Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 7 (10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 133 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.-O.B.B. Seite 133 I---1 -- 1 ■ ' t Geist, der ihr Personal belebte, im Musikleben unsrer Stadt eeiä bedeutende Rolle gespielt hat. Das Fazit ist klar, es war 4ui Irrtum, zu glauben, daß in dem neuen Staat durch privat^ Aktivität ein wirtschaftlicher Nonsens, wie die Oper ist, ert hallen werden kann. Diese Gattung, von einer höfischen Epcxjhe geboren, ist heute nur noch zu retten, wenn sie durch eine ^Verbindung behördlicher Subvention und volkstümlichen Interiskes auf die Beine gestellt wird. Es war ein Wirtschaftskampf großartigen Stils auf einem besonders prekären Boden, wie ert sich Irl solchem Umfange noch in keiner Weltstadt abgespielt' hat. Berlin besaß, von einigen kleineren Unternehmungen abgesehen, zeitweise vier ständige' Opernhäuser, in denen achttausend Menschen täglich sich diesen Genuß zulühren konnten. Ganz Nord-Amerika besitzt nur zwei ständige Opern. / Der ungeheure Opernbetrieb ist nur ein Teil des gewaltigen. / Musiklebens, das dieser Stadt beschieden ist1. Sic ist dem Bc-Jl I trieb nach, nicht der Schöpferkraft nach, -die musikalischste Stadt der Welt. Der Grund dafür liegt nicht nur in den geselligen Ansprüchen der Stadt, und vielleicht sogar wgnigejr darin, als in der Tatsache, daß, genau wie vor dem Kriege, da|S Berliner Urteil, die Kritik der hiesigen Presse, auf dem Weltmarkt unentbehrlich ist. Zahllose jurfgo Künstler geben hier i^ine ersten Abende und wiederholen sie, wenn sic erfolgreich sind, um mit ihrem Zeugnis sich ihre Karriere zu machen. Zahlreiche bekannte Künstler unterlassen cs nicht, eine bestimmte Anzahl von Konzerten in jeder Saison zu veranstalten, damit ihr Name nicht vergessen wird. Wenn man die Zahl dieser Konzerte schon zusammenrechnet, die von den Künstlern selbst ausgehen, und Hie .Gastspiele von Quartcttvcrcinigungen, Chören und sogar Orchestern von außerhalb dazu nimmt, so macht dies schon eine große Reihe von Abenden aus, die sich in die Saison hincinlcgen. Es gibt nur ganz wenige bedeutende Künstler der Well, die von dieser Gewohnheit keinen Gebrauch machen, und es gibt kcinfcn Anfänger, der sich dies Experiment nicht erlaubte. Man hat aber noch eine zweite Reihe von Konzerten, die nicht von den Künstlernausgehen, sondern von den Unternehmern. Berühmte Dirigenten oder Solisten werden engagiert, um im Abonnement oder an einzelnen Abenden die Gunst des Publikums zu Geld zu machen. Dies sind die Konzerte, die das Publikum denf Unternehmerbezahlt, während jene Konzerte meistens vom Künstler dem Unternehmer bezahlt werden. Es gibt sogar Zwischenfälle, in dcnch unbekannte Künstler bekannte engagiereih, um sich publikumsreif zu machen. In jedem Falle' ist cs dep Unternehmer, der die wirtschaftliche Führung in der Hand hal. Aus antikapitalistischer Neigung ihaben sich überall. Verbände gegründet, den Betrieb der Konzerte in die eigene Hand de - Künstler zu legen. Sie haben schon manchen Erfolg erzielt. Aber man kann nicht leugnen, daß die Veranstaltung aller der Konzerte, die den großen Zulauf haben und die die Wirtschaft dieses Betriebes stützen, so daß auch einmal auf einen , unwirtschaftlichen Fall der Ucbcrfluß ausgeschüttet werden kann, daß alle diese Konzerte in der Hand der Agenturen liegen, die den Betrieb vollkommen * beherrschen. Denn dieser Betrieb hat durchaus den Charakter des Marktes. In der Musik stellen sich die. Werte fest nicht durch cin£ privates Studium und einen stillen Verkauf, sondern nur durch die Reproduktion, die die öffentliche Seite dieser Kunst bedeutet. Die Reproduktion kann nur arbeiten mit einem scharfen Konkurrenzwesen, mit einem großen Aufwand an Mitteln, mit dem äußersten Ehrgeiz vor der Kritik und mit der Möglichkeit, ein Publikum zu schaffen und zu erhalten. In Berlin sind diese Bedingungen -gegeben durch die ungeheure Aufnahmefähigkeit .und -die Mannigfaltigkeit in den Schichten der Zuhörer vom Abonnenten; bis zum Freibillcltlcr. So ist Berlin deif große Musikmarkt geworden. Die Konzerte haben einen Umfang erreicht, der durch unsere Säle nicht mehr zu bewältigen ist. Die Saison beginnt schon im Herbst und erstreckt sich weil in das Frühjahr. Es gibt Abende, an denen 8 bis 10 wertvolle Konzerte stattfinden. Die Säle sind schon fast ein Jahr vorher so vergeben,' daß einer, der zu spät kommt, nur durch einen Zufall noch untergebracht werden kann. Wieviel Orchester gibt cs eigentlich in Berlin? Das erste an Rang und. Güte ist natürlich das Opernorchestcr. Es hat nur in dgn größten Zeiten ^er Not außerhalb seines Hauses ge- . „DER WACHTHOF“ AKTIENGESELLSCHAFT FÜR EIGENTUMSCHftlTZ Wollen Sie unbedingt geschützt sein, lassen Sie sich bewachen durch Berliner Schach- und Schlie^gesellschaft m.b.H. und lassen Sie die besonders gefährdeten Türen und Fenster elektro-automatisch sichern durch die * . t Deutsche Raumschutz Aktiengesellschaft BERLIN NW 6 Luisenstr. 31 bl Telephon: Norden 3333 Von 9 bl. 7 Uhr gaSftnat I Deutsches Teppichhhus PT“ Emil ilDer ao Jahre Berlin Süden mar ~ » Oranienstralle 158 Unser altes Teppichhaös hat keinerlei Beziehungen zur Firma <*leichen Namens Potsdamer Straße Reiches Lager In deutschen and TEPPICHEN aller Qualltftten / Brücken / Belas- und Löuferstoffe Pelle Möbelstoffe / Gardinen / Vorhänge Bett- und Steppdecken / Tisch- und Diwandecken / Auto-. Reise- und Schiefdecken * Fries Usw. / Anfertigung von Dekorationen nach eigenen Entwürfen Spesialkatalog auf Wunsch kostenlos r > 'S I