Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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charakterisiert, welche rieh immer mehr vom geistigen auf ein körperliches Gebiet begebe und psychologische Prozesse mit physiologischen verwechsle. Wien. Dr. E. Müller. Hans Refft, Beiträge zur Moralstatistik. Herausgegeben von der Görres-Gesellschaft Paderborn, Ferd. Schöningh 1913. In dieser Schrift, die von katholischen Gesichtspunkten ausgebt, behandelt ein Kapitel „das deutsche Judentum im Lichte der Zahl". Für den Verfasser hat die statistisch erwiesene Tatsache, daß in den Betrieben des wirtschaftlichen Lebens und in vielen geistigen Berufen die Juden Deutschlands eine gegen das Bevölkerungsverhältnis ungleich höhere Position, wenigstens der Zahl nach, einnehmen, etwas Beunruhigendes. Es ist unbestreitbar, daß die im heutigen sozialen Leben so maßgebende Geldmacht zu einem Teile von den Juden mit besonderer Geschicklichkeit ergriffen wurde, da ihre ganz« Position innerhalb der maßgehenden Völker sie gerade in diese Art der Betätigung drängte. Andrerseits zeigt aber das moderne Leben die auch vom Verfasser berücksichtigten traurigen Erscheinungen sozialer Gebrechen gerade in der wohlsituierten jüdischen Bevölkerung, wie sie jungst von Theühaber in seiner Schrift „Der Untergang der deutschen Juden" so grell gezeichnet wurden. Der Verfasser macht dem modernen Rechtsh^ewußtsein das Zugeständnis, daß gegen das deutsche Judentum kein Ausnahmegesetz geschaffen werden sollte. Entspricht es gleichem Rechtsbewußtsein, wenn es als eine „spielende Lösung der Judenfrage" bezeichnet wird, daß „die deutschen Regierungen die Grenzen gegen nichtdeutsche, ausländische Juden sperren"? Wien. Dr. E. Müller. Belletristik. J. Herzberg, Hingende Gewalten. 160 S. 8*. Jena 1913. Die Schrecke« des siebenjährigen Krieges lasteten besonders schwer auf dem Ghetto. Trotz der Neutralität, die die polnische Republik bewahren wollte, durchzogen die kriegführenden Mächte, Russen und Preußen, abwechselnd polnisches Gebiet. Die Juden der Stadt Posen kamen dadurch in eine sehr schlimme Lage. Da sie die hohe Kriegskontribution nicht bezahlen konnten, ließ dor preußische General Wopersnow die Judenältesten verhaften. Der Unerschrockenheit eines Jünglings, Josef Hameln mit Namen, gelingt es. ihre Befreiung zu erwirken. Wegen seiner Herkunft aus„,Aschkenas" — er war ein Sohn der bekannten Glfickel von Hameln — mußte er mancherlei Zurücksetzung in der polnischen Gemeinde erdulden. Nunmehr aber steht seiner Vereinigung mit Malka, der Tochter des hochangesehenen ersten Parnas Reb Salomen Perez. nichts mehr im Wege. Vom alten Stamm. Schalom Asch, Im Lande der Väter. 111 S. 8». Sch. Gorelik. Die liebe Provinz. 141 S. 8*. J. I*Perex, Volkstümliche Geschichten. 139 S. 8°. Scholem Alejchem, Erzählungen. 140 S. 8". Berlin. Jüdischer Verlag. In angenehmer Ausstattung und ganz vorzüglichem Druck sind die