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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 29

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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29 Annen und Reichen gelebt hat. Damm ist attch dar zweite Teil dea Buches besonders interessant und muß am der Fülle der Literatur über Amerika hervorgehoben werden. Denn wir erleben durch die packende Schilderung die gewaltige Wirkung mit, die diese fremde Kultur auf die Verfasserin ausübte, bis sie sich diese Kultur ganz zu eigen gemacht hat JudSus, Der Basischem von Michelstadt. Kulturgeschichtliche Erzählung. 2. Aufl. 190 S. Frankfurt a. M, Verlag des Israelit Die zahlreichen Mythen, die das Leben des Rabbi Seckel Lob von Michelstadt umgeben, werden, das ist der besondere Vorzug des Buches, natürlich erklärt. Der Baalscherk selbst wird nicht müde, darauf hinzuweisen, daß jede übernatürliche Kraft ihm fehle, daß er ein Mensch sei, unfähig, etwa Wander zu tun. Er zeichnet sich vor gewöhnlichen Menschen nur durch eine größere Stärke des Körpers, des Geistes und vor allen Dingen der Seele aus. Durch ein Zusammenwirken aller Eigenschaften seines Charakters erklärt sich sein Einfluß auf den berüchtigten Räuberhauptmann Schinderhannes, durch seine Klugheit versöhnt er ein Ehepaar, das den Get von ihm verlangte, und seine Frömmigkeit endlich bringt Tatsachen zuwege, die manchen wunderbar erscheinen müssen. Gertrud Epstein, Hiob, Erzählung aus dem jüdischen Leben. 2. Aufl. 158 S. 8". Dresden. H. Minden 1914. Wie der Held dea biblischen Buches Hiob verliert auch der arme Salomon Freudheim seine Frau und seine Kinder durch den Tod. Zufällig gerät ihm, da er von der Beerdigung seines letzten Kindes kommt, die biblische Geschichte mit dem Bilde Hiobs in die Hand. Das verleiht ihm neuen Mut, er lebt jetzt von einem Ideal, wie Hiob ein Haus mit Weib und Kindern sein eigen zu nennen. Da er es aber erreicht hat, wird die Erinnerung an die Toten wieder lebendig, daß nunmehr sein Glück wie eine schwere Last auf ihm ruht. Seinem Weibe gelingt es, den friedlichen Ausgleich zwischen den Toten und den Lebenden zu finden. Siegfr. Mühsam, Neu-Killeberg, der .Killeberger" 2. Teil m, 188 und II S. 8°. Leipzig. M W. Kaufmann 1913. Wer an den „Kfllebergern" sein Ergötzen gefunden hat, wird mit Genuß auch die Fortsetzung lesen, wenngleich sie dem erstgenannten Werk an Humor weit nachsteht. Außer einigen „Killetypen" steht die Entlarvung eines antisemitischen Verbrechers im Mittelpunkte der Erzählung. Dabei kann der Verfasser die Vorzüge derer, die aus Killeberg stammen, in desto hellerem Lichte erstrahlen lassen. ~ E. Stilgebauer, Harry, ein Roman aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 8". Konstanz, Reuß & Itta 1913. Der Verfasser zeigt in seinem Heineroman, wie schon im Knaben Garry der Dichter lebendig ist, und wie seine Kunst sich dann immer mehr entwickelt. Den jüdischen Empfindungen und Dichtungen wird Stilgebauer am wenigsten gerecht. Dagegen schildert er in rührender Darstellung das Verhältnis zu seiner Familie, insbesondere zur Mutter und Schwester und ferner zu den Frauengestalten, die in sein Leben traten. Leid und Last

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