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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-06-01 · 3 (6.1926) · p. Seite 49

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
3 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 49 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN l/.O.B.B., Seile 49 mag der Bericht teilweise wiedergegeben werden. Es heißt da: „Am 7. Januarii 1740 ist,* au! besonderen königl. Befehl, der Durchl. Braunschweig-Wolffenbüttelischen Herrschafft, wie auch der königlichen Familie zur Ergötzung, bei der Berlinischen Judenschafft, in dem Wohn-Hause des Juweliers und Banquiers Namens Ephraim, wie auch auf dessen und seiner Söhne Kosten und Aussteuer, eine Ehe-Verbindung, zwischen zweyen. bey ihnen erzogenen Waysen, David Zacharias uns Zwie Wolffen, vollzogen worden. Bei dem Eingang des Hauses befände sich eine Wache von vier Unter-Officiers und acht Gemeinen. Das Haus war, zu beiden Seiten, mit kostbaren Tapeten behängen, und hatten da verschiedene Jüdische Kaufleute allerhand kostbare Brabantische Spitzen, und andere, feine weiße Waaren feil. Zur rechten Hand erblickte man ein Zimmer^ worinn allerhand Galanterie-Waaren ausgelegt waren, und zur Linken eine Stube mit allerhand reichen Frantzösischen Stoffen. In dem vierdten Zimmer hatte der Juwelier selbst seine Juwelen und Waaren ausgesetzet. . . . Auf dem Hofe zur rechten Hand waren drey Zimmer zur untertänigsten Aufwartung,—für die königlichen und Durchlauchtigsten Herrschafften, kostbar meublireh Gegen. %4 kamen Ihro Königl. Hoheit die Cron-Printzessin, des Herzogs von Braunschweig-Wolffenbüttelische Hochfürstl. Durch!, nebst dero Gemahlin-Hoheit, auch die übrigen königl. Printzen und Prinzessinnen, in Begleitung vieler Standes-Personen dahin ge- . fahren, wo sie .... besahen und kaufften. Hierauf ward die Trauung, nach Jüdischen Ceremonien, auf dem freyen Hof, unter, einem Trag-Himmel vollzogen und der. Inhalt der Trauung , denen anwesenden Herrschaften, in Teutscher Sprache, gedruckt überreicht. Nachdem die höchste Gesellschafft dem Tantaen derer jungen Leute noch eine [ Zeitlang. zugeschauet, und über alles ein gnädigstes Vergnügen bezeiget, begäbe sich Dieselbe gegen 5 Uhr nach Hofe zurück.'" Dagegen stehen nun wieder Brutalitäten wie die Verpflichtung, die von Friedrich Wilhelm auf der Saujagd erlegten Tiere kaufen zu müssen. Die Juden weigerten sich nach Kräften, die unreinen Tiere abzunehmen, aber es half ihnen nichts — man legte sie ihnen vor die Türen, von wo sie sie wohl oder übel fortnehmen mußten. Sie verkauften sie für billiges Geld oder verschenkten sie an ein Krankenhaus. Auch wurde im Jahre der Synagogeneinweihung noch erwogen, ob sie nicht ein Abzeichen trägen sollten, das sie kennzeichne, eine Demütigung, die sie durch Aufbringung von 8000 Talern von sich abwandten. Al^nählich mit dem wachsenden Reichtum beginnen die Juden, in .ihrem-Privatleben Beziehung zur Kunst zu bekommen. Sie haben, schon lange, bevor sie unter die Bürger aüfgenömmen wurden, einen bedeutenden Anteil an der Kunstpflege ihrer Zeit gehabt. . ~ Die Rolle, die ihrer Initiative bei der Gestaltung des Stadtbildes zufiel, können i^ir heut nicht mehr rekonstruieren — allzu groß wird sie nicht gewesen sein, da ihr Grundbesitz} wie die meisten ihrer Unternehmungen, Beschränkungen unterlegen war; bis 1763 durften sie nur 40 Häuser und später nur 70 besitzen. Wenn es aber au^h nur wenige gegeben hat, die von . der Bedeutung deä einen erhaltenen gewesen sind, so würde es schon genügen, von' ihnen als einem Faktor bei dem architektonischen Bild der Stadt'1 zu sprechen. Auch die alten- Abbildungen vermögen uns keine Vorstellung von den verschwundenen Häusern zp geben, weil die, Kupferstiche des Rokoko, in denen sich mancher veränderte oder abgerissene Bau erhalten hat, die Bürgerhäuser übergehen. Was dort gezeichnet ist, wurdenicht wegen seiner Schönheit, die man wohl empfand, sondern wegen seiner repräsentativen Eigenschaften wiedergegeben — die besitzen die Kirchen und Paläste. Die Gebäude ' haben in erster Lirtie als Behausung ausgezeichneter Persönlich- -keiten, des Königs, des Prinzen Heinrichs, der Prinzessin Amalie Bedeutung und in zweiter. Linie erst als Kunstwerk. . So kennen wir keinen zeitgenössischen oder wenig späteren Stich von dem kleinen, von Schlüter gebauten Haus in der Dorotheenstraße (die damals Letzte Straße, hieß), weil es nur dem Herrn voniCamecke gehörte. Es existiert ein'Stich aus dem Jahre 1782, als es schon der Loge Royal York de TAmi\ie gehörte. Auch widersprach es dem zusammenfassend sehenden Barock und' Rokoko, Häuser, die einem ganzen Komplex angehörten, herausgerissen abzubilden. Aus diesem Grunde bringen wir a^ich das eubcuter^ * INHABER. » OSKAJi und iCATWARWA KAlxDUNEE geh. 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