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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-11-01 · 8 (11.1926) · p. Seite 150

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
8 (11.1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 150 (sequence 14)
Language
German
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Seite 150 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 8 Der Schöpfer des preußischen Staates, der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640—1688) ist auch der Begründer des neuen feerlins; unter ihm erhielt die Stadt eine weit höhe,e Bedeutung. als sie vorher gehabt hatte: Berlin wurde Festung, und 'seitdem bestimmten militärische Gesichtspunkte auf larfge Zeit die Stadtverwaltung mit. Schon Schwarzenberg hatte den Plan gefaßt. Befestigungswerke zu errichten und drei Jahre (von 1637 bis 1640) lang mit den widerstrebenden Magistraten gekämpft: der” Große Kurfürst führte ihn von 1658—1683 durch. Das ge‘ schah nach Angaben von Doegen in niederländischer* Manier. Die Baugeschichte Berlins läßt noch heute den Verlauf der ursprünglichen Festungswerke erkennen: auf dem damals aufgeworfenen Graben fährt vom Bahnhof Jannowitzbrücke bis zum Bahnhof Börse die Stadtbahn: die Oberwallstraße, die Niederwallstraße und die Wallstraße halten die Erinnerung an die Wälle fest, die hier verliefen, und der Spittelmarkt und der 1 lausvogteiplatz sind Innenräume von Bastionen. Der Stadtteil Friedrichswerder wurde in den Bau mit einbezogen; aber außerhalb lag die nach der zweiten Gemahlin des Kurfürsten benennte Dorothecnstadt. die südlich von einer z. T. schon 1650 vort-qmden gewesenen Lindenallee begrenzt war, der heutigen Straße Unter den Linden. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 siedelten sich immer zahlreicher französische Glaubensflüchtlinge, die Rcfigies, in der Stadt an, zumeist Gärtner und Handwerker. Dazu kamen Einwanderer, die der Kurfürst aus den Niederlanden hcranzog und die den Anbau der Kartoffel (im heutigen Lustgarten) vorbereiteten. Aus Holland kamen auch Künstler, die die Hauptstadt verschönten: einer der bedeutendsten ist Artus Quellinus; er schuf das Grabmal iür den General Sparr in der Marienkirche. Dazu wurde damals der Grund gelegt zu den Kunstsammlungen und der heutigen Staatsbibliothek. Der kurfürstliche Admiral Raule, der Begründer von Groß-Friedrichsburg und der brandenburgischpreußischen Seemacht, wohnte hier in dem nach ihm benannten ..Raules Hof ". — Nach dem Halbjahrhundert seiner Regierung hatte Berlin bei einer Einwohnerzahl von etwas über 20 000 einen glänzenden Aufschwung genommen, doch erwählte er äuch als erster Potsdam zur zweiten Residenz. Aber wieder bestanden — wie einst — mehrere Magistrale nebeneinander. Diese vigr Städte vereinigte der erste Preußenkönig 1709; am 1. Januar 1710 trat dies damalige „Groß-Berlin" in Kraft. Doch mußte auch er für die neuen Zuzügler, Wallonen und Franzosen, neue Wohngelegenheit schaffen. Er begann den Bau der Friedrichstadt: die Friedrichstraßc ist ihm zu Ehren unter seinem“Sohn und Nachfolger benannt worden, als sie bis zum Belle-Alliance-Platz verlängert wurde. Friedrich L begründete 1694 die Akademie der Künste. 1700 die der Wissenschaften, die noch heute blühen, zog Künstler (Schlüter, Nering) und Gelehrte (Leibnitz) an seinen Hof und stellte ihrem Können und Wissen die höchsten Aufgaben. Das Schloß wurde in den Formen erbaut, die wir im wesentlichen noch heute daran bewundern, das Denkmal des Großen Kurfürsten auf der Langen Brücke (Kurfürstenbrücke), ebenfalls von Schlüter, .wurde das bedeutendste im Barockstil in unserem Vaterlande (enthüllt am 11. Juli 1703), gegossen von Jakobi, das Zeughaus von Nering mit den wundervollen Masken sterbender Krieger von Schlüter — sie alle vorbildliche Ueberbleibsel eines einheitlichen Kunststils. Der Glarfz des Hofes und der Stadt hob das Selbstgefühl der Bürger noch mehr und erweckte auch die Aufmerksamkeit der fremden Reisenden. Damals entstanden die Bezeichnungen „Spree-Athen" und „Klein-Paris" für unsere Stadt. Dazu erwuchs bei der Meierei, dem späteren Monbijou, eine neue Vorstadt, die nachmals den .Namen Sophienstadt zu Ehren der dritten Gemahlin des Königs erhielt. Der ganz aufs Praktische gerichtete Sinn Friedrich Wilhelms I. gebot neuen kunstsinnigen Schöpfungen zwar ein Ende; aber ■— die Bautätigkeit nahm zu: die Friedrich- und die Dorotheenstadt wurden vergrößert, die Festungswälle niedergelcgt und eine große Mauer um di8*neue Stadt gezogen. Sein mili-~ tärisches Herz gab ihr ein> dementsprechendes -Aussehen: wie mit den Händen an der Hosennaht standen und stehen' noch die Häuser da in den regelmäßig nach dem Lineal angelegten Straßen „DER WACHTHOF“ AKTIENGESELLSCHAFT FÜR EIGENTUMSCHUTZ Wollen Sie unbedingt geschützt lassen Sie sich bewachen Berliner Wach- und Schliebgesellschaft m.b.H. und lassen Sie die besonders gefährdeten Türen und " Fenster elehtro-automatisch sichern durch die Deutsche Raumschutz Aktiengesellschaft * BERLIN NW 6 * Luisenstr. 31 b Telephon: Norden 3333 Sßichtenslßin ifjchirme 7)at jerjeAAne. QjesxKmack Der elegante h( trägt Reiser Kontsti 164 ♦ Kaiser Allee 209 7rau ^Jvieda ^Dfittentin, &cfyriftfteUevm hat ihre frühere erfolgreiche lätigheit als fiibrettiftin für fjo<hjeits* unb 5amilien=5eftlichheiten roieber auf* genommen. — (£rfte SReferenjen fclrrtsn: »trinpLai; 119 87 QSJaifffltvafje JO (£f)gr lottenbnrci^

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