Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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mehr gelten xn lassen als die Einordnung des Einzelwesens in die Knltargeraeinde der Menschheit zur Höherentwicklung der Geaamtkultur. Damit aber wird die Einzigartigkeit der Persönlichkeit und das Bewußtsein ihres unmittelbaren Wertes bedroht. Was eine Persönlichkeit ist das kann nicht n, sondern ist nur durch Einfühlung m Wesen und Wirken großer Menschen zu erleben. Und gerade die großen religiösen Persönlichkeiten offenbaren uns am klarsten das Wesen und den Sinn persönlichen Lebens. Stettin. Dr. M. Wiener. ThassOo von Scheffer, Der Mensch und die Religion, vm u. 188 S. München-Leipzig, Hans-Sachs-Verlag 1914. Was der Verfasser uns bietet, ist nicht eine systematische Theorie vom Wesen und Wirken der Religion, sondern eine Aneinanderreihung von Gebieten geistigen Lebens, deren jedes unter dem Gesichtspunkte religiöser Befruchtung behandelt wird. Allem ^bewußten religiösen Leben geht voraus ein Religionsgefühl als eine Art ursprunglicher In«tinkt, der aus dem Ganzen der menschlichen Seele nicht fortgedacht werden kann. Je höher dieses — vom Autor ziemlich unbestimmt gelassene — Gefühl sich zu besonderem Bewußtsein und eigentümlichen Gestaltungen entwickelt, desto mehr erlahmt die flun von Haus aus eingeborene Kraft. Das ist ein Schicksal, das diese Urempfindung wohl mit allen elementaren Gefühlen der Seele teilt. Weil es allem Schaffen des Menschen zugrunde liegt, kann sich keine Lebenssphäre seiner Einwirkung entfremden. Diese Allgegenwart bezahlt es freilich mit allzu schlimmer Blutleere. Bestimmtheit und Inhaltsfülle empfängt es so erst durch die Einwirkung auf die besonderen Daseinsbereiche. Hiernach erscheint es unzulässig, die einzelnen Religionen an einer bestimmten Wertskala zu messen, wie natürlich auch die Frage nach der religiösen Wahrheit und erst gar die nach der Wahrheit einer bestimmten Religion abgewiesen werden muß. Dieser sehr blasse Religionsbegriff, der sich im Grunde mit dem Phänomen des Triebartigen, Instinktmäßigen der Psyche deckt, wird nun in seiner Ausbreitung auf mannigfache Kulturgebiete betrachtet. Wir erfahren, wie sich das Religionsgefühl im Kultus niederschlägt, wie es in Naturanschauung und Kulturentwicklung sich geltend macht: seine Verzweigung mit den ihm ursprünglich wesensfremden ethischen Problemen wird verfolgt, worauf dann in nicht immer strenger Einhaltung eines gedanklichen Fortschrittes Reflexionen angestellt werden über Religionsstifter, über die Mission, über die Religion in Volk und Familie, über ihre Beziehungen zu den Vorstellungen von Tod und Seele, über ihr Verhältnis zur Wahrheit und zur Toleranz, über ihre Grundlehren von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Stettin. Dr. M. Wiener. Hans Ludwig Held, Die religiöse Kultur. Ein volkstümliches Archiv für Religionskunde. München-Leipzig. Hans-Sachs-Verlag. 2. Jahrg. 1913|14. 1. Heft enthält die Legende von Barlaam und Josaphat, fürs Neuhochdeutsche bearbeitet von Richard* Benz; Jesus mitten im Kampf, eine