Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 8 (11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 151 (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 8 Seile i5t MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. und Plätzen (namentlich Wilhelmstraße!), nüchtern wie die jenem Zeitalter angehörige alte Garnisönkirche. Bekannt ist seine Baulust, die oft nicht humoristischen Beigeschmacks entbehrt: der Baron von Vernczobre mußte ein staatliches Haus in der Wilhelmstraße bauen, damit seino Tochter nicht einen ihr vom König befohlenen Offizier zu heiraten brauchte, sondern ihren Herzliebsten heimführen konnte. Es ist das nachmalige Palais ** Prinz Albrecht geworden. Das Palais des Prinzen Friedrich Leopold hateine ähnliche Geschichte. Dennoch geht die Behauptung zu weit, als ob der König der Stadt jede letzte Selbständigkeit wegtyrannisiert hätte: der landesherrliche Absolutismus ist gerade hier immer auf eiqe wirksame bürgerliche Unterströmung gestoßen. Zu seinen Bauten mußte er deswegen starke Zuschüsse aus eigener Tasche leisten. Zunächst fanden sich wenig Mieter dafür, da der Bevölkerungszuwachs nicht ausreichte; aber seine Sorge für die Hebung der Tuchindustrie in der Hauptstadt schuf Abhilfe. Seit 1732 begann ein immer stärker werdender Zuzug von böhmischen Webern, die wegen ihres Glaubens -verfolgt worden waren. Sie siedelten sich auch in Rixdorf (Neukölln) an.• Der König schenkte ihnen sogar, eine eigene Kirche, die 1737 eröffnete Bethlehemkirche in der Mauerstraße. Dort gründete er auch die Dreifaltigkeitskirche. Wie sein Vater hatte er die Neigung, hohe Türme zu errichten: die Petrikirche sollte mit einem solchen versehen werden. Ein Blitzstrahl vernichtete 1730 den Bau und rief den seit 1380 größten Brand hervor, der in Berlin gewütet hat. Die Trümmer ließ er beim Bau der Stadtmauer mit verwenden. — Bei seinem Tode hatte Berlin gegen 90000 Einwohner.. Erst unter König Friedrich II. erwachte der Glanz des ersten .Preußenkönigs zu neuem Leben. Er hat nicht nur im Großen seinem Staat und seiner Zeit den Stempel seines Geistes aufgedrückt, sondern im Kleinen auch seiner Residenz, und wäre sein Plan eines „Friedrichsforums" ausgeführt worden, Berlin würde wenigstens in einem Teile ein prachtvolles -Kunstwerk in einem Geist und einheitlichen Formen geworden sein. So haben wir nur ein geniales Bruchstück — und auch dies wird erst erkennbar, wenn man über barbarische Verschandelungen verzeihend hinwegsicht. Der schöne Bau Knobelsdorffs, das Opern- . haus von 1743, ist ja bis vor kurzem eine Attrappe für Feuerlöschübungcn gewesen und auch sonst nicht mehr der alte. Die ruhmreich unter großen Opfern geführten Kriege taten seinen Bestrebungen zunächst Abbruch: Größeres stand auf dem Spiel. Die straffe Zusammenfassung .aller Kräfte zeigte sich darin, daß Bürgermeister, Ratmannen und Stadtrichter der Bestätigung des Königs bedurften; etwas wie Zivilversorgung setzte ein, da die Unterbcamten möglichst Kriegsinvalidert sein müßten. Der Siebenjährige Krieg brachte Berlin zweimal in Feindeshand; zuerst der Oesterreicher unter Hadik, dann der Russen und Oesterreicher unter Tottleben. ESnige von den Kugeln, die der russische Oberst Gleboff vom Tempelbofer Berge (Kreuzberg) s her in die FriedricHstadt werfen ließ; sind, auf dem. Kellerhalse des Eckhauses an der Linden- und Markgrafenstraße noch zu sehen. Im selben Jahre 1760 würde ’Berlin Badestadt: auf dem Pankower Gebiete wurde der (Friedrichs-) Gesundbrunnen angelegt, nach dem der Stadtteil benannt worden ist.' In jenen Tagen verhandelte der Kaufmann Gotzkow.sky oft geschickt mit den Russen, um die Leiden der Stadt zu mildern. In seiner Wirksamkeit auch liegen die Anfänge der Berliner Großindustrie. .Die Seidenindustric und die Porzellanmanufaktur . rief er ins Leben, und die Kricgsläufte schadeten ihnen nicht allzusehr, wohl aber die 'Bankrotte in Amsterdam und Hamburg. Wenigstens die Porzcllanmanufaktur übernahm' der König auf eigne Rechnung, und sic hat sich bis Heute als staatliches Unternehmen erhalten. An Batten entstanden das Palais des Prinzen Heinrich (heute das Universitätsgebäude), die .Bibliothek und die katholische Hedwigrkirche, seit 1763 Kasernen an Stelle der Bürgerquartiere; und gegerv Ende seiner Regierung (1780) die nach Gontards Zeichnungen errichteten prächtigen Türme auf dem Gcndarmcnjnarkt, Stattliche Privätgcbäude aus jener Zeit schmucken noch die Wilhclmstraße, die Linden und den Molkenmarkt (Ephraimsches Haus). Zahlreiche Zuwanderer aus dem Vogtlande siedelten sich im'Norden vor dem Hamburger HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE 70 verschiedene Abteilungen für jeden Bedarf Kleiderstoffe Damen-Bekleidling Damen-Wäsche Seidenstoffe Damen-Hüte Morgenröcke Schuhwaren Waschstoffe Korsette Bh!£in! Aussteuerartikel jj;£S££ i Linoleum | Bettfedern § IllllllllllllllllllllllÜlllllllllllllUlllUiillllliiili Baby-Wäsche j