Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese treffliche Monographie, die keine Jugendschrift im eigentlichen Sinn« des Wortes ist. behandelt in 11 Kapiteln das Leben und die Werke des großen Meisters in Israel. Ihrer Diktion nach eignet sich die Schrift mehr für Primaner Höherer Lehranstalten, aber auch nur dann, wenn sie die notige geistige Reife besitzen, die nicht bei allen vorausgesetzt werden kann. Empfehlenswert ist das Büchlein für Zöglinge der Lehrerseminare. Der Verfasser irrt, wenn er im Vorwort meint, daß .dieses Lebensbild" .unseren-Kleinen" (sie!) „ein Ansporn sein" möge, einst des Meisters Werk selbst xn studieren. „Unseren Kleinen" fehlt jede Voraussetzung, um das Buch zu verstehen. Interesse wird erst dann erregt, wenn der Lehrstoff beim Kinde Verständnis findet. « Bei einer neuen Auflage wäre es wünschenswert, wenn der geehrte Herr Verfasser den Inhalt des „More" kurz skizzierte. Name ist leerer Schall Magdeburg. Dr. M Spanier. Gegenwartsfragen. Eduard König, Das antisemitisch« Hauptdogma beleuchtet, m. 64 S. 8°. Bonn. Marcus & Weber 1914. Der moderne Antisemitismus begnügt sich nicht mit der Feindschaft gegen das Judentum der Gegenwart, sondern er färbt und fälscht auch die Beziehung zur alten Literatur und alten Geschichte unseres Volkes. Es ist eine antisemitische Voraussetzung, daß das Judentum niemals der Träger einer großen, sittlichen Eigenkultur gewesen sein könne. Wo die Tatsachen solchen Behauptungen ins Gesicht schlagen, helfen sich die Herren mit der immer anwendbaren Hypothese, daß alles Gute und Edle in Israel von anderswoher stamme. Gegen derartige Behauptungen Th. Fritschs. welcher auch die orientalische Wissenschaft der Befangenheit bezichtigt. Wendet sich der Verfasser, der schon in der Bibel-Babelfrage einen gerechten Standpunkt verfochten hat, mit ruhig-sachlichen Argumenten. Zwar hat die Wissenschaft den nichtsemitischen Charakter einiger vorisraelitischer Völkerschaften Palästinas festgestellt, sie hat auch innerhalb des biblischen Schrifttums vereinzelte fremde Einschlüsse und Einflüsse entdeckt; es schlägt aber doch der Logik ins Gesicht, ^wenn um einzelner Details willen die Grundtatsache beiseite geschoben wird, daß Israeliten seit den Patriarchen die Träger der besonderen Kultur Israels waren. Von krasser Willkürlichkeit ist die Konstatierung eines Rassengegensatzes zwischen einem ackerbautreibenden Israel und einem Wuchervolke Juda. welch letzteres allein das Stammvolk der Juden bilde. Vor allem behauptet man aber seit Chamberlaia die Herkunft des Stifters des Christentums als unjüdisch, was von Friedrich Delitzsch durch den angeblich völligen Mischcharakter der damaligen Bevölkerung Galiläas begründet wird. Aber bei solchen Erörterungen, dürfte doch, meint König, das ausdrückliche Gegenzeugnis des christlichen Schrifttums von der Herkunft Jesu aus der Familie Davids nicht totgeschwiegen werden. Sehr fein ist die Übertreibung des rassentheoretischen Gesichtspunkts