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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-02-01 · 11 (2.1927) · p. Seite 213

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
11 (2.1927)
Date
1927-02-01
Page
Seite 213 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 11 Seite 213 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Klarheit in der „Frauenfrage“! i. Zur Resolution des Verbandes der Frauenvereinigungen der U. O. B. B. Logen. In der Januar-Nummer unserer Zeitschrift ist eine Resolution des Verbandes der Frauen-Vereinigungen zum Abdruck gelangt. Oer Abdruck erfolgte unter der Voraussetzung, daß es sich um eine in der Sitzung des Verbandes der Frauen-Vereinigungen der U. O. B. B. Logen in Hamburg angenommene offizielle Resolution handelt. Wie wir dem Bericht entnehmen, den unser Bruderblatt „Der Orden Bne Briss“ in seiner Dezember-Nummer bringt, ist von der Fassung einer Resolution Abstand genommen worden. Bei Kenntnis dieser Sachlage würde der Abdruck des uns als Resolution übergebenen Textes nicht erfolgt sein. Der Redaktionsausschuß. II. Offener Brief zur Frauenfrage in den U. O. B. B. Logen. Sehr verehrter und lieber Bruder Schindler! Auf Ihren „Klarheit in der Frauenfrage" benannten Aufsatz, der scharf Umrissen, einige Seiten des schweren Problems: Wie gliedern wir die Frauen unserem Ordenslcben ein? der Graßloge — und nurdieser — zur Entscheidung unterbreitet, antwortet Frau Eschelbacher, ohne Eingehen auf Ihre klar gestellten Fragen mit allgemeinen, historischen Erörterungen und der Verband der Frauenvereinigungen mit einer „Ablehnung" ebenfalls in allgemeingehaltenen Wendungen, zu der ihm außerdem jede Berechtigung fehlt, da die Entscheidung dieser Probleme — ob Ablehnung oder Zustimmung — z. Zt. noch nicht den Frauenvereinigungen, sondern der Groß löge zusteht. Als Symptom für die bereits eingerissene Unklarheit ist diese Kundgebung allerdings im höchsten Grade interessant. Eins ipt schon'jetzt klar: So kommen wir nicht weiter! Auf Sachliches mit allgemeinen Redewendungen und Gefühlsaufwallungen zu antworten, das ist nicht die Art, wie Erörterungen in einer Gemeinschaft geführt werden dürfen, welche an der geistigen Höherentwicklung der Menschheit mitarbeiten will Statt Klarheit und Wahrheit entsteht durch solches Aneinandervorbeireden Finsternis und Tumult. Wer das Recht für sich beansprucht, in diesen Fragen mitzureden, deren Wurzeln bis in die Tiefen der menschlichen Seele hinabreichen, der muß sich die Mühe geben, zuerst einmal die Probleme scharf mit seinem Denken zu erfassen, und dann ihre Lösung im Prinzip und in den Einzelfragcn zu versuchen. Unverrückbar bleibt das Problem: Wie gliedern wir die wertvollen Frauenkräfte in den Organismus unseres Ordens ein, ohne dadurch zerstörende Nebenwirkungen hervorzurufen, welche durch das enge Zusammenwirken von Menschen verschiedenen Geschlechts in einer Art von Lebensgemeinschaft entstehen. Dieses Grundproblem wird durch Totschweigen ebensowenig •aus der Welt geschafft, wie der Vogel Strauß die Gefahr vermeidet, wenn er seinen Kopf in den Sand steckt. Wir müssen den wirklichen Dingen fest und klar ins Auge sehen. Die sozial-ethischen Hilfsmittel einer früheren Zeit, Ausweichen und Verschweigen, sind heute nicht mehr anwendbar. Wie man solche Fragen in würdiger Weise zu behandeln hat. dafür kann uns'ein Aufsatz von Frau Margarete Sußmann, in der Dezember-Nummer des „Morgen“, beispielgebend sein. Uns sind sulche Aeußerungen von Frauen not, die aus der Erkenntnis ihrer eigenen Seele heraus die Rätsel des Frauenproblems zu deuten versuchen. Mehr psychologische Vertiefung, als historische Begründung von Rechtsforderungen — mehr verständnisvolles Eingehen auf fremde Meinungen, als rechthaberische Ablehnung! Die letzte Klärung und Entscheidung in diesen Fragen muß in leidenschaftslosen, sachlichen Erörterungen innerhalb der Großloge erfolgen, wejehe herbeizuführen der einzige Zweck Ihres Aufsatzes war. Caveant consules! Mit herzlichen Brudergrüssen Ihr in W. B. u. E. verbundener Paul Rosenfefd, Zion Loge, Hannover.; ui. Protestresolution des Verbandes der Franenvereimgungen der U. O. B. B.-Logcn (Monatsschrift der Berliner Logen U. O. B. B., Januar, Seite 190). Nach dem offiziellen Bericht über die Tagung des erweiterten Verbandsvorstandes der Frauenvlreinigungen der U. O. B. B.- Logen, Hamburg. („Der Orden“, Seite 214) ist von einer Protestresolution gegen 'den Slihindlerschen . Artikel Abstand genommen worden. Gleichwohl ist eine Resolution des Verbandes (?), wie oben in der Ucberschrift angegeben, zum Abdruck gelangt. Im Gegensatz zu. dem Eschelbacherschen Artikel (Monatsschrift der Berliner Logen, Seite 189), welcher zwar dem angeschnittenen Grundproblem hilllos gegenübersteht, persönliche und sachliche Momente gleichfalls nicht zu unterscheiden vermag, sich aber offenbar einer gewissen Mäßigung befleißigt, würde der Ton jener Resolution ein besonderes Eingehen auf denselben erfordern. Der vorstehend abgedruckte Brief von Br. Regierungsbaurat Paul- R o s c n f e 1 d-Hannovcr, enthebt mich erfreulicherweise dieser Mühewaltung. Ergänzend bemerke ich außerhalb einer Besprechung der Gesamtprobleme' nur folgendes: a) Die Fassung der angeblichen Protestresolution bestätigt die alte Erfahrung, daß, wo. Gründe fehlen, Schärfe des Ausdrucks gegen den „Widersacher“ ‘den Mangel der Begründung verschleiern soll. Unter Brüdern ist solche Schärfe streng verpönt. Wie aber verträgt sic sich mit der viel gerühmten weiblichen Sanftmut? Es ist ferner ein Zeichen der Schwäche, dem Gegner unzutreffende Ansichten zu unterstellen, um überhaupt einen Angriffspunkt zu finden; so wie im vorstehenden Fall die unbewiesene Behauptung, „daß. den Damen ihre weibliche Eigenart als Mangel angercchnct wird.“ Diese -Unterstellung erfolgt in krassem Widerspruch,' in verblüffendem Nichtbeachten oder Nichtverstehen meiner Ausführungen und Vorschläge (zu 11, III und V einschließlich der dortigen Ainmerkung). Ein Verständnis für die Mitarbeit der Freauen scheint hiernach von den Verfasserinnen der Resolution nur bemerkt zu werden, wenn es sich in anerkennenden, tönenden Belobigungen auspricht. Mein Artikel wandte sich nicht gegen eine wertvolle Mitarbeit der Frauen auf dem Ordensgebiete, sondern gegen dfc. grundsätzliche Zusammenarbeit in der Loge, im 'Ordensbau, allerdings mit aller sachlichen Schärfe unter Hinweis auf den Artikel. Rosenfclds. -’ b) Ferner: Die Ordensmitglieder sorgten seit Jahrzehnten für die Witwen der dahingegapgenen Brüder in Erfüllung einer übrigens selbstverständlichen Pflicht, den Brüdern Treue über das Grab ..hinaus zu bewahren, durch Sorge „für ihre Witwen und Waisen". Mir ist kein Fall bekannt, daß jemals die Witwe eines Bruders Not gelitten hat, wenn ihre Lage irgendwie der Loge bekannt war. Dagegep darf füglich bezweifelt werden, daß eine Witwe den Rat eines gesohäf^serfahrenen wohlwollenden Bruders nicht ebenso gern in Anspruch nimmt, wie denjenigen einer Frau. Das Großlogenstatut, die Nebengesetze, unser Ritual kennt oder kennen noch nicht die Bezeichnung ,;S ch w e s t e r“. Durch die Ablehnung jener Bezeichnung in djzm Novemberartikel soll lediglich eine. Verwirrung über die Grenzen der Logenpflichten unserer Brüder und über die Grenzen des Mitgliedschaftskreises bekämpft und beseitigt werden; .nicht aber sollen durch jene Ablehnung die Witwen airückgewiesen werden, als ob sie den Brüdern nicht schwesterlich-menschlich nahe ständen. .Normalerweise war das gar nicht mißzuverstehen! ' Nach dem Inhalt der Protestresolution aber soll das Gefühl der Zugehörigkeit zu uns Brüdern einerseits und die moralische Berechnung der «Witwen Zur Annahme .von Unterstützungen der Brüder andererseits. von der zurzeit gesetzlich nicht begründeten Bezeichnung „Schwester“ abhängig Sein. Das ist eine Argumentation oder eine Forderung, die sich weder sittlich noch logisch' begründen läßt.! Daß cs übrigens leicht ist, ahdern zu raten, eine Unterstützung' aus Stolz abzulehncn, während man selbst in gesicherten Verhältnissen lebt, sei nur nebenbei erwähnt. Bei den dem „Weibe" eigenen

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