Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 3 (6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 47 (sequence 5)
- Language
- German
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V. Nr. 3 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. \ Seite 47 ' " 111 1 ■ '111 ■ 1 ■ Zur Geschichte der Juden in Berlin im lö. Jahrhundert , Von Pr. Elisabeth Simon. Es ist Berlins Unglüc^, daß sein schnelle^ Aufblühen in eine Zeit fiel, die in Stilfragen wahllos und in Dingen des Gef schmacks unkultiviert war. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts fand für die neuen Tatsachen, für Technik, Industrie und Verkehr keinen' adaequaten Ausdruck; man war überrumpelt worden und dachte mit erprobten Formen auch den neuen Anforderungen gewachsen zu sein. Dinge, fürs Einzelne gedacht, wurden in Massen hergestellt: es entstanden Straßen von Renaissag,cepalästen mit gotischen Enklaven und barocke Monstren — unecht Im Material und unverständig kopiert nach Vorbildern einer fremden Zeit. Und doch .war Berlin ursprünglich ein gewachsener Organismus, dessen Zeugen nobh lebendig im Zentrum der Stadt stehen. Die mittelalterliche Tradition ist noch nicht fortgewischt, es sind, wenn auch geringe Reste, aus der Renaissance vorhanden und Barock- und Rokokobauten sind noch an manchen Stellen anzutreffen. Damit ist nicht der Krögei gemeint; es ist eine falsche Romantik', um einen Trümmerhaufen von Schutt und Steinen (und mehr is( es nicht) einen Nimbus zu legen. Nicht das Alter macht Geschichte, sondern die Form. Wir haben "So viele schönere Dokumente des alten Berlin, daß wir auf diese armseligen Reste nicht stolz zu sein brauchen. * Was Berlin am Ende des 18. Jahrhunderts darstellte,-erfahren wir von Georg Förster, der um 1785 mehr von der Welt gesehen hatte, als die meisten von uns heutigen Tages. Berlin ist gewiß eine der schönsten Städte in Europa, berichtet er, selbst überrascht von dem, was er vorfindet. — Die Stadt war zu solcher Größe und Bedeutung herangewachsen, daß Friedrich Nicolai, der Freund Leasings und Moses Mendelssohns, im Jahre 1786 eine dreibändige Beschreibung (freilich von der.Stadl und der Umgebung), die uns über die Einzelheiten unterrichtet, in dritter Auflage <erscheinen lassen konnte. - Nicht alles ist verloren gegangen. Es ist ab^r hier nicht das Ziel, die vergangene Existen'z der ganzen Stadt wachzurufen, nur ein geringer Ausschnitt des damaligen Lebens sei abgerollt: der Anteil der Juden an dem Bild der Stadt und darüber hinaus einiges von ihrem Leben in Berlin am Ausgang des 18. Jahrhunderts. Dies heißt keine Eulen nach, Athen tragen, denn seltsamerweise befaßt sich die Literatur über die Geschichte der Juden in Berlin nie auch nur mit einiger Ausführ- 7 lichkeit mit der Frage der äußeren Formen ihres Lebens. Wichtigere Probleme, der Kampf um die soziale Gleichberechtigung und um die Anerkennung der geistigen und ethischen Werte., stand im Vordergrund, und die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts bescjirätfkt sich fast ausschließlich auf diese zentralen Fragen. Es scheint uns jedoch heut, als sei der Beitrag, den die Juden auch im 18. Jahrhundert zur Kulturgeschichte Deutschlands lieferten, nicht zu übergehen und aus diesem Grunde seien hier wenigstens einige Slichworle gegeben. Die ablehnende Einstellung des 18. Jahrhunderts zum Judentum darf als bekannt vorausgesetzt werden. Um so erstaunlicher erscheint jede Beziehung zwischen den feindlichen Parteien, voir der, besonders aus der ersten und unduldsameren Hälfte des Jahrhunderts berichtet wird. Da hicr.von wenig bekannt sein dürfte, sei einiges herausgegriffen: der Einweihung der Synagoge im Jahre 1714 wöhnle der König mit dem Kronprinzen bei (wir wissen übrigens aus einem zeitgenössischen Stich, wie dieser leider abgerissene Bau ausgeseben hat) und in einer Lebensbeschreibung Friedrich Wilhelms I. wird ausführlich von einer jüdischen Hochzeit aus dem Jahre 1740 berichtet, die in Gegenwart der königlichen Familie vor sich ging: wenn man auch die Gelegenheit benützte, Gegenstände zum Kauf auszustellen und der Hof der Kuriosität halber kam, so zeigt sich doch bei dieser Gelegenheit keine Verachtung. Da es sich um Ephraiim(h,andclt, von dem später noch viel die Rede sein wird,* (Fortsetzung Angebot und Nachfrage) Beteiligung an mittlerem Engrosffcschäft oder Uebcrnahmc eines solchen gesucht, Konfektion ausgeschlossen. Angebote unter Nr. 18 26 an das Logenbüro. 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Im Jahre 1826 von E. S. Zeller begründet,' ging es genau vor 50 Jahren — am 15. Mai 1876 — in den Besitz des Herrn Carl Hermann Schaeker über und befindet sich seit dieser Zeit ununterbrochen im Besitz der Familie Schaeker. Aus Anlaß dieser beiden Jubiläen blieb das Geschäft am 15. Mai den ganzen Tag geschlossen. Von einer offiziellen Feier ist Abstand genommen worden, aber der jetzige Inhaber, Herr Wilhelm Schaeker, und sein Personal benutzten diesen Tag zu einem gemeinschaftlichen Ausflug in die Umgebung Berlins. '/ * A .