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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-06-01 · 3 (6.1926) · p. Seite 48

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
3 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 48 (sequence 6)
Language
German
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t MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOCEN U.O.B.B. Seite 48 Zur Geschichte der Juden in Berlin im 18. Jahrhundert 'St Der MühlenJdmm mit dem F.phrai$nschen Haus im Jahre 1830 Photo: Stoedtocr j 'k ■? Der Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde , Dieser Tage ist die Initiative zu einer Gründung ergriffen worden, die so sehr in de'r Luft lag, daß man sich wundert, sie erst jetzt realisiert zu_sehen. Es handelt sich um nichts Geringeres als Abhilfe der jüdischen Büchemot. Wer hat sie nicht schon empfunden! Wir wissen nufr zu gut, wie sehr gerade Werke erzählender Kunst die Seelenhaltung unserer Menschen von heute beeinflussen; und Wem es um Festigung unseres Genreinschaftsbewußtseins, Weitung unseres Problemenhorizonts und Vertiefung unserer |üdischen Empfindung iu .tun ist, der muß dringend wünschen, daß möglichst - viel wertvolle jüdische Bücher entstehen ünd^ugahg, in unsere Häuser finden. Beides aber war bis nun ua möglich. Wir halten keine Lesgrgemeinde, weil es zu wenig sc\jj)^und zugängliche jüdische Bücher gab, und wir hatten keine, jua^tehe ISchriftstellerzunft im oben ge-.^ prägten Sinne, weil dii‘ -^.esgemeinde fehlte. Beidem soll nun, und wird sicherlich, wepn sein. Gedanke einschlägt, der Heine-Bi$n<LAbhelfen. Er ist nach dem Muster der allgemeinen deuts^{gläti,yro}ksbühnen.vereine und Buchgemeinschaften konzipiert, dfyf’.iücliserstaunlich schnell Popularität und Prosperität geschaffen?TiabeHiv Wenn deren Anhänger „nach wenig Jahren Milliotteo zädtfen, so sollte es nicht unmöglich sein. Tausende von An|}ääjg'efn? des jüdischen Buchgedankens';u finden .— vorausgesetzt;»,Äf®; gßt gearbeitet und für nötjge Aufklärung gesorgt Das Programm^;' flieru'Bursi publiziert, läßt nichts zir wünschen übrig.’ E£,wittL «n.s der große jüdische Roman aller Sprachen, Kulturen undf^eilen versprochen; Dokumente jüdischen Lebens werden h)' Memöireii’ Briefwechseln, Reiseberichten, Bildern aus dem Kunst-. und Volksleben unserer Gemeinschaft vor uns. ausgebreiteL'VGfeschichte, Kulturgeschichte, Biographien, geistige und j*tlitischisf: Strömungen, soziale Umschichtungen jind wirfschafftiihe Handlungen werden knappgefaßte, klassische Darstellung finden^... Das alles, höchst vernünftiger Weise, unter-entschiedenstem Ausschluß aller politischen oder religiösen Sondertendenzen. Ein solches Programm ist, was wir brauchen. Und wenn die- Verwirklichung mit den Absichten Schritt häl(, werden tatsächlich erhebliche Kulturwerte geschaffen werden und zur Auswirkung gelangen. i Mit Neugier mustert man daher die Reihe der Büchertitel, die den Anfang machen sollen. Was da, vor allem auf dem Gebiete des Juden-Romans, geboten wird, ist sehr verlockend. Es werden Uebertragungen aus dem Französischen, Jiddischen, Englischen, Dänischen und Russischen angekündigt. Eine solche Uebersicht über die schöne jüdische Literatur der Neuzeit wäre wirklich umfassend und originell. Auch was sonst angezeigt ist — ich zitiere aufs Gerätewohl Flavius* Josephus und Aron Isaks — ist vielseitig und wichtig. Die Hauptsache aber ist, daß die Organisation der Buchgemeinde es ermöglichen soll, diese Schätze wohlfeil zu erwerben. Dreidreiviertel Mark für den 320 Seiten starken Ganzleinenband, auf holzfreiem Papier und gediegen ausgestattet, ist tatsächlich billiger, als auf andrem Wege zu erlangen wäre. Die Verpflichtung der Mitglieder beschränkt sich auf die Abnahme von vier Jahresbänden. Der erste soll schon im Juli erscheinen. Welche Möglichkeiten sich nicht nur, für jeden einzelnen, sondern 'insbesondere auch für Logenbibliotheken ergeben, sei nur .angedeutet. Wir haben bereits die Entstehung einer guten und segensreichen Buchgemeinschaft erlebt, der Soncino-Gesellschaft. Aber sie beschränkt sich auf das Ausslattungsbuch, das immeT nur Gezählten wird zugänglich bleiben. Mit dem, von dem bekannten Verleger Dr- Eliasberg gegründeten Heine-Bunde tritt ihr eine neue Buchgemeinschaf.t zur Seite, die sie aufs Wertvollste ergänzt, indem sie den ungeheuren Leserkreis aller unserer Gesellschaftsklassen aufschließt, dem nun endlich auch das billige jüdische Buch, und zugleich das gute, gereicht wird. Man. muß ■dem gemeinnützigen Unternehmen Gelingen wünschen. Zunahme der Abonnenten ist Bürgschaft für Erhöhung der Leistung. c|, i

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