Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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seines Daseins sind durch Frauen bestimmt, die so seine Dichtkunst am stärksten beeinflussen. Sie sind es auch, die den einzigen Lichtpunkt in seinen letzten unsagbar tragischen Lebenstagen bilden. IL L. Held, Talmud-Legenden. 88 S. 8°. München, Hans- Sachs-Verlag 1912. Im Anschluß an die biblischen Geschichten von den Erzvätern, von Josef und Moses bringt der Verfasser noch das bekannte Gleichnis vom Blinden und Lahmen, angewandt auf das Verhältnis von Korper und Seele, in netter Darstellung und gefälliger Sprache. Chad Gadja, Das Pessachbuch, herausgegeben von Hugo Herrmann. 224 S. 8 Berlin, Judischer Verlag 1914. Es sind Beiträge der verschiedensten Art in dem Buche gesammelt. Der leitende Gesichtspunkt ist das Pessachfest. An die Anordnung des Festes, wie sie sich in der Bibel findet, schließt sich die Übersetzung der hauptsächlichen Teile der Haggadah. Der nunmehr folgende Aufsatz von Zlocisti ist nicht nur wegen der dichterischen Sprache poetisch zu würdigen, sondern darf, weil auf ernster Forschung beruhend, auch wissenschaftlich bewertet werden. Sodann kann man das Fest in seinem Wandel durch die Jahrhunderte verfolgen, seine Feier in aller Herren Länder, in denen Juden sich jemals niederließen, miterleben. Aus Mischna und Midrasch, aus Heine und Kompert sowie den Ghettodichtern der Gegenwart trägt der Herausgeber das Zweckdienliche zusammen, wobei er die erforderlichen Obersetzungen vorgenommen hat. Aus dem Ganzen spricht ein stark jüdisches Empfinden, das die große Allgemeinheit umfaßt und sich von jüdischer Parteitendenz fernhält; nur bei dem Aufsatz von Lewinsky macht sich ein gewisser tendenziöser Einschlag geltend. Die Reproduktionen aus alten Handschriften und Drucken der Haggadah zieren das Buch, das der Jüdische Verlag ohnehin sehr schön ausgestattet hat, in hohem Maße: doch hätte von der Seite Sch'foch Chamos'cho auch eine Wiedergabe genügt. Halle a. S. , Dr. A. Kahlberg. AJle ■* t_ im „Bibliographischen Vierteljahrsbericht für die jüdische Literatur" angezeigten Werke sind durch die Buchhandlung M. W. Kaufmann, Leipzig zu beziehen. )