Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 3 (6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 50 (sequence 8)
- Language
- German
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V Seite 50 MONATSSCHRIFT DER’BERLINER LOGEN U. O. B. B. eine erhaltene Haus, von dem im Folgenden die Rede sein soll, in einem Bild von 1830, das freilich die barotken .Formen stark ins Klassizistische umdeutet und eine Nachprüfung vor dem Bau selbst erfordert. Es steht an der Ecke der Poststraße undAdes Mühlendammes und gehörte einem der reichsten, und bedeutendsten Juden, Veitei Heine Ephraim. — Ganze Straßenzüge aber bildete man ab» und auf diese Weise wissen-wir, wie sich solch ein Haus in seiner Umgebung ausmachfe. In de*i 80er Jahren des 18.- Jahrhunderts stach Johann Georg (ode'r;]Ue^p) Rosenberg einige solcher Prospekte in Kupfer. Da gibt csTetWa eine Vue du Marche de Hack, wo der Hackesche 'Markt mit dem von heut wirklich nur noch den Namen gemeinsam hat und eine Vue du Marche dit Molckenmarckt et de TEglise St. Pierre dans l'Eloigneraent. Auf diesem Blatt, auf dem der Blick also den Mühlendamm enjdang geführt wird, sieht maifaflf der rechten Seite bescheiden eingeklemmt, aber uÄyefl^gnnbar das Ephraimscfye Haus. Dies ist die einzig bekannte Darstellung aus dem 18. Jahrhundert: auch sie nicm emmaX zeitgenössisch (2) Jahre nach der» Erbauung) und unzureichend, denn in ihrer summarischen Kargheit entkleide! sie das Gebäude' jeglicher Indis idualität. Das Haus Posfstraße 16 ist für ein Privathaus ein ungewöhnlich großzügiger Bau. Zu bemerken ist, daß nicht der ganze Komplex, der heut von den Amtszimmern des Magistrats eingenommen wird, alt ist. 1862—95 w;urde eine Erweiterung längs des Mühlendammes yrvl der, Burgstraße vorgenommen und auch der alte Teil selbst wurde verändert. Um ein Haar wäre der ganze Bau der Städteerweiterungswirt zum Opfer gefallen. Damals wurde es noch ^^rhütet, aber heut wird das Verbrechen begangen, das Opernhaus zu verändern Ijnd man bringt Berlin um einen seiner wenigen alten Komplexe und vielleicht um seinen schönsten Platz. (Aber die Trautenaustraße ist Schmuckstraße*) — Hier ging cs noch .gejjÄlf» ab: die Proportionen des Erdgeschosses wurden verandejftjg! ,W»feei die Läden beseitigt wurden (was kein Schaden wär$/^puäfei^'wtrrjj0k auch bei allen Fenstern unnötigerweise die;v|jijätalt).ei^{ische Einteilung des Rokoko in'die langweiligere des 19. Jahrhunderts umgewandelt. Ferner wurden die Puttengruppen durch mäßige Kopien ersetzt) dieser Generation — und es ist die Frage, ob es heut anders ist — waren intakte Reproduktionen lieber als die etwas defekten Originale. Glücklicherweise wurden sie gerettet (es gibt einen Parällelfall von heut, der nicht' so ablief, Schlütersche j Putten wurden als Schutt fortgeschafft!) und sind, sogar bequemer als an der ursprünglichen Stelle, hinter dem Märkischen Museum anzusehen, wo sie vor der Witterung leider aucfi keinen Schutz finden — nur eine Gruppe ist im großen Kirchenraum untergekommen. j jDie Schönheit des Hauses macht sein breiter Schwung um ie Straßenecke aus und die Betonung dieser Kurve des Baukörpers durch Säulen, Gitterwerk und steinerne Kindergruppen. Wer vor dem Hause selbst steht, wird sich außerden an der Abstufung von dem schweren und schattenreichen Erdgeschoß hinauf zu den fortschreitend leichteren und flacheren Formen der oberen ^Geschosse erfreuen, die der Biedermeier-Maler nicht sehen wollte und die er daher, nicht wiedergab. Die acht Säulen, die den großen Balkoh tragen, sind ein Geschenk Friedrichs des Großen an Ephräim, seinen Münzpächter; Friedrich hat zu den Judein seiner Hauptstadt in sehr wechselnden Beziehungen gestanden. Nicht aus allen seinen Handlungen sieht das GrundgefüM. die Abneigung gegen dieses Volk, heraus. Wo er sie brauchte, kam er ihnen entgegen und er brauchte sie zu den ^verschiedensten Unternehmungen, besonders zur Belebung der) Fabrikation. „Es sollen keine Juden Privilegien kriegen, es sei, daß sie neue Fabriken anlegen, sonsten bleibt immer dieselbe ,^ahl Familien" schreibt er an den Rand der Verordnung von 1757. Wie ’ großzügig er sic auch dabei unterstützte, zei gf. daß er „dem Juden Joel zu Potsdam, das bei dieser Stadt gelegene Schloß Glinicke nebst Seitengebäuden, Garten und zugehörigen Wiesen schenkte, um darinnen eine Tapetenfabrike anzulegen." Ephraim benützte er zur Prägung seines minderwertigen Inflationsgeldes im Siebenjährigen Krieg, und es ist mehr ä^Haß auf Ephraim' gefallen, DIE OUTE Inhaber: “ irl Hufftnann «•ClIANITiklT k' M MM 44 r tiogründet t tri n«»innan« 99 Berlin n 54, BrunnenstrsBe l£mmmtutrwtz) BtfltftJeii 2060 empflann sfcft nmaus-1. Lefflf^ttCTMinte&MtrraiBtecngOymwa^ttciia Kcziitrp ... 32 Pf,- ': titf. Bgjt) Kwlff Pf. jfPfOllt I« „ ' 7 „ . tf'&FrJ .auf.fcVf v., «- * Kraireo . J one Auiomott WlUitysXV WV*sif*n : Montag, *: Mo taulirtL - Pr^isHst?. Hat. Wiunsdy. ' v ‘ lir« Mi- JirzUk» Kleine -Bezüge. Lak'-n . . . II.iMltUi'her . . Abi.-ilunif durch eu ... - Diu. Donnerstag I A. 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Kurfürst 9736 Dekorateur des Bruder-Vereins. Jrau ‘Jrieda 50o.lletltitl,€>d)viftJieUevhi hat ihre frühere erfolgreidje Tätigkeit als '2ibrettiftin für f>ocf)3eitsunb Jatmlien-^eftlichheiten roieber aufgenommen. — (frfte Äefcrenjen ‘Qtjarlottenburg ton***: i i»«t QUaitjfira^e 10 Tewclireinigung u. Auneuialirung Entmottung von Polstermöbeln und Teppichen Nüi Herrmaim dCoO.m.blf., Berlin 0 Gegründet 18ÖÖ Grüner Weg 109 Tel.: Königstadt 268 oooooocbooooooooooooooooooooooooooooooooo