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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-02-01 · 11 (2.1927) · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
11 (2.1927)
Date
1927-02-01
Page
Seite 214 (sequence 6)
Language
German
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Seite 214 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 11 „schwesterlichen” Gefühlen, die man gerade bei den Führerinnen des Verbandes der Frauenvereinigungen voraussetzen darf, glaube ich übrigens nicht daran, daß sie im Ernstalle die notleidenden Schwestern veranlassen würden, wegen einer zweifelsfrei unrichtigen Bezeichnung den Trennungsstrich gegenüber den Brüdern der verstorbenen Galten zu ziehen, und deren Unterstützung abzulchncn. cj Schließlich: Die Vertreterinnen der Frauenvereinigungen versichern laut: „Wir wollen in unserem Sein und Wesen mit allen unseren Kräften die Idealgedanken des Ordens, die dem heiligen Geist des Judentums entspringen, zum Ausdruck bringen.” Dieses Bekenntnis der — noch — außerhalb der Ordensmitglicdschaft stehenden Frauen ist löblich. Wozu aber diese Hervorhebung des „moralisch Selbstverständlichen" in der sicherlich wohldurchdachtcn Resolution?- d) Während der Aussprache, welche die Frauenvereinigüng der Deutschen Reichsloge, zur Besprechung des Novemberartikels veranlaßte, stellte einer unserer ersten Ordensbeamten fest, „der Verlauf des Abends habe nicht ergeben, daß die Damen eine entgegenstehende Meinung zu ertragen und objektiv verständnisvoll zu beurteilen vermögen." Man soll nicht verallgemeinern. Wer aber jenes absprechende Urteil verallgemeinern will, kann sich nunmehr zum Beweise für dessen Richtigkeit auf die Hamburger Resolution des Frauenverbandes vom 16.17. November 1926 berufen, weil sie unstreitig von den in verantwortungsvoll leitenden Stellungen befindlichen Frauen, also der Auslese, verfaßt ist und klar erkennen läßt, daß die Resolventinnen einfach außerstande waren, meine zum Teil abweichende Meinung zu ertragen und objektiv verständnisvoll zu beurteilen. Bei dieser Gelegenheit sei auf den Sehnsuchtsruf der Frau Eschelbacher: „Gott möge ihr die Herzen der Widersacher zuführen,” bemerkt, daß Frau Eschelbacher persönliche Widersacher nicht hat, daß aber Kopf und Herz verschiedene Dinge sind- Expr.jArthur Schindler, D. Rh. Die Abraham Fast gleichzeitig mit der Begründung der Julius Fenchel-Loge soll eine neunte Stätte des Ordens Bne Briss in Berlin ihre Wirksamkeit beginnen. Seit langer Zeit ist der Wunsch vieler, _daß der Name und das Andenken Abraham Geigers auch in unserem Bruderbund geehrt würden. Begreiflicherweise hat diese Anregung unter den Brüdern einen starken und begeisterten Widerhall gefunden, zumal der deutsche Distrikt seit einiger Zeit die Tradition geschaffen hat. die Großen alter und junger Vergangenheit in seiner Mitte lebendig zu erhalten. Wenn nun Abraham Geigers machtvolle Persönlichkeit unter diese erlauchte Schar tritt, dann ist hierzu kein Wort über die innere Berechtigung solcher Wahl zu sagen erforderlich. Jeder Kenner des Judentums und seiner Geschicke im vergangenen Jahrhundert wird wissen und bezeugen, daß wir ihm die wissenschaftliche Wiedereroberung und neue Entdeckung fast verlorener oder zerstreuter umfangreicher Gebiete unseres Geisteslebens verdanken. Gleich gewaltig in Denken, Tat und Rede hat er seine hohe Begabung durch eine nur selten gefundene Schaffenskraft übertroffen. Er hat durch sein Wirken dem Geschlecht der mit dem Judentum Unzufriedenen, den Verdrossenen und Gleichgiltigen neue und unvergängliche Liebe eingehaucht und es mit Sicherheit erreicht, daß diese und ihre Nachkommen mit unserer Gemeinschaft fest verbunden bleiben. Es ist hier nicht die Stelle, um das schriftstellerische Wirken Geigers au^h nur auszugsweise Geiger-Loge \ oder durch die Einfügung seiner wichtigsten Arbeiten zu beleuchten, aber es muß bemerkt werden, daß eine besondere, wenn auch weniger beachtete Seite seines Schaffens dem Kampf gegen die Taufe und dem Austritt aus der Gemeinde galt. Gerade darum können sich heute in voller Friedlichkeit und mit dem Verständnis dafür, daß der einst Umkämpft» jetzt der Ehrung des Gesamtjudentums voll würdig erscheint, Brüder aller Schattierungen religiöser und politischer Art zusammenfinden und unter dem Schutz seiner Führung ein bürgerliches, wahrhaft tolerantes und festes Band schließen, das vor allen Dingen auch der Freundschaft und der Einbeziehung unserer Familien in das Leben der Loge geweiht sein soll. Abhold jedem Streben nach irgendwelcher Absonderung wünschen wir uns die Männer, welche die Betätigung in der Loge ernst nehmen und bei ihrem Eintritt in unsere Mitte geloben, schlicht und gerade unseren Ordensidealen mit Hingabe und zum Segen des Judentums zu dienen. Wir laden alle Brüder, welche in diesem Sinne unseren Plan ünterstützen wollen, herzlich ein, ihre Meldungen an das Büro der Berliner Logen oder die Unterzeichneten zu richten. Der Gründungsausschuß: Georg Silberstein., Das vorbereitende Komitee für die 9.. Loge: . Dr. MartinSalomonski. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: - ---—< — Name 1 Eingetret. Geboren Verstorben Deutsche Reichs löge Moritz Grund 28. 3. 1903 29. 3. 1853 17. 1. 1927 Berthold Auerbach-Loge Hermann Philipp 6. 1.1890 23.6.1856 25.12.1926 Montef iore-Loge Isaac Ostrowski 22. 10. 1912 24 2.1862 17. 1. 1927 Ehre ihrem Andenken! Neuaufnahmen j Deutsche Reichs-Loge. Cronhcim, Fritz, Rechtsanwalt. W 35, Lützowstr. 60 a. Lindenstrauß, Martin, W 30, Freisin^er Str. 12. Silberstein, Dr. Friedrich Leopold, N, Reinickendorfer Straße 46. Montef iore-Loge. Abeies, Otto, Pankow, Wollankstr. 11. B i b e r f c 1 d , Adolf, W 30, Landshuter Str. 18. Cohn, Rudolf, Neutempelhof, Hohenzollernkorso 69. Kurnick, Dr. Karl, Rechtsanwalt, W 15, Joachimsthalerstr. 4. N ö h e r , Heinrich, Grunewald, Hagenstr. 16. N o h e r , Siegismund, Charlottenburg, Dernburgstr. 4. Pctzal, Hermann, NW 87, Tile Wardenbergstr. 13. R o o s , Siegfried,- W 15, Bleibtreustr. 32. Roth, Ludwig, W 50, Münchener Str. 3. Saling er, Fritz, Schöneberg, Winterfeldstr. 23. Seidemann, Leopold, Wilmersdorf, Prinzregentenstr. 4. | Silberstein, Leopold, Charlottenburg, Hardenbergstr. 1 a. W a g n e r , Arthur, W, Kurfüstendamm 162. I-

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