Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 9 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
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J ■ ■ Hill HIMIMHMIIWIIIIIMIIIH HIIHMIimtH HIHM HMUII... Seite 172 Nr. 9 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. süchtigen Kundinnen und dringlicher die Mitarbeiter seintjs Betriebes warten mit äußerster Spannung auf das Kommende, üm es zumal für die baldigst ziv erwartenden Käufer aus dem Aus»- lande umformend nachzuschaffen. Es handelt sich um Tage, fast um Stunden. Den Beruf des Konfektionärs umklatscht die Hetzpeitsche der \X'eltmode. »Die ernstlichen Freunde der Kleiderkunst freilich können diesen Zustand nicht für ersprießlich halten. Die Hast tötet den Willen zur Vertiefung, verhindert die Reife, erstickt fruchtbare Keime. Sie verführt zur unbedenklichen Nachahmung und erschwert es. Eigenes cinzusetzen. In Berlin werden diese Hemmnisse zumal von denen empfunden, die auf die Würde deutschen Schaffens hallen. Der Wunsch nach selbständiger Leistung ist bei den Führern erfreulich gewachsen. Kundige klagen, daß sich neben diesen auch Elemente einzudrängen suchen, deren Gesinnung und Fähigkeit nicht über die im bisherigen Feindesland eingekauften Modelle hinausreichen, ohne daß die berufenen Fachkreise sich ihrer wehren können. Auch hört man immer wieder mit Betrübnis, daß einzelne Bestellerinnen und Käuferinnen. wie vor dem Kriege, sich aus Eitelkeit mit deutscher Arbeit nicht zufrieden geben. Um so bereitwilliger wird man feststellen, daß ohne allem 7w eitel in Berlin nicht mehr nur der Wille, sondern auch die Kraft gewachsen ist, die Anregungen aus der Fremde mit gereiftem Verständnis und Geschmack zu nutzen, aussichlsvollo - Gedanken, das durch Form und Farbe Wertvolle, aufzuspüren und w eitcrzubilden. Man muß sich die Grundformen und Hauptmotive des jeweilig Neuen gefallen lassen; aber man legt Wert darauf, auszugleichen, zu mildern oder herauszuheben mit Rücksicht' auf die Ansprüche der Trägerinnen in Deutschland ünd in unseren Exportländern. Es ist ein Genuß, solchen sichtenden Takt an maßgebenden Schaffensstätten wirken zu sehen. Die Modenarhleit in Berlin hat schwere Jahre durchlebt, seit nach den oft trügerischen Erfolgen der Inflationszeit die heimische Kaufkraft und der Export gleichzeitig in die Brüche-gingen. Die ,>Führer haben trotzdem der Lockung widerstanden.'den Ausfall" 1 durch mindere Leistungen auszugleichen. Sic dürfen eben jetzt hoffen, daß ihr unverdrossener Qualitätswille seinen Lohn finden und daß ihnen dabei die Entwicklung der Gesellschaft in Berlin helfen werde. Die Mode läßt sich, wie die Kunst, nicht von unten nach oben, sondern nur von oben nach unten fördern. Sie braucht Gipfelansprüche, um Gipfelleistungen zu wagen. Der Zusammenbruch des gesellschaftlichen Lebens in Berlin durch den Krieg und seine Folgen hat ihre notwendigsten Grundlagen erschüttert. Die Landfremden und Neureichen, die uns zeitweilig uberfluteten, waren ein bedenklicher Ersatz. Jetzt scheint cs. daß sich allmählich wieder eine wertvollere Gesellschaft zusammenfindet und dfiß die Anregungen, die der Mode aus bedeutenden Veranstaltungen, den, großen Bällen, dem Theater, ei wachsen, sich förderlich geltend machen. Gerade der letzte Winter hat eine Anzahl sehr wirksamer Gesamtbilder ins Leben gerufen, deren sich die'TJerlincr Kleiderkunst nicht zu schämen hat. Die Wechselwirkung zwischen Herstellern imd Trägerinnen, aif der im Grunde die Macht führender Modezentren beruht, ist nirgend in Deutschland lebendiger als in Berlin. Das vielgestaltige deutsche Leihen mag hie und da einige Sonderauffassungen im Modenwesen hervorrufen. ’ Allein weder München noch Frankfurt, weder die Rheinlandc - noch Hamburg können umhin, den Mittelpunkt' der Mode für das ganze Reich in der Reichshauptstadt zu suchen, Öhne einen solchen kann heutzutage die Modenarbeit eineis Volkes nicht bestehen. Den sozialen T>‘nüvnzen dL.f Gegenwart entspräche es wenig, wenn nicht neben allem aufwändigen Luxus die Kleidung auch weiterer Schichten an den: Fortschritt sichtbar Anteil hätte. Für Berlin und das deutsche Kleiderwesen ist vielleicht der technische und geschmackliche Aufstieg gerade in den breiteren Belangen das stärkste Kenn weckt weithin Nachfolge Konfektion hat den Geschmack mit Erfolg in ihren Dienst genommen. Das Handwerk spürt zu spät, wieviel es an Boden verliert, sofern es den sich stetig hebenden Ansprüchen nicht folgt. Selbst die wackeren Frauenkreise, die ver Jahren den tapferen Kampf um gesündere Unterkleidung mit einer geradezu fanatischen Geschmacklosigkeit aufnahmen, beginnen langsam Zeichen. ' Das Beispiel von oben her in Formen und Farben. Die Groß- W^||||IM|IIMWIII|||tMWtlllWI|lll(llim^; Karlsbader Feinbäckerei und Konditorei f ' Moritz Dobrin Beslellungs^ und VersandgeschäH: f Königstraße 34-36 1 Telephonzentrale: Königstadt 6193 und Alexander 5033 | Konditoreien und Cafds: | Königstraße 34-36 + Spittelmarkt 15 | Friedrichstraße 114a + Münzstraße 12 1 Alexanderstraße 14 c 1 Neu eröffnet: LeiratstraOc l, Ecke rrfedrltii Eberl Straße I . (am Tiergarten) | empfiehlt m'reicher Auswahl: | Torten, Feingebäck, Desserts, bunte IDUte Kaffee-Schüsseln, Baumkuchen Spezialität: § Wiener und Karlsbader Gebäcke | Bobes / Posener Mürbekuchen § Für Festlichkeiten jeder Art: 1 Eis / Eisspeisen / Eisbomben / Cremes 1 in feinster Ausführung und reichster Auswahl | Zudebarches Hochzeitsbarches Jeden Freitag; Wasser- und Butterbarches 1 in bekannt bester Ausführung I Zusendung prompt frei Heust f Kein Gedeck ohne Eisner« Besteck Beste Qualität Niedrigste Preise Bequeme Zshluag Haus Elsner Leipziger Str. 121 EISNEIM LEIPZIGERSTR/I21 TAUENT7IENSTR 44 Das fiele $ysren, Fordern Sie , sofort Brpschüre Leinenhaus K. f leisch ha uer > Inh.: Benno Ch/ehou’shi J t t leg ante Wäsche ‘ für Damen, Herren und Kinder ’ tigene Juschneidereien und Uähereien J Berlin W 50, Tnuentjienßeafe 7 a l