Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 9 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Seite 171 t - MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Sportkleidung mit den keckeren Möglichkeiten, die ihr an Schnitten, Stofien, Farben offen stehen. Dazu eine Reihe weiterer Sonderfächer, Berufskleidung, Krawattenherstellung und andere Gebiete, die auch im übrigen Deutschland tätige Zentren besitzen, das Führerwort aber aus der Reichshauptstadt erwarten. Solcher Rang innerhalb der heimischen und zum Teil auch der Weltproduktfon konnte nur in harten Mühen langer Jahrzehnte erobert werden. Er begann, als die altgewohnten Herstellungsweisen sich umbildeten, als die Haus- und Eigenarbeit innerhalb der Familie dem sich mehrenden Berufsleben der Frauen nicht mehr entsprach, als man aufhörte. Hilfskräfte auf „Stör".tagweise ins Haus zu nehmen. Die Vätersitten wichen zunächst dem Handwerksbetrieb der MaOschneiderinnen und Putzmacherinnen, den tapferen Kräften, die eben jetzt mit frischem Mute unter tüchtiger Führung um neue Geltung, gebührenden Einfluß und zeitgemäße Organisation ringen. Allein für den breiteren Bedarf der Heimat und des Auslandes hat in Berlin schon vor 1840 die Industrie zu wirken begonnen. Schon 1859 beschäftigte sie mehrere Tausende. Um 1860 lesen wir von Käufern selbst aus Amerika. Den nachhaltigen Anstoß gab 1870 der Krieg. Als durch die Belagerung Paris vom Weltverkehr abgeschnitten war, strömte nach Berlin frische Kundschaft von allen Seiten: Im neuen Reiche begann mit den vielen jungen Geschmacksfndustrien auch das Kleiderwesen seinen gewaltigen Aufstieg. Von 1882 bis 1895 stieg die Zahl der Beschäftigten von 50 000 auf 70 000. Seither hat die Berufszählung von 1907 allein für die Innenstadt Berlin und ihre drei Nachbarstädte Charlottenburg, Rixdorf. und Schöneberg, also einen Teil des heutigen Groß-Berlin, insgesamt 180 000 Berufsangehörige der Näherei, Schneiderei und Kleiderkonfektion festgestellt. Solches Wachstum erklärt sich nur aus der unaufhaltsamen Zunahme des Großbetriebes. Die „Konfektion" hat sich auf allen Gebieten nicht nur das Mindestgut und die Mittclware, sondern auch manche recht angesehenen Qualitätsstufen erkämpft. Durch zahllose Vermittler, von den großen Spezialgeschäften und Kaufhäusern bis zu den bescheidensten Vorstadtläden, dringt ihre Ware zu den Käuferkreisen, indes die Besteller spärlicher werden. Hergestellt .wird das Bessere gutenteils in eigenen Werkstätten, die breitere Menge durch Heimarbeit, zu der aus den verschiedensten Schichten der Berliner Bevölkerung wohlfeile Arbeitskräfte sich drängen. Es sind nicht restlos beglückende Bilder, die dem Beobachter dieser Heimarbeit vor Augen treten. Vielfach steht zwischen Unternehmer und Arbeiter der Zwischenmeister. Den Leistungen der Berliner Großkonfektion kommt es zugute, daß ihre Führer mit den Spitzen der Maßschneiderei, der sogenannter) Salonkonfektion, und mit den modellschaffenden Kräften freundschaftliche Fühlung halten, vereinzelt sogar durch Personalunion. Die vielerlei Uebergänge in Herstellung und Vertrieb gäben eih anziehendes Thema ab. Jede Gruppe hat sich ihre eigene, rührige Organisation geschaffen, tatkräftige, von tüchtigen Sachkennern geleitete Verbände, deren Wirksamkeit von Berlinaus über ganz Deutschland reicht. ’ Ueber all dieses flutende Leben schwingt die Mode ihr machtvolles Szepter. Die abendländische Welt hat langsam darauf verzichtet, sich gegen diese oft gescholtene Tyrannei aufzulehnen. Der Weltverkehr, die äußere Angleichung der Lebensformen der Völker und Stände, der Ehrgeiz und die Schmucklust der Verbraucher und mehr vielleicht als alles dies die Geschäftsklugheit der Hersteller und Vermittler beschleunigen das Zeitmaß des Modenwechsels , von Jahr zu Jahr. - Der Hersteller, der daheim nicht Zurückbleiben ..und überdies | dem Auslande dienen will, darf nichts unyersucbt lassen, um sich den Zugang zu der halbjährlichen, vierteljährlichen, ja fast monatlichen Paroleaüsgabe an den Wcltzentren der Mode zu sichern. Das haben die rastlosen Vorkämpfer der Berliner Konfektion von jeher verstanden. Auch wer sich und den Seinen gern einige Muße zu behaglicherer Erfindungsarbeit gönnte, darf keine hoch so häufige und eilige Reise nach Paris oder LdVtdon scheuen; schon muß er sich auch mit New York vertraut machen. Er darf nicht warten, bis die neuen Ideen und Motive für die dortigen Zeitschriften verarbeitet sind; er muß selber an Ort und Stelle sehen, in sich aufnehmen, Anregungen heimführen. Seine eifer- (^1 WÄSCHEREI für Herrenstärkwäsche Haushaltwäsche und Gardinen Berlin-Lichterfelde Maischnerstrafje 12 Ruf; C 3, liditeifdde 5021 5. (Sroffer Spcjiolljaus für feine fjerren *tDäfd?e Crifotagen etc. Bprpalitäi: ®brrt)fmöen nach BERLIN W, CHARLOTTENSTRASSE 65 # FERNSPRECHER: MERKUR 6330 i \:: i YSonaoüiivDaaBca 1 3—4 Pfd so stark«* Deckbett |>|3>Doin.HtHrikluei BeP acht tflrkUch-rot, mit Mandarinen- Dannen jicoo DoiiR.-Dediöcft 130X200 ca, in aflao Färb, mit 4 Ptd. Mand.-Dauoco AN Dettledera VI.M D 0 ■ ■ C ■ tertige Inlette a.ao oberbett | rot 9.50 Unterbett > 1.05 Kissen J 2 kaoo Doaa.-Oberbett «PU 130X200 cm mit 3 Pfund waißen Daunen getflllt 943 Koplblssea J 80X&0 c». «raurot mit grauen Fodaro aas Bettwäsche J weiß Deckbett ca. 130X200 cm 1.25 Koptkisften 8UX® cm , AN flroA. 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