Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 7 (10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 132 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 132 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B. B. Nr. 7 Berlin als Musikstadt Von Prof. Oskar B i e. Musik ist eine gesellige Kunst. Ihre Pflege ist nur möglich, w., ein geselliger Boden vorhanden ist. sowohl für Zuhörer als für Ausführende. Die Oper ist ganz auf diesem Prinzip begründet. Sic ist nur in einer großen Stadt möglich, und da sie sich wirtschaftlich von selbst nicht erhaltet! kann, muß immer ein mäcenatisches Interesse vorhanden sein, um sic zu sub\ entionicren. Da wir keine Höfe mehr haben, muß es der Staat .der die Stadt besorgen. Wir haben in Berlin sämtliche Formen der Opernwirtschaft durchgemacht, und es lohnt sich, den Betrieb daraufhin einmal durchzusehen. Der Staat erbte die Oper v >m Hofe und war oft in Verlegenheit, sic bei den schweren ökonomischen Verhältnissen durchzuhalten. Der damalige Leiter der Staatsoper. Max von Schillings, war ein kluger und weitherziger Musiker, undidazu eine diplomatische Nhtor. wie sie gerade in dieser Zeit der Betrieb^kämpfe sich sehr bewährte. Er scheiterte schließlich an der rückständigen Zwiespältigkeit der ministeriellen Verwaltung und des eigenen Künstlerw illens. Noch ist die Intendantcnfragc ungelöst, j ein gefährlicher Zustand. Andrerseits ist im Ministerium sehr viel Sinn vorhanden für die volkstümliche Ausgestaltung der Oper und für die Erziehungsfragen, die damit verbunden sind. Auf diese Weise ist es nach langen Mühen dazu gekommen, daß die Staats- ■*rtper -.ich zwei Häuser gewonnen hat. das alte Haus Unter den Linden für den eigentlichen Stamm der traditionellen Opernpflege und für Experimente mit neuen Opern, und dann das umgebaute Krollsche Etablissement für die populären Zwecke. Hier wurde eine Verbindung mit der Volksbühne eingegangen, die einen Teil des Baues und einen Teil der Plätze übernahm. Es war nicht nur mitten in der Inflationszeit ein. wirtschaftliches Wunder., wie-jOskar Kaufmann mit den billigsten Materialien diesen imposarfen Lmbau bewerkstelligte, sondern es bewährte -.ich zunächst auch in finanzieller Hinsicht diese Zweiteilung der Staatsoper, wie sie nirgends in der Welt sonst gew;gt worden ist. "■ *m.. i ■ ■— i - WILHELM PERIWITZ ,e. m. s. H. Grundstücke Hypotheken Gollendorf 8489 91 BERLIN W 30 Nollendorfplätz 7 I. Hypothekenkapital bei barer'Auszahlu ng auf Groß-Berliner Wohn- und Geschäftshäuser und Villen unter günstigen Bedingungen yu\t sucheni Wir bieten an: % Grundstücke in allen Stadtgegenden Groß-Berlins besonders City- und Westenhäuser mit allem Komfort Villen und Landhäuser in den schönsten Lage-n des Westens Der Einschluß einer volkstümlichen Oper ermöglichte die doppelte Verwendung eines Personals, das in den heutigen Zeiten nicht einmal teilweise brachliegen darf, und brachte soviel flüssige Mittel in den Betrieb, daß die Linden sich zuerst durdi den Königsplatz nicht nur bequem erhalten konnten, sondern, was in den früheren Zeiten niemals der Fall war, manchmal sogar ein Plus verzcichncten. Die staatliche Verwaltung hat mit dem Schauspielhaus und dem Schillorthcater dieselbe Methode verfolgt und dieselben Erfolge erzielt. Inzwischen ist die Rechnung bei Kroll schwieriger geworden, die Oper Unter den Linden mußte umgebaut werden, man geriet in jeder Beziehung außerhalb der Kalkulation. Neben der Staatsoper war schon lange das Deutsche Opernhaus, eine private Gründung mit Unterstützung der Stadt, aufgeblüht, konnte aber den schwierigen Zeitläuften nicht stand- •hallen- Es ist hier nicht der Ort. auf die vielen Mißgriffe und Streitigkeiten einzugehen, die dies Theater an den' Rand des Abgrunds gebracht haben. In jedem Falle hat sich sein System nicht bewährt und zum Konkurse gelührt, aus dem die Stadt das Hau.s als ihr Eigentum herauslischte, um es vollständig neu zu inszenieren. Dies gelang in überraschendem Maße durch die Heranziehung Bruno Walters, der cm mustergültiges Ensemble und ein frisches Repertoire schul, in Einmütigkeit mit dem arbeitsamen Intendanten Tietjen. Bei der Großen Volksoper ging es entgegengesetzt. Sie wurde seinerzeit gegründet als ein reines Aktienunternehmen des Publikums, ohne andre Subvention als die gewisser privater Mäcene, 'die, wenn man sie fand, in die ■Bresche sprangen. Die Volksoper geriet in Konkurs, weil sic niemanden mehr ausfindig machte, der ihr Defizit deckte. Und gerade weil die Stadt als Gläubiger am Deutschen Opernhaus interessiert war, tat sie nichts für die Volksoper, obwohl diese durch eine Reihe sehr interessanter Aufführungen, besonders Händel und Boris Godunow, uncj. überhaupt durch den frischen ■ — I " i o BERLIN W 6 f&Gr'bfume 'VcrbuTgihohc CfrutiHai '&effclintt04atm4fmte: FERNSPRECHER-MEßKUR-4671-46 4673 «J LE I P ZIGE R STR-24