Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 8 (11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 148 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4885084-6352607-6352854--0123-4885199- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 148 Nr. 8 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Tor mit dem Viergespann der Viktoria von Schadow steht noch, zeigt aber auch nicht mehr das ursprüngliche Aussehen, da Strack im Jahre 1868 nach Abbruch der Stadtmauer offene Säulenhallen zu beiden Seiten anbaute. Das Märkische Museum, dessen Besuch jedem dringend anzuraten ist, bewahrt noch manche Ueberbleibsel aus Privathäusern. Nicht unerwähnt bleibe der aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende ..Totentanz" in der Marienkirche. Die Askanier erweiterten das Gebiet der Mark nach alten Kichtungcn und erhielten den Frieden in einer Zeit, die das übrige Reich von Kriegslärm durchtosen ließ. Ihre Regierung brachte den Städten der Mark blühenden Wohlstand, besonders für Berlin-Kolln. denen gewohnheitsrechtlich das Niedcrlagsncht zuwuchs. Es verpflichtete jeden Händler oder Hersteller 'on W aren, der mit ihnen Berlin berührte, sic hier einige Tage auszuladen und zrm Verkauf auszustellen.’ Wollte nun der dazu Verpflichtete die Kosten des Ausladens, der Lagergebühren, des Einladens und des Aufenthaltes mit Schiff und Geschirr in Berlin ersparen, so mußte er seine Waren zu billigem Preise an Berliner Kaufleute und Verbraucher ablasscn. Hauptsächlich dem Handel mit Heringen und der Handelsstraße nach Oderberg \erdankte Berlin-Kölln ohne Zweifel sein Aufblühen und die Erhaltung seines Wohlstandes im Mittelalter. Im Jahre 1307 schlossen sich beide Städte zu gemeinsamer \ erwaltung zusammen: schon vorher hatten sie eine nicht ganz getrennte Wirtschaft. Das Gemeinwese-n verstand es, sich landesherrliche Vorrechte zu erwerben und seinen Wohlstand dauernd zu mehren; davon zeugen schon die seit 1335 immer wieder kundgegebenen und immer wieder übertretenen Luxus- ' erböte. Namentlich aber zeigt das Landbuch Karls IV. und das nach dem großen Brande Berlins von 1380 angelegte Stadtbuch, wieviel Rechte und Besitztümer die Landesherren zugunsten "der Stadt verloren hatten. Sie war in der Tat eine beinahe freie Republik, die nur noch dem Namen nach der Markgrafschaft Brandenburg unterstand: sic besaß Rechte ähnlich wie die freien Reichsstädte und gehörte (bis 1518) dem Hansabundc an.. Das änderte sich, als die Hohenzollernherrschaft diese Verfassung eindämmte und ihr schließlich den Lebensfaden abschmtt. Es geschah in dem Aufruhr der Bürgerschaft von 1448. ln seinem Verlaufe ist er nicht ganz deutlich zu erkennen; aber die Folgen liegen klar. Am 31. Juli 1443 hatte der Kurfürst Friedrich II. (Eisenzahn, 1440—1470) den Grundstein zum Schlosse gelegt, aber gewiß nicht als „Zwingburg“. Er wurde zum Stein des Anstoßes; Zwistigkeiten waren schon vorangegangen, die der Kurfürst zu seinem Vorteile aaszubeuten vermochte. -Aber nun griff er schärfer zu, nachdem er bisher eine immerhin weitgehende Nachsichl geübt hatte. Er warf den Aufstand nieder und brach di. Macht der alten Berliner Geschlechter, vernichtete auch bei, manchen den Wohlstand. Einige wanderten aus, und Frankfurt a. d. One»} Magdeburg und Leipzig zogen'einen Teil* des Berliner Handeln an sich, pamals soll der Roland das Sinnbild gerichtlicher Oberhoheit,, das am Molkenmarkte stand, in die Spree gestürzt worden sein. Auch das Stadtsiegel wjurdc verändert: der brandenburgischc Adler saß mit ausgespannten Flügeln auf dem Rücken des Bären, der Halsband und Kette trug und dem er die Fänge ins Fell schlug. Aber in dieser Demütigung lagen doch wieder die Keime fi r eine künftige Bedeuti^ng. Vor. der Einrichtung des Schlosses h tten die Landesfürsten im Hohen Hause, Klosterstraße 76, gewähnt, wenn sie hier .weilten; die ersten Hohenzdllern hatten bei ihrem Aufenthalt in der Mark'andere Städte bevorzugt: Tangermündc, Arneburg, wohl auch Spandäu. Johann, fälschlich Cicero genannt (1486—1499), erhob Berlin zur dauernden Residenz, und von nun an ist der andere Aufstieg Berlins mit dem des Hohenzollernhauses und also Brandenburg-Preußens eng verknüpft. Auf vier Jahrhunderte, bis rund 1848, empfängt die Stadt beinahe jeden Antrieb vom Hofe her. Hier ließen sich damals alle nieder, die amtlich oder als Handwerker ihren Unterhalt von dort empfingen. Zugleich entwickelte sich das Gasthofsgewerbe und ein gewisses internationale» Leben, da die Beamten aller Ränge und Dienstmannen aus Franken hier ihrer. Hausstand gründeten, fränkische Räte sich mit Berliner Patriziertöchtern vermählten und die Landesbischöfe von Brandenburg, FLBGEL - muniner %pixnos / fe“ 2c nB.Neumann Rumorüt ALFRED STAHL ARCHITfcKT ATELIER VORN. WOHNUNGS¬ EINRICHTUNGEN BERLIN sw 11 KCNIGGR ATZPR SlRASSF. t4 fERNSPR.. Hasenbcide 3817-18. ÄflTIOUITÄTEH" BOBELinS oooooooooooooooooooo liefen Firaprecner: ZMtrum 15780-15 70h rUH\OHy \ *4* \ % Kohlen-Handelsgesellschatt Berlin NW 7 Bunsenstr. 2 , \ (Braur kohlenhaus) /A jl liefen Fermorocker: ZMtrua 15720-1)729 L. POSEN w« BERLIN W 8 Unter den Linden 5 Spezialhaus für Silberwarerr in modernen und antiken Stilarten f Silberne:Besteckc CARL BERNSTEIN BLUriENAUSSTELLUNG Spezialität: Tafeldekoratlon TauentzlenstraOe 9 BERLIN W Trauerkränze / Tauentzlenstraße 9 ... 1*IA1 KRAKAUER! Gezr. iS« UadOHttdic Lützow 4819. | Berlin W 62« ConrblBrestrnBn IO | Unter Aufsicht des .Berliner Rabbinats. 1 Ausrichtung von Festlichkeiten zu jeder Gelegenheit >n bekannter Güte. f | / Finzel verkauf von: MatttreflUffel, Aufschnitt, | Wur*(waren, Feinkost, Jlayonnalaen, Malate, Weine» I äiiitiiifiiiiiiimmiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiitmiiiiiiitiimtiiiiiiiitmtHiiiiiiiiiiiiHfiniiiiHiiiiiiiiiiiiiHiiiiiimiiiimiiiiimiiHmiiiHiMiiimc