Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 3 (6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 51 (sequence 9)
- Language
- German
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I Nr. 3 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Seite 51 ---,-—--j-> als ihm, der nur die Intentionen des Königs ausführte, vielleicht zugekommen , wäre. Immerhin muß Ephraim maßlos reich dabei geworden sein, denn gleich nach Beendigung des Krieges baute er sich das Haus, das mit seinen vier Stockwerken dttfhals noch gewaltiger gewirkt haben muß als heut. Friedrich bewahrte ihm denn auch seine Gunst nicht. Zwar schenkte er ihm die Säulen, die fr im Kriege von dem Brühlschen Schloß ^in Pforten, das ft zerstört hatte, mitführte, er soll aber dann, als das Haus fertig war und er daran vorüberritt, gesagt haben, daß nun nur noch der Galgen für Ephraim fehle, weil er ihn betrogen habe. Daß er seine Verschwend dungssucht mißbilligt hätte, wie man wohl auch höVt, ist unwahrscheinlich, da Friedrich für Bauten und Kunstwerke selbst ungeheure Summen ausgegeben hat und es ihm überdies gleich war, wofür die Juden ihr Geld ausgaben, wenn sie es nur nicht ins Ausland brachten. (Damit hängt es überhaupt zusammen, daß Privilegien gewährt wurden wie die Verheiratung eines zweiten Kindes — das zweite Kind wäre sonst unfehlbar mit' dem Geld ins Ausland gegangen, um dort eine Familie zu gründen, wozu es hier keine Erlaubnis bekam. Man muß sich daran gewöhnen, hinter allen anscheinend humanen Konzessionen schärfste Berechnung zu suchen.) Das Ephraimsche Palais ist im Innern ebenso klar disponiert wie die Fassade. Im Erdgeschoß ein Durchgang mit' zwei Seitenräumen, denen oben ovale Räume entsprechen, dahinter ein ovaler Treppenraum mit sanft ansteigenden Stufen und einem außerordentlich schönen Schmiedegitter als Geländer. Diese beiden Räume zusammen füllen die'Ecke, aus und dann laufen in beiden Straßenrichlungen schmale Korridore, von denen die Zimmer abzweigen — eine übersichtliche Anordnung, bei der die Schwierigkeiten der Lage einen harmonischen Grundriß erst zu erzeugen scheinen. Von den Räumen im Inhern haben noch zwei das Rokoko lebendig bewahrf, der ovale Saal über dem Eingang und das chinesische Zimmer. Der Saal ist heute kahl, nur die drei großen Balkontüren besitzen hoch die alten Formen, und Nischen lassen erkennen, wo einst die runden Oefen gestanden haben, die bei dem Umbau vor dreißig Jahren verschwunden sind. So kann der Raum nur dem, der aus Proportionen Stileigentümlichkeiten und Schönheiten herauszulesen vermag, etwa^ bedeuten. Einfacher liegt es bei dem chinesischen Zimmer neben dem ovalen Saal das fast unversehrt auf uns gekommen ish Es ist ein Verhältnismäßig großer Raum, dessen Wände in Pilaster und dazwischenliegende Felder5 gegliedert sind; die Pilaster werden von chinesischen Schriftzeichen bedeckt und die Platten sind mit Scenen, Landschaften und Ornamenten geschmückt. Der Wandsockel dagegen ist neu und die Decke zeijgt ebenfalls für die Japanromantik des beginnenden Jugendstils. Aber die Wände haben die alte Anmut und ,die alte Wärme der F'arben rot, blau und gold bewahrt. Ob freilich das Zimmer mit Recht das chinesische genannt wird, ist bei der Naivität und Primitivität der Ausführung unwahrscheinlich. Es scheint sich-um abendländische, vielleicht sogar um deutsche Arbeiten zu handeln.*J Nicolai nennt von den Innenräumen wohl den „zierlichen ovalen Saal", nicht aber dieses Zimmer. Man möphle daraus schließen, daß' es erst na<Ch 1786, dem Erscheinungsjahr seines Werkes, cingefügt worden ist. Mit der Erbauungszeit ist es ohnehin in keine zwingende Verbindung zu bringen, da die einzelnen Tafeln sicher vor 1763 angefertigt worden sind — man muß mit den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts rechnen. Sie sollen für Friedrich den Großen bestimmt gewesen sein: möglicherweise wurde die Abnahme durch seinen Tod verhindert,'wahrscheinlicher ist aber, daß er sie nicht mehr geschätzt hat, weil sie in der zweiten Jahrhunderthälfte bereits unmodern waren. Die Mode de^ chinesischen Lackkabinette dürfte sich nicht über die *) Ich kann mich, hier auf das Urteil von Herrn Dr. Klar vom SchloOmuaeum berufen, dar n ir in dieser und anderen Fragen liebenswürdiger Weite behilllich war. 5. (Sroffer Spc3ialbaus für feine f}errett*U)ä Crifotagen etc. - Spfiinliliil: Obcrfjeinöen nadj ßla^ BERLIN W. CHARLOTTENSTRASSE 65 FERNSPRECHER; MERKUR 6330 Der elegante Hi trägt Reisernu Kantstt 164« Kaiser Allee 209 Tt—-.r~=«=*i 1 i TI IIIIKIWI Aussfellung |,, J v/JLl UO f\l Ti 1 vornehmer J MÖBELFABRIK Wohnrpume I zü billigen Preisen } nurChausseestr.60 Fernspr.: Norden 2260 U.-Station: SchwartzkopffStraße (Nord-Süd-Bahn) Zahlungsweise nach Übereinkunft | Verlangen Sie Kosten-Anschläge | fdMfjlIeder er hftlldl 3 Prozent Rabatt äiiimiiWMttmiiMrfilMiiiiiiiiiiiiiimHfiimMiiMiiiuiMmwiliiimiiiitintiiiMiimiiiiiHii;: