Hirsch Dr. Alfred Feuchtwanger Verlobte Berlin, den 18. März 1927 VEREIN BERLINER LOGENHEIM U. O. B. B. (E. V.) Zu der am Sonntag, den 3. April 1927., vorm. tl|Uhr. im Logenhaus Kleist Str. 10, stattfindenden Generalversammlung * 1 unseres Vereins gestatten wir uns, unsere weiden Mitglieder ergebenst einzuladen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes '— 2. .Entlastuy ' für Vorstand und Kuratorium — 3. Etat 1927 — 4. Verschiedenes.' Der Vorstand: Aronsohn, Elle

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