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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-12-01 · 9 (12.1926) · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
9 (12.1926)
Date
1926-12-01
Page
Seite 179 (sequence 19)
Language
German
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Nr. 9 Seite 179 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. was ihm aus innerstem Herzenstriebe entsproß. Glaßbrenner fand den ihnen zusagenden Ton dafür. Seinen religiösen Vergangenheitssinn vollends vermochten sie nicht mehr zu folgen Zum ersten Male geschah dann auf einen preußischen König in seiner Residenz ein Attentat (1844).. Es offenbarte die Fremdheit der Bürger gegen ihn; denn der ersten Freude über die Vereitelung folgten schnell Spottlieder und eine bei den Berlinern noch heute zu beobachtende beinahe lirhnkhafte Gefühlsseligkeit, als die beiden Mordbuben hingerichtet wurden. Dies Jahr zeigte zum ersten Male auch die StadUals Vorort für die im deutschen Zollverein tätigen Kräfte des rührigen Bürgertums, als im Zeughause eine schöne Ausstelluhg von Erzeugnissen des Gewerbefleißes stattfand. Aber ntben der damit verbundenen wirtschaftlichen Hebung der Lage weiter. Schichten bestanden doch auch noch Zustände, wie sie — alLerdpngs übertreibend —' Bettina v. Arnim in ihrer Schrift „Dies Buch gehört dem Könige" anklagend schilderte. Die Märztage des „tollen Jahres" 1848 rückten heran. Die Totenglocken während der Bestattung der Opfer läuteten eine neue Zeit ein, so verschieden von der vorhergehenden, daß man von einem vormärzlichen und einem nachmärzlichen Berlin zu reden pflegt, und der König empfing sie mit entblößtem Haupte, gegenwartsfremd, als der Leichenzug an seine« Schlosse vor- Uberkam. Wir erinnern uns, daß genau vierhundert Jahre zuvor Berlins Freiheit versank. Jetzt ging der Einfluß der Krone zu Grabe: der Same, den fürsorgliche Fürsten gelegt hatten, ging in einem kräftigen, selbständiger werdenden Bürgertum auf, das seiner Stadt internationale Bedeutung erringen sollte. Beim Tode des Königs lebten ungefähr 500 000 Menschen darin. Zunächst freilich schien der Erfolg nicht bedeutend zu sein. Man spottete, daß eigentlich nur die Rauchfreiheit in den Straßen erreicht worden sei, etwa wie nach dem Aufruhr der Berliner Schneider im Anschluß an die französische Julirevolution 1830; damals schrieb Chamisso ein köstliches Spottlied „Kleidermacher- Mut". Sieben Monate lang herrschte eine im ganzen doch recht gemütliche Anarchie; aber Berlin ist seit der Veröffentlichung / Vcpikau/ fUw NEUBAUER Unter den Linden Meuerstr Majrsei» l/im a, X>. 0ei> Fachmann ftb* mlmgantm MUtu FRANZKOWIAK ft CO. BERLIN-WILMERSDORF Uhlandtlrabe83-64 Pfalzburgar Straße 43-48 UMZUGE Ubersee -Transporte Tatefon: Pfalzburg 645 646, 647 648 Wohnung*- Tauten Hmmktn Qmttt der Verfassungsurkunde am 31. Januar 1850, nach der es nach dem Dreiklassenwahlsystem acht Vertreter zu entsenden hatte, i« Landtage immer durch Männer, der Fortschrittspartei vertreten worden. Dieser demokratische Zug offenbarte sich denn auch in der neuen Städteordnung vom'30. Mai 1853. Vollends zerstört wurde das Verhältnis zwischen dem König und der Bevölkerung, als der Polizeipräsident von Hinkeldey, der Begründer der ausgezeichneten Feuerwehr und einer straff organisierten Schutzmannschaft, in einem Duell in der Jungfernheide gegen einen Leutnant erlag. Anderseits* war damit das Vorwiegen der Polizeiherrschaft zu Ende, und der acht Jahre zuvor begründete Rechtsstaat trat-wieder an die Stelle. Aber auch die Stadtverwaltung stand der neuen Zeit hilflos gegenüber; alle förderlichen Leistungen in jener Zeit sind, von der Regierung oder von Privatleuten verrichtet worden. Freilich konnte sie bei den geringen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, auch« nicht viel vollbringen. Wie Preußen, hat sich ßerlin großgehungert und großgerungen in zäher, leidvollor Arbeit! Es waren stolze Tage,, als sich im Herbst 1866 die Abgeordneten aus Norddcutschland und dann des ganzen Deutschlands (außer Oesterreich) hier im Zollparlamente versammelten und so die Stadt staatsrechtlich zum Mittelpunkte Deutschlands erheben wurde; sie wurde der Europas,-als am 13. Juli 1871 unter dem Vorsitze Bismarcks in dessen Paläis der Friede mit Frankreich unterzeichnet wurde, und steht seitdem mit London, Paris, Wien im gleichen Range. Erweiterungen und Verschönerungen hatten schon vorher, zur Zeit der siegreichen Kriege, eingesetzt: die alte Stadtmauer fiel 1866 bis 1868; dafür entstand, eine verkehrswichtige Umwallung, die Ringbahn und dann die Stadtbahn; sie vermittelten den Verkehr mit den schnell aufblühenden Vororten. Mustergültige Kanalisation und Anlage ausgedehnter Rieselfelder, Straßenreinigung und Parks, die Lungen der Großstadt, Bade- und Turnanstalten, Ueberwachung der Fleisch Versorgung hoben die Volksgesundheil. Eine Fülle, vbn Neubauten und Denkmälern sollten die Stadt verschönern, die ‘ auf einmal Reisenden aus für Groß-Berlin und Großstädte bei hoher Beleihung auch Neubauten I offerieren Denn suhlt Sohn BERLIN W 8 J&gerstraBe .59 60 FERNSPRECHER AMT ZENTRUM Nr. 5455-5458 EIGENE MODERNE LAGER - HÄUSER HtktBMcktuli ZHlfli/lHMl (Vambul) B86-D

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